Rausch ohne Drogen: Substanzungebundene Süchte


Betont wird dabei vor allem die wichtige Rolle der klassisch und operant konditionierten positiven Drogenerwartungen Beck et al. Es wird vor allem durch die Botenstoffe Dopamin, Noradrenalin und Serotonin sowie durch die körpereigenen Opiate moduliert. Glücksspieler zeigen die Tendenz zum Vermeidungsverhalten, um bedrohlich erlebte Gefühle zu verhindern. Es wird mehr Raum für Geschicklichkeit und weniger Abhängigkeit vom Glück geben.

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Die geläufige Suchtdiagnostik 2. In dieser Kategorie sind verschiedene, nicht an anderer Stelle klassifizierbare, Verhaltensstörungen zusammengefasst. Die Störungen sind wegen deskriptiver Ähnlichkeiten gemeinsam aufgeführt, nicht weil sie andere wichtige Merkmale teilen.

Der entsprechende Merkmalskatalog erlaubt dann, z. Eine ausführliche Diskussion dieser Problematik findet sich im zitierten Handbuchartikel von Werdenich und Patlesak , sodass hier auf weitere Ausführungen verzichtet werden kann.

Der Diagnosestellung kommen Funktionen auf verschiedenen Ebenen zu. Sie dient der Herstellung des Arzt-Patienten-Verhältnisses, sie kommuniziert ein gewisses Einverständnis hinsichtlich der Ursache und der Prognose der Störung, sie dient der gesundheitspolitischen Verwaltung von Krankheitsphänomenen. Insgesamt resultiert aus der diagnostischen Unschärfe ein Ungenügen, das unter anderem auch den Hintergrund der Forderung bildet, die in den letzten Jahren von Seiten bestimmter Suchtexperten immer wieder vorgebracht wird: Die Befürworter dieser Neuorganisation bekommen scheinbar Schützenhilfe von Seiten prominenter Vertreter der neurowissenschaftlichen Forschung.

Wegen der komplexen Ideologien hinsichtlich Fettleibigkeit wird es wichtig sein, Leitlinien zu erstellen, 21 Alfred Springer welche Spielart es verdient, als Geisteskrankheit klassifiziert zu werden und welche nicht.

Dieses Zitat weist auf eine grundsätzliche Problematik hin, die in der Folge genauer abgehandelt werden soll: Die Aufnahme in die diagnostischen Manuale bedeutet nicht nur, dass ihnen ein eigenständiger Wert zuerkannt wird, sondern schreibt sie als geistige Krankheiten fest. Komorbidität und Disposition in der psychiatrischen Nosologie Seit man das Auftreten von Suchtverhalten problematisiert dem späten Jahrhundert , wird sein Stellenwert als eigenes Krankheitsgeschehen eher skeptisch gesehen und es anderen Formen psychischer Fehlentwicklung zugeordnet Gerard ; Gumbail ; Chambard Die meisten Fälle, über die Beobachtungen veröffentlicht wurden, litten unter anderen psychischen Erkrankungen, wobei eine besondere Verschränkung mit Hysterie beschrieben wurde Regnier Individuums nach Morphium, Alkohol, Spiel, etc.

Als häufigste primäre Erkrankung im psychiatrischen Sinn bei Morphinismus imponierte Erlenmayer die hypochondrisch-melancholischen Depressionszustände mit Selbstunterschätzung, Energielosigkeit und Willensschwäche.

Als weitere häufige Ursachen führte er an: Ohne sie laufe die Morphiumsucht wie eine andere krankhafte Leidenschaft, ein Laster, ab. Und wieder fasste Erlenmayer stoffgebundene und stoffungebundene exzessive Bedürfnisse in eins: Man nahm an, dass sie einer Störung der Gehirnfunktion entsprach, wobei von dem Wiener Neuropathologen und Psychiater Meynert und Anderen angenommen wurde, dass das Stirnhirn in besonderer Weise betroffen sei.

Der psychiatrischen Degenerationslehre galt sie als hereditäre Komponente. Als Beispiele für diese Entwicklung können einige Standpunkte aufgezeigt werden, die den Wiener Diskurs zu diesem Thema charakterisierten.

Wilhelm Stekel entwickelte in den 20er Jahren des Das Individuum kann der Bedürfnisspannung, die es verspürt, nicht anders als durch diese Form der Erleichterung Herr werden.

Wie Stekel fasste auch Federn stoffgebundene und -ungebundene Süchte in eins und meinte, dass analog zur Schlafmittelsucht auch normale Funktionen und Betätigungen zu Süchten werden, zum Beispiel zur Esslust, Schlaflust, Kauf- und Herumlauf-, auch Unterhaltungssucht. Damit nahm er die Auffassung der Vertreter des aktuellen Suchtmodells behavioristischer Prägung vorweg.

In nosologischer Hinsicht verstand auch Federn Suchtphänomene als prinzipiell sekundäre Erscheinungen in einem komorbiden Geschehen. Ganz ähnlich wie Federn formulierten etwa gleichzeitig die damals auf die Suchtproblematik spezialisierten nicht-psychoanalytischen Autoren Gabriel und Kratzmann Allgemeine Psychopathologie In der Entwicklung der Lehre der Psychiatrie und der Theorie einer allgemeinen Psychopathologie ist eine vergleichbare Tendenz zu beobachten.

Jaspers meinte, nicht anders als die erwähnten Wiener Autoren, dass die Sucht auf dem Empfinden einer abnormen Unerträglichkeit aufbaue, die durch die Sucht aufgehoben werden soll.

Mit Gebsattel teilte er die Auffassung, dass jede Richtung menschlichen Interesses süchtig entarten kann, indem sie in den Dienst eines Dranges der Leere gestellt wird: Ebenfalls wie Gebsattel, dem die frühe Bearbeitung des Verhältnisses von Sucht und Sexualität zu verdanken ist, vertrat Jaspers die Auffassung, dass alle Perversionen süchtig seien. Diese frühen theoretischen Überlegungen blieben auch weiterhin bestimmend für das Suchtverständnis in der allgemeinen Psychopathologie z.

Wanke in einem viel zitierten Aufsatz zur Begriffsbestimmung der Sucht: Diesem Verlangen werden die Kräfte des Verstandes untergeordnet. Es beeinträchtigt die freie Entfaltung der Persönlichkeit und zerstört die sozialen Bindungen und Chancen des Individuums.

Das ist vielleicht ein genereller Wesenszug der Entwicklung der professionellen Einstellung zur Droge und zum Drogengebrauch. Nach der am Kausalitätsmodell orientierten nosologischen Vorstellung hat jede Krankheit eine Ursache man spricht von Ätiologie , die zu einer bestimmten Schädigung des Organismus führt, die wieder in spezifischen und unspezifischen Symptomen zu Tage tritt und einen krankheitstypischen Verlauf zeigt.

Diesem zufolge gilt heute die Suchtkrankheit als Ergebnis der wechselseitigen Beeinflussung mehrerer Bedingungskomplexe: Alle drei Konzepte repräsentieren einen Frühzustand der aktuellen Auffassung von der multikausalen Ätiologie der Suchtkrankheit, da in ihnen dem Zustand der Gesellschaft der Rang eines Kausalfaktors zugewiesen wurde.

Am schärften formulierten dies Gabriel und Kratzmann Aus der älteren Literatur lässt sich dementsprechend die Begründung des Status quo der Zuordnung in den diagnostischen Manualen ableiten. Ebenso wird aus diesem Rückblick deutlich, warum die stoffungebundenen Süchte bis heute nicht als eigenständige Krankheitszustände aufgelistet werden. Dass es dazu kam, dass die Suchtmittelabhängigkeit aus dem Bereich der allgemeinen Süchtigkeit herausgelöst und als eigenständige Krankheitskategorie formuliert wurde, ist einerseits eine Folge der Krankheitskonzepte bezüglich Alkohol Jellinek und Morphinismus Dole und Nyswander , ist aber auch auf gesundheitspolitische Ursachen und die rechtliche und gesundheitspolitische Sonderposition der stoffgebundenen Abhängigkeit zurückzuführen.

Ausschlaggebend war wohl auch, dass man einer Kategorisierung bedurfte, die die Klassifizierung der WHO widerspiegelte und dass für bestimmte substanzspezifische Krankheitssymptome stoffgebundener Abhängigkeitstypen eine adäquate Behandlung zur Verfügung stand. Insofern erfüllte die Klassifizierung den Sinn der Diagnostik: Sie baute ein generelles Verständnis auf und ermöglichte den Einsatz einer adäquaten und verfügbaren Behandlung.

Auch daraus ergibt sich ein Ungenügen an den traditionell gewordenen kategoriellen Zuordnungen. Grundlagen für eine Neukategorisierung Um eine neue Klassifizierung der exzessiven Verhaltensweisen bzw. Diese neuen Erkenntnisse könnten sowohl aus den Neurowissenschaften hinsichtlich der biologischen Basis der Abhängigkeiten als auch aus der psychiatrischen Nosologie und Psychopathologie und aus Berichten über Therapieerfahrungen gewonnen werden.

Was ergibt nun eine Überschau über die Innovationen und Entwicklung des Erkenntnisstandes in diesen Disziplinen? Das aktuelle Suchtmodell 4. In methodologischer Hinsicht gewinnen neue Untersuchungsmethoden im Sinne bildgebender Verfahren, wie z.

In der Folge sollen in gebotener Kürze und Verkürzung einige prägnante Entwicklungen vorgestellt werden. Die Ergebnisse ihrer Untersuchungen mit Kokain, Amphetaminen und mit Nahrungsaufnahme bei Fettleibigen und Kontrollpersonen sprachen dafür, dass die Ausstattung des dopaminergen Systems die Bereitschaft zu exzessiven Erfahrungen bedingt, und dass die Dichte an Dopaminrezeptoren in einer bestimmten Region des Gehirns der entscheidende Faktor ist, ob Abhängigkeit entsteht oder nicht.

Dabei ist sie bemüht, darauf hinzuweisen, dass der Umstand, dass die gleichen Hirnregionen die orbitofrontale Rindenregion und das vordere Zingulum für süchtiges Verhalten und zwanghaftes und impulsives Verhalten verantwortlich zeichnen, nicht bedeutet, dass die beiden Störbilder eine Einheit repräsentieren oder miteinander vergleichbar seien.

Interessant ist, dass in Volkows Theorie die alte psychiatrische Krankheitsdefinition reproduziert wird.

Wie einst Erlenmayer meint auch sie, dass nicht die sichtbaren Phänomene des Drogengebrauches und der exzessiven Verhaltensweisen die Krankheit konstituieren: Die Rolle des Azetylcholin Der Bedeutung des Botenstoffes Azetylcholin für abhängiges und exzessives Verhalten widmet sich ein Forscherteam in der experimentellen Psychiatrie in Innsbruck.

Im Kontext der Forschung zu Dopamin ergab sich bei Rattenexperimenten als Zufallsbefund, dass offenkundig in den Initialphasen der Sucht nicht Dopamin, sondern Azetylcholin der fatal wirksame Transmitter ist, wobei die Azetylcholinausschüttung spezifisch für Drogeneffekte zu sein scheint.

Die gezielte lokale Blockade der Acetylcholin-Rezeptoren im Kerngebiet des Nucleus accumbens konnte nur den Verstärkereffekt der Drogen, nicht aber den von Futter, bremsen. Mit dem neuen Suchtmodell verbundene therapeutische Vorstellungen Aus dem Kreis der neurowissenschaftlichen Forschung werden Vorstellungen über die Entwicklung suchtspezifischer therapeutischer Interventionen auf Basis neurowissenschaftlicher Erkenntnisse generiert.

Dabei wird darauf hingewiesen, dass die Erkenntnisse über die molekularen Verhältnisse, die der Sucht zugrunde liegen, imstande sein sollten, ein Umdenken einzuleiten, und neue Techniken, das abhängige Verhalten zu durchbrechen, ermöglichen sollten. Gemeint ist damit eine medikamentöse Manipulation der pathophysiologischen Verhältnisse. Zu diesen Aufgaben zählt die Optimierung der neuronalen Kommunikationsabläufe zwischen bestimmten Regionen des Gehirns, sowie ein steuernder Einfluss auf jene Prozesse, die Craving, konditionierte Reaktionen oder die Einschränkung beziehungsweise den Verlust der Hemmungsfunktion auslösen.

Derartige Arzneimittel könnten — nach der Vorstellung von Volkow — auch in kombinierten Behandlungskonzepten, etwa in Kombination mit kognitiver Verhaltenstherapie, zum Einsatz kommen. Neue Erkenntnisse in der psychopathologischen Bewertung der Suchtphänomene In der psychopathologischen Forschung haben sich keine umwälzenden neuen Erkenntnisse ergeben.

Man kann diese Neuorientierung aber nicht als neue Erkenntnis heranziehen, um den Krankheitswert der Abhängigkeit neu zu definieren, obwohl die Frage der Komorbidität bei den stoffungebundenen Abhängigkeiten von zentraler Bedeutung für klassifizierende Vorstellungen ist. Bewertung des aktuellen Erkenntnisstandes 5. Der Zustand und die Bedeutung der neurobiologischen Suchtforschung Die vorhin zitierten Forschungsergebnisse könnten zur Annahme verleiten, dass der Suchtmechanismus geklärt ist: Azetylcholin vermittelt den Lernprozess, der das süchtige Drogenbedürfnis steuert Crespo et al.

Das 33 Alfred Springer Suchtgedächtnis letztlich scheint den hartnäckigen Charakter der Abhängigkeit und die Rückfallneigung zu erklären. Wenn es der Forschung tatsächlich gelungen wäre, alle Unklarheiten bezüglich des Wesens der menschlichen Süchtigkeit und der Suchtkrankheiten zu beseitigen, dann wäre es tatsächlich an der Zeit, den Süchten aller Art einen eigenen Platz im psychiatrischen Krankheitskatalog einzuräumen.

Aber leider lässt sich das oben angedeutete, in sich geschlossene, Suchtmodell nicht aufrechterhalten. Auch handelt es sich bei der Forschung mit bildgebenden Verfahren bei exzessiven Verhaltensstörungen um ein sehr junges Forschungsgebiet, weshalb Bedacht darauf zu nehmen ist, dass die Ergebnisse vorsichtig interpretiert werden, da die vorliegenden Daten noch nicht umfangreich genug sind, um eindeutige Aussagen treffen zu können.

Auch muss noch abgeklärt werden, ob die Befundlage ausreichend spezifisch ist Pujol et al. Insofern könnte die Auffassung sogar als konzeptueller Rückschritt angesehen werden. Zuletzt ist noch darauf hinzuweisen, dass etliche der Spekulationen zum Suchtmodell auf Ergebnissen von Tierexperimenten beruhen. Übertragbarkeit derartiger Befunde auf menschliche psychische Verhältnisse besteht bislang kein ausreichender Konsens. Und dieser Funktionszustand wieder soll eine Störung der Impulskontrolle bewirken.

Ganz in diesem Sinn möchte Volkow zwar, dass bestimmte Spielarten exzessiven Verhaltens von besonderem Schweregrad als Geisteskrankheiten gelten sollen und schlägt vor, das exzessive Essverhalten analog zum pathologischen Spielverhalten zu klassifizieren, will aber vermeiden, dass generell stoffungebundene Süchte als psychiatrische Krankheit angesehen werden sollen.

Volkow hat diese Argumentation aufgegriffen, als sie ausführte, dass die Aufnahme bestimmter Formen exzessiver Nahrungsaufnahme ins DSM Verständnis für den Krankheitscharakter des Verhaltens wecken und den therapeutischen Zugang erleichtern könne. Allerdings meint dann Musalek auch, dass mit dem Bekenntnis zur Notwendigkeit der Kategorien — aus letztlich gesundheitspolitischen und ideologischen Gründen — keineswegs verbunden ist, dass die davon abhängige Gestalt der Diagnostik ausreicht, einen zielführenden Umgang mit Suchtkranken, gute Prognostik und geeignete Therapiekonzepte zu garantieren.

Zur Bewertung dieser Risken ist es notwendig, die konzeptuelle Basis der Krankheitszuschreibung zu berücksichtigen. In der aktuellen Situation ist das Konzept, das am ehesten auch ein Krankheitsmodell anzubieten scheint und insofern der Begründung einer neuen Klassifizierung dienen kann, das neuropsychologische Konstrukt des Suchtmodells, das mit dem Prozess der süchtigen Entwicklung eine dauerhafte neurostrukturelle Veränderung des Gehirns junktimiert.

Da Krankheitszuschreibungen und ihre Festschreibung in diagnostischen Manualen weitreichende therapeutische Implikationen haben können vgl. Kemper , sind aufgrund dieser theoretischen Verankerung mit der Festschreibung der nichtstoffgebundenen Süchte als Kategorie psychischer Krankheit, Probleme auf der theoretischen, der praktischen und der ethischen Ebene zu befürchten. In ihnen wird nicht berücksichtigt, dass es eventuell noch verfrüht ist, aus den Forschungsergebnissen derart weit reichende Vorstellungen über gezielte medikamentöse Eingriffe abzuleiten.

In ethischer Hinsicht ist zu diskutieren, inwieweit die biologistische Konzeption nicht geeignet ist, neue Formen von Stigmatisierung zu generieren, die auf einer Privatisierung der Suchtphänomene und der Pathologisierung und Medikalisierung adaptiver neuronaler Vorgänge und psychodynamischer Prozesse beruhen. Schlussfolgerung Werdenich und Padlesak sind in ihrem Handbuchartikel zum Schluss gekommen, dass von einer Klassifizierung der stoffungebundenen Abhängigkeit en unter Berücksichtigung des derzeitigen Standes der wissenschaftlichen Auseinandersetzung und unter Berücksichtigung der Art der diagnostischen Vorgangsweise, die durch das ICD oder das DSM-IV vorgegeben ist, abzuraten ist.

Ähnlich schlug Kemper in seinen Reflexionen zu dieser Thematik vor, aufgrund theoretischer Unklarheiten auf eine zwingende Kategorisierung exzessiven Verhaltens als Sucht zu verzichten. Insbesondere sollte, aufgrund des derzeitigen Kenntnisstandes zu den verschiedenen zusammenwirkenden Ursachen bei der Suchtentstehung, der individuellen Betrachtung des Betroffenen der Vorrang gegenüber einer Einheitsdiagnose gegeben werden. Diese 37 Alfred Springer Auffassung scheint nach der kritischen Revision des Kenntnisstandes durchaus gerechtfertigt, versteht sich aber, bedenkt man die Positionierungen der Suchtexperten, nicht von selbst und muss entsprechend begründet werden.

Wie vorhin aufgezeigt, gilt als wichtigste Begründung der Verfechter einer Neuordnung der Suchtdiagnostik, die Annahme, dass damit der Krankheitscharakter der Sucht ins Bewusstsein gerückt wird und dadurch wieder der Zugang zur Therapie erleichtert wird. Diese Bedeutung ist eventuell in diesem Diskurs überschätzt. Die Krankheitszuschreibung hat noch nie entstigmatisierend gewirkt, sondern lediglich den Fokus der Stigmatisierung verschoben.

Man sollte vielleicht korrigieren: Damals schlug ich vor, dass man diese Erkenntnisse mit den Ergebnissen der psychodynamischen und der lerntheoretischen Forschung in Bezug bringen sollte, um zu einer Neubestimmung der mehrdimensionalen Suchttheorie zu gelangen.

Dabei war mir — ausgehend von meinem psychodynamischen Grundverständnis — wichtig, darauf hinzuweisen, dass sich aus einer derartigen Neubestimmung Implikationen für die therapeutischen Zielvorgaben ergeben könnten. In diesem Kontext müssten auch die therapeutischen Vorstellungen, die aus der neurowissenschaftlichen Forschung generiert werden, diskutiert werden und ihr Wert und Rang innerhalb des Spektrums therapeutischer Angebote definiert werden.

Nur auf diesem Weg kann ein neues Suchtmodell entstehen, das neue Erkenntnisse bewertet und berücksichtigt, nicht aber gleichzeitig einen Verzicht auf sich als brauchbar und notwendig erwiesene Konzepte mit sich bringt, den Blick auf die Bedeutung der Sucht im Einzelfall verstellt und insgesamt eine radikale Einschränkung der Komplexität des Umganges mit den Suchtphänomenen bewirkt.

Dieser Diskurs ist leider bisher erst ansatzweise zu orten. Kemper führt aus, dass man sowohl bei der Bewertung exzessiv erscheinenden Verhaltens als auch um zu sinnvollen Therapieentscheidungen 39 Alfred Springer zu gelangen, nicht auf eine differenzierte und differenzierende diagnostische Vorgangsweise verzichten kann. Wanke K, Bühringer G Hrsg.

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Nature Neuroscience ; 8: Am J Psychiatry 5: Handbuch der klinisch-psychologischen Behandlung, 2. Aufriss zum Problem Glück — Spiel — Sucht: Sehr wahrscheinlich wird in den Gehirnen unterschiedlicher Menschen je nach individueller Vulnerabilität die entsprechende emotional modifizierte Lerngeschichte in verblüffend ähnlicher Weise verarbeitet und abgespeichert.

Hier werden Informationsverarbeitungs-, Entscheidungs- und Gedächtnisprozesse als syndromkonstituierende Mechanismen für individuell gelerntes süchtiges Verhalten angesehen Böning , Vor allem Kellermann und Meyer und Bachmann haben aufgrund empirisch-klinischer Erfahrungen eine pragmatische, aber keineswegs immer geradlinig verlaufende, dreiteilige Stadieneinteilung in der Entwicklung einer behandlungsbedürftigen Glücksspielsucht abstrahiert, wobei das Geschehen auf jeder Stufe stecken bleiben kann.

Gemeinsamkeiten stoffgebundener und nichtstoffgebundener Süchte Deshalb muss gerade die sog. Die Gemeinsamkeiten sind jedenfalls wesentlich ausgeprägter und die Unterschiede weitaus geringer, als viele Kritiker dieses Konzeptes glauben.

Dieses Argument trifft auch auf die klinische Beobachtung zu, dass sowohl der Zusammenhang zwischen Stress bzw. Stresserleben Friedland et al. Auch das signifikant erhöhte Auftreten von traumatischen — und selbstverständlich auch neuroplastisch früh in noch reifenden Gehirnen engrammierten — Kindheitserlebnissen bei pathologischem Glücksspielverhalten Scherer et al. Psychophysiologie, Bildgebung und neuronales Verhalten Weiterhin deuten verschiedene neuropsychologische und neurokognitive Befunde sowie aktuelle Forschungsergebnisse psychophysiologischer Studien Grüsser ; Crockford et al.

Vorerst handelt es sich nur um wenig spezifisch aussagefähige, da nur relativ grobe Vorher-Nachher-Vergleiche in den gemessenen Hirnaktivierungsmustern. Da mentale Prozesse ihrer Natur nach bisher nicht separierbar sind, lassen sich in den Untersuchungen z. Aufmerksamkeits-, Wahrnehmungs- und Gedächtnisfunktionen nicht eindeutig voneinander trennen.

Allerdings zeichnet sich immer deutlicher eine Konsistenz zwischen bestimmten neuroanatomischen Arealen und einzelnen Hirnfunktionen ab. Denn gerade die Verbindungen zwischen Mandelkernen und frontalem Kortex sorgen beim Menschen für die Regulation und Kontrolle von Emotionen, worauf entsprechende Befunde der Bildgebung hinweisen Spitzer Mechanismen der Entstehung und Aufrechterhaltung süchtigen Verhaltens Als hochkomplexe Kommunikationszentrale zwischen innerorganismischem Mikrokosmos des Individuums und seinem Makrokosmos im sozialen Feld sowie in der Funktion als initial personale Entscheidungsinstanz stellt sich folgende Frage: Unser Gehirn ist nämlich einerseits ein entwicklungsgeschichtlich sehr altes und instinktgeleitetes z.

Dies gilt insbesondere für die phylogenetisch jüngere Fähigkeit zum Lustgewinn Ploog Deshalb können sich alle emotional-affektiv getönten Erfahrungen und Kognitionsstile aus dem Alltag einer Suchtbiografie durch gezielte Beeinflussung einseitig exzessive Belohnung verhaltensspezifischer neuronaler Regelkreise als nicht mehr löschbare Erinnerungsprogramme, bis hin zu einem jeweils individuell geprägten Suchtgedächtnis Böning , , , , einschleifen.

Die belohnende sowie stress- und gefühlsreduzierende Wirkung der Befindlichkeitsmanipulation durch ein Suchtmittel oder eine exzessive Handlungswiederholung wird in bestimmten — im Verlauf einer Suchtentwicklung dann alltäglichen — Situationen gelernt und erinnert. Diese gefühlsregulierende Funktionsweise verankert sich fest in den Kognitionen und somit auch in den Grundannahmen z.

Alternative Verhaltensweisen, um Gefühle zu regulieren z. Stressverarbeitungsstrategien fallen ungenutzt dem Vergessen anheim bzw.

Durch die einseitig richtunggebende Bedeutung wird das exzessive süchtige Belohnungsverhalten zur wichtigsten Aktivität des Betroffenen und dominiert Denken, Gefühle und übriges Verhalten Böning und Grüsser-Sinopoli Neurobiologische Lernprozesse Es werden verschiedene Arten des Lernens diskutiert, wobei diese natürlich auch auf die formbare neuronale Plastizität treffen.

Neben dem Lernen am Modell z. In zahlreichen Untersuchungen aus den letzten Jahren spielen insbesondere zwei Arten des Lernens — die klassische und die operante Konditionierung — eine wesentliche Rolle, um die zugrunde liegenden Mechanismen einer süchtigen Entwicklung zu erklären. Nachdem das süchtige Verhaltensmuster ausgeführt wurde, wirkt der angenehme Suchtmitteleffekt oder der entsprechende Handlungseffekt z.

Euphorie belohnend — also positiv verstärkend — auf das Verhalten. Damit steigt die Wahrscheinlichkeit, dass dieses gelernte Verhalten auch wiederholt wird.

Wenn nun Entzugserscheinungen oder Anspannungs50 Neurobiologie der Glücksspielsucht zustände, als unangenehme Situationen, vermieden oder beseitigt werden, wirken diese ebenfalls nun aber negativ verhaltensverstärkend.

Das Entscheidende bei diesem Konditionierungsmodell ist aber, dass hierfür die Funktionsweise des evolutionär sehr alten vorwiegend dopaminerg gesteuerten mesolimbo-kortikalen Belohnungs- bzw. Verstärker- und Motivationssystems die neurobiologische Basis abgibt. Für das Gehirn ist es zunächst nicht von Bedeutung, ob sich bei diesen Konditionierungsvorgängen ein sinnvolles, oder ein letztlich krankhaftes Verhalten entwickelt. Es registriert lediglich, dass sich das für eine Verhaltensstabilisierung verantwortliche neurobiochemische Gleichgewicht im System wieder eingestellt hat.

Klassische Konditionierung Das Modell der klassischen Konditionierung hat ebenso mit dazu beigetragen, die Entstehung des Suchtverhaltens zu erklären, insbesondere aber auch die Mechanismen des Rückfalls z. So können zuvor neutrale Reize z. Die Art der erlernten Reaktion kann gegensinnig, aber auch gleichsinnig sein.

Süchtige Glücksspieler beschreiben, z. So kann der Anblick eines Sportereignisses, einer Jackpotzahl, eines Kartenspiels oder das Klimpern von Jetons bei einem süchtigen Spieler einen dem 51 Jobst Böning und Sabine Grüsser-Sinopoli Suchtmittelverhalten gleichsinnigen, also euphorisierenden und positiv erregenden Zustand auslösen.

Oder er vermag einen der Wirkung gegenläufigen kompensatorisch vorbereitenden Zustand, z. Unabhängig jedoch von der Richtung und der Art der erlernten Reaktion, entsteht ein erlernter konditionierter motivationaler Zustand, der das Verlangen nach einem Suchtmittel oder einer potenten Suchthandlung auslöst und zum erneuten Suchtverhalten motiviert.

Es ist also ein Zusammenhang zwischen den erlernten Stimuli z. Anblick des Spielautomaten und einer erhöhten Rückfallgefährdung in das alte Suchtverhalten zu sehen. Erschwerend kommt hinzu, dass das durch die Stimuli ausgelöste Verlangen kaum der bewussten Verarbeitung zugänglich ist.

So kann es, z. Für alle Glücksspielarten können z. Nicht anders ist nämlich zu erklären, dass z. Erworbenes Suchtgedächtnis als Teil des autobiografischen Gedächtnisses Zentrales Merkmal jeder Sucht ist der erworbene irreversible Kontrollverlust über eigenes Erleben und Verhalten im Sinne einer nichthomöostatisch eingeschränkten motivationalen Verhaltensvariabilität, was insbesondere auf Prozessen der klassischen Konditionierung an Hinweisreize beruht Birbaumer und Schmidt Neurobiologische Grundlage dafür ist der Verlust neuronaler Plastizität mit der möglichen Konstituierung eines Suchtgedächtnisses.

Vergleichbar zur empirisch-klinischen Akzeptanz eines inzwischen auch grundlagenwissenschaft lich begründbaren Schmerzgedächtnisses Sandkühler und Angstgedächtnisses Ledoux sind offenbar motivational verstärkte Lernprozesse auch an der Entstehung eines individuellen Suchtgedächtnisses beteiligt Einzelheiten bei Böning Dabei werden Anteile des frontalen Kortex orbitofrontaler und dorsolateraler präfrontaler Kortex , das rostrale Cingulum, Hippocampus und die Amygdala, die Insula sowie das ventrale und dorsale Striatum am konstantesten als aktivierbare und miteinander agierende Regionen genannt.

Insgesamt gilt dies für alle Suchtformen und wohl auch für andere menschliche Verhaltensweisen. Aufgrund eines tierexperimentellen Modells Bonson et al. Dagegen soll das rostrale Cingulum wesentlich verantwortlich sein für die Verknüpfung gegenwärtiger Umweltstimuli mit emotional positiv gefärbten Erinnerungen früherer Erfahrungen. Der frontale Kortex ist indes für Handlungsplanung sowie für Gewichtungs-, Bewertungs- und Abwägungsprozesse von Bedeutung Bonson et al.

Im Zuge der suchtfördernden Prozesse der klassischen und operanten Konditionierung kommt es dann zu den entscheidenden neuronalen Veränderungen im ventralen und dorsalen Striatum. Da gerade aus evolutionärer Sicht bei diesem Geschehen bei Mensch wie Tier homologe — und in der Evolution nicht veränderte — Funktionsmechanismen im Gehirn zugrunde liegen, sprechen diese Befunde für die zwar oft bei stofflichen Süchten gemeinsame, aber prinzipiell getrennt voneinander ablaufende Entwicklung, einer physischen und psychischen süchtigen Verhaltensabhängigkeit.

Demzufolge kann auch ein derart charakterisiertes Suchtgeschehen als eine chronische, mit Rückfällen einhergehende Funktionsstörung des menschlichen Gehirns gesehen werden Leshner Rückfälle haben unseres Erachtens also zwingend etwas mit dem Suchtgedächtnis zu tun, das durch drei Grundkonstellationen des Erlebens aktivierbar ist: Es ist nach Markowitsch ein biokulturelles Relais zwischen Individuum und Umwelt, wobei die Erlebnisse der eigenen Autobiografie mit klarem Raum- und Zeitbezug abgespeichert werden.

Als ein wesentliches funktionell-anatomisches Hirnkorrelat wird der linke Präfrontalkortex angenommen. Dieses autobiografische Gedächtnis steht also auch für erfahrungsgesteuerte zwischenmenschliche Erinnerungen. Als zentraler Anteil unserer Persönlichkeit macht es damit den Kern unseres Ichs aus, ist dynamisch veränderbar, aber gleichzeitig auch fragil Markowitsch Oft entscheidet eine emotionale Komponente mit darüber, ob Informationen überhaupt aufgenommen werden und später durch entsprechend verstärkte Stimuli aus dem episodischen Gedächtnis wieder aktivierbar sind.

Bei der Konstituierung eines postulierten Suchtgedächtnisses sind aber offensichtlich noch zwei bzw. Diese manifestieren sich beim Erlernen einer prozeduralen Fertigkeit, beim sog.

Priming Bahnung und Erwartung im Rahmen der klassischen und operanten Konditionierung und dem perzeptuellen Gedächtnis, das sich auf das Wiedererkennen von Reizen aufgrund von Familiaritäts- und Bekanntheitsurteilen bezieht. Beide Systeme stehen offenbar für eine bessere Wiedererkennungsleistung von zuvor unbewusst Wahrgenommenem aufgrund von perzeptuellen Fragmenten Pritzel et al. Diese Prozesse laufen weitgehend unabhängig vom bewuss56 Neurobiologie der Glücksspielsucht ten Reflektieren ab, steuern das Verhalten implizit und stehen somit für erleichtertes Erinnern von ähnlich erlebten Situationen oder früher wahrgenommenen Reizmustern vgl.

Markowitsch und Welzer Aus all diesen beschriebenen grundlagenwissenschaftlichen Hinweisen und insbesondere aus empirisch-klinischer Erfahrung wird auch für die Krankeitsentität der Glücksspielsucht verständlich, warum einem, von der molekularen Trägerebene, über die neuronale Musterebene bis zur psychologischen Bedeutungsebene im episodischen Gedächtnis und damit zum Bestandteil der Persönlichkeit gewordenen, Suchtgedächtnis therapeutisch so schwer beizukommen ist Böning , , So werden die mit einer Glücksspielsucht assoziierten Lernprozesse nachhaltig gespeichert und können auch noch nach jahrelanger Abstinenz bei fehlendem Aufbau alternativer belohnender Verhaltensweisen in bestimmten Situationen wieder aktiviert werden.

Auch die Komorbidität zu anderen Störungen ist wenigstens 57 Jobst Böning und Sabine Grüsser-Sinopoli zum Teil von genetischen Faktoren abhängig, die jede dieser Störungen beeinflussen. Dies nicht im persönlichkeitspsychologischen Sinne, sondern als Kombination von teilgenetisch determinierten Personenmerkmalen, wie z. Die hieraus abgeleitete Anfälligkeit gegenüber einem erhöhten Spielsuchtrisiko wurde mit dem Impulsstörungskonzept in Zusammenhang gebracht. Dieses molekulargenetisch gestützte Perez des Castro et al.

So haben Grüsser et al. Integratives Vulnerabilitäts-Stress-Modell pathologischen Glücksspiels Analog zur stressinduzierten Rückfallgefahr im Kontext des Suchtgedächtnisses konnte gezeigt werden, dass ein im zeitlichen Zusammenhang nicht nur mit der Drogeneinnahme stehendes erhöhtes Stresserleben einerseits die Sensitivierungsprozesse in mesolimbischen dopaminergen Strukturen verstärkt und 58 Neurobiologie der Glücksspielsucht andererseits diese Sensitivierungsprozesse wiederum zu einer erhöhten Stressvulnerabilität führen.

Dies könnte erklären, warum Suchtentwicklung, Drogen Handlungs verlangen und Rückfälle v. Die fehlende Aufarbeitung dieser Ursachen verschlimmert sich weiter im Laufe der Zeit und wirkt — da kurz vorher dem Glücksspiel präsent und an das Verhalten assoziiert — wiederum auch als erlernter konditionierter Reiz mit Motivierung zum erneuten Glücksspiel.

Entsprechend gibt es auch ein integratives Vulnerabilitäts Verletzlichkeits Stress-Modell für die Entstehung und Aufrechterhaltung der Glücksspielsucht. In diesem Modell werden verschiedene kognitive, lerntheoretische, physiologische Bedingungsfaktoren berücksichtigt Sharpe Diese genetische Vulnerabilität bedingt wiederum psychische Auffälligkeiten. Weiterhin gelten auch frühkindliche Erfahrungen und unzureichend entwickelte oder fehlende Bewältigungs- bzw. Problemlösefähigkeiten, Substanzgebrauch oder das Auftreten lebenskritischer bzw.

Sie können den Kontrollverlust über ein einmal etabliertes Glücksspielmuster begünstigen, das mit der zunehmenden Häufigkeit des Glücksspiels immer automatisierter und eigendynamischer abläuft. Mit der fortschreitenden Bindung an die Glücksspielaktivität korrespondiert eine Zunahme sozial eingrenzender Reaktionen. Dies führt aufgrund der verinnerlichten Ambivalenz zu Schuld- und Schamgefühlen, die weiterer Motor der Suchtentwicklung sind Orford Der Ausstieg In dieser sich zunehmend verselbstständigenden und inzwischen auch neurobiologisch dimensionalisierten Psychopathologie glücksspielsüchtigen Verhal59 Jobst Böning und Sabine Grüsser-Sinopoli tens, und angesichts der Orientierung an den kurzfristig positiven Konsequenzen unter Vernachlässigung der langfristigen Nachteile, kann sich der ständige Kreisprozess von Schuld- und Schamgefühlen weiter über Jahre erstrecken.

Erst wenn die sozialen, psychischen und körperlichen Kosten den subjektiven Nutzen überwiegen und der Leidensdruck stark genug ist, ist der Glücksspielsüchtige endlich bereit, sein süchtiges Verhalten mit fremder Hilfe zu verändern Petry Resumee Zusammenfassend sind hinreichend klinisch-psychopathologische, empirische und grundlagenwissenschaftliche Argumente ätiopathogenetischer Wirkmächtigkeit dafür an die Hand geliefert worden, dass bei vulnerablen Individuen mit exzessiv belohnungssuchendem Spielverhalten sich unter bestimmten Konstellationen eine Krankheitsentität Glücksspielsucht entwickeln kann.

Sie besitzt als der klassische Prototyp einer Verhaltenssucht alle Wesensmerkmale einer echten nichtstoffgebundenen Suchterkrankung. Glück — Spiel — Sucht: Versuchungen offenbar den anthropologischen Hintergrund ab für einen fakultativ fehlgeschlagenen Lebensentwurf mit dem Resultat einer Krankheit Glücksspielsucht Böning Plutchik R, Kellermann N eds.

Emotion theory, research and experience, vol 3. Ausdruck und Folgen einer suchtspezifischen Besinnungsstörung. Riederer P, Laux G Hrsg. Neuro-Psychopharmaka, Bd 6, 2. Arch Gen Psychiatry Int J Neuropsychiatric Med 3: Drug Alc Depend J Personal Soc Psychol Neuland, Hamburg Gordon NS et al. Brit J Addiction Wenn Glücksspiele Leiden schaffen. Cyber Psychology Behav Ihre mögliche Bedeutung für die Theorie und Therapie von Zwangsspektrumsstörungen. Impulskontrollstörungen — Nichtstoffgebundene Abhängigkeiten — Zwangsspektrumsstörungen.

Arch Psychaitry Clin Neurosci Suppl 5: Hirnorganische Grundlagen und biosoziale Entwicklung. Addition ip Mumford D On the computational architecture of the neocortex. Hogrefe, Göttingen Petry NM Should the scope of addictive behaviors be broadened to include pathological gambling? Trends in Pharmacol Sciences Das Verhältnis der Psychiatrie zu ihren Nachbardisziplinen. Sem Clin Neuropsychiatry 6: Addict Res Theory Warum es so schwierig ist, sich und andere zu verändern. J Nerv Ment Dis J Gambling Studies Clin Psycho Rev Hinweise aus tierexperimentellen Untersuchungen.

J Psychiat Neuroscience Psychiatrie der Gegenwart, Bd. Tiefenpsychologie der Hand lung. Klin Psychol Psychother Behav Brain Res Twin Res Hum Genet Die beiden Klassifikationssysteme ordnen das Pathologische Glücksspielverhalten den Störungen der Impulskontrolle zu. Die diagnostischen Leitlinien sind in beiden Klassifikationssystemen unterschiedlich ausführlich.

Die auf der kognitiven, emotionalen, sozialen und auf der Verhaltensebene beschriebenen Symptome, wie das Kontrollverlustphänomen, Toleranzentwicklung Steigerung der Einsätze , Entzugserscheinungen Unruhe und Gereiztheit beim Versuch, das Spiel zu kontrollieren, einzuschränken oder auf67 Malgorzata Zanki und Gabriele Fischer zugeben oder die Fortsetzung des Verhaltens trotz starker negativer Konsequenzen illegale Handlungen zur Finanzierung des Spielens, Gefährdung oder Verlust wichtiger Beziehungen, von Arbeitsplatz und Zukunftschancen , erinnern sehr stark an Kernmerkmale der substanzgebundenen Abhängigkeit.

Die Leitlinien von ICD sind weniger präzise, sie berücksichtigen lediglich spielbedingte negative Konsequenzen auf der sozialen Ebene, wie Verarmung, gestörte Familienbeziehungen und Zerrüttung der persönlichen Verhältnisse.

Die Diskrepanz zwischen nosologischer Klassifikation des Pathologischen Glücksspielverhaltens als Impulskontrollstörung, bei gleichzeitiger Operationalisierung als Abhängigkeit, erschwert die inhaltliche Ableitung eines klaren Behandlungskonzeptes für das Störungsbild Grüsser et al.

Neben der Zuordnung zur Impulskontrollstörung Dilling et al. Die nächste Hürde in der Diagnostik der Glücksspielsucht bilden die Ausschlusskriterien. Im ICD wird differenzialdiagnostisch die Diagnose für Pathologisches Glücksspielverhalten bei manischen Patienten und bei Personen mit antisozialer Persönlichkeitsstörung ausgeschlossen, da es in diesen Fällen lediglich ein Symptom einer anderen Störung darstellt. Die diagnostischen Kategorien für Pathologisches Glücksspielverhalten im Rahmen der Impulskontrollstörung werden als unbefriedigend empfunden Bühringer , die Diagnosestellung selbst ist wegen der zu berücksichtigenden Differenzialdiagnose komplex Bühringer et al.

Intrapsychische Prozesse, wie Selbstwertproblematik, emotionale Störungen, Auffälligkeiten der Persönlichkeitsentwicklung und kognitive Verzerrungsmuster, die für die Entstehung und Aufrechterhaltung des süchtigen Verhaltens mitverantwortlich sind, werden nicht erfasst Petry In der Kontroverse über die Einordnung der Glücksspielsucht als Suchterkrankung, Zwangsspektrumsstörung oder Impulskontrollstörung geht es nicht nur um eine theoretische Problemstellung.

Im Vordergrund steht die Frage nach alternativen Behandlungsstrategien. Die Beantwortung dieser Frage fällt gleichzeitig mit der Entscheidung für einen entsprechenden Behandlungsrahmen zusammen. Diagnose — Komorbidität — Behandlung Die Reduzierung der Glücksspielsucht auf eine Störung der Impulskontrolle kann verhindern, dass geeignete Elemente aus der Behandlung suchtkranker Patienten in der Therapie eingesetzt werden Potenza ; Meyer und Bachmann ; Bühringer ; Petry Sowohl die Diagnosestellung als auch die Betrachtungsweise, wie es zu der Entwicklung der Störung gekommen ist, beeinflussen die Behandlung.

Die Erreichung eines Konsensus über die Klassifikation des Glücksspielverhaltens als einer Suchterkrankung und eine erhöhte Aufmerksamkeit auf die mögliche Komorbidität stellen wichtige Voraussetzungen für die Entwicklung von adäquaten Therapieformen dar. Genese und Verlauf der Spielsucht Die Suchtentwicklung unterliegt einem dynamischen Prozess, der sich auf einem Kontinuum, vom Gebrauch über Missbrauch bis zur Abhängigkeit bewegt.

Biologische, psychologische und soziale Faktoren bedingen eine individuelle Vulnerabilität, die als Prädisposition betrachtet werden kann. Die Ursachen für stoffgebundene und stoffungebundene Abhängigkeit sind weitgehend vergleichbar. Im Gehirn laufen ähnliche biochemische Prozesse ab, die den Weg in das süchtige Verhalten bis zum totalen Kontrollverlust leiten. Die aktuellen psychophysiologischen Befunde von bildgebenden Verfahren fMRT veranschaulichen eindrucksvoll die angenommene Parallelität zwischen Substanzabhängigkeit und Pathologischem Glücksspielverhalten Reuter et al.

Als prädisponierende Faktoren werden folgende Aspekte in der Literatur diskutiert: Die Erfassung dieser Bereiche hilft, die Funktionalität des Glücksspielens zu verstehen. Im weiteren Verlauf wird es durch depressive Stimmungen angetrieben und durch das starke Verlangen, diesen Zustand zu überwinden. Für den Spieler verdichtet sich das ganze Leben auf das Spiel, als einzig wahre Realität.

Alles andere wird als Störung empfunden. Das soziale Umfeld verliert immer mehr an Bedeutung. Er leidet unter Spannungszuständen, Angstzuständen, bis zu Schlafstörungen. Er ist ein Gefangener seines Spielsuchtverhaltens. Der Spieler hat keine Kontrollfähigkeit, seine Handlungen zu reflektieren, Entscheidungen zu treffen und zwischen Verhaltensalternativen zu wählen.

Sein gesamtes Verhalten und Erleben konzentriert sich auf das Glücksspiel Petry Meist dauert es Jahre, bis sich ein Spieler seine Krankheit eingesteht. Oft erst im Zustand der totalen psychischen Erschöpfung und des finanziellen Ruins wird professionelle Hilfe aufgesucht. Ein relativ hoher Anteil der süchtigen Glücksspieler, die hilfesuchend in die ambulanten oder stationären Institutionen kommen, ist zu diesem Zeitpunkt suizidal. Therapiebezogener diagnostischer Prozess Zur Urteilsbildung über die Schwere der Erkrankung können vielfältige Kriterien, wie z.

Eine therapiebezogene Diagnostik soll neben der mittels Erstinterview erfassten Anamnese der Glücksspielsucht und psychiatrischer Abklärung auch die Funktionalität des Glücksspielverhaltens Motive zum Glücksspiel, Wirkungen des Glücksspiels , und kognitive Variablen verzerrende Einstellungen, Attributionen, glücksspielspezifische Informationsverarbeitungsmechanismen einbeziehen Petry Die störungsspezifische Diagnostik der Glücksspielsucht befindet sich noch in ihren Anfängen.

Als Messinstrumente für Glücksspielverhalten haben sich Screeningverfahren bewährt, die das Vorhandensein und die Schwere der vorliegenden Problematik erfassen können Petry b. Der von Petry und 70 Pathologisches Glücksspielverhalten: Diagnose — Komorbidität — Behandlung Baulig Petry entwickelte Kurzfragebogen zum Glücksspielverhalten KFG orientiert sich an dem Phasenkonzept der Glücksspielsucht von Custer und Lesieur, das eine zunehmende Einschränkung der Wahlmöglichkeiten im Verlauf der fortschreitenden Involviertheit in das Glücksspielverhalten gut beschreibt Petry b.

Die Validität dieses Zugangs ist jedoch fraglich, weil ein Monat eine zu kurze Zeitspanne für eine genaue Einschätzung der Veränderungen in Bezug auf die glücksspielspezifische Problematik sein kann Petry Im Vordergrund der therapiebezogenen Diagnostik steht das klinische Interview, d.

Ein Erstinterview ist eine emotional belastende Situation für den Glücksspielsüchtigen, weil er sich den Lebensproblemen stellen muss, denen er mit Hilfe des Glücksspiels ausgewichen ist. Durch eine einfühlsame und behutsame Gesprächsführung wird eine schrittweise Annährung an die Spielproblematik angestrebt Petry Faktoren, die im Individualfall zur Entwicklung des süchtigen Glücksspielverhaltens geführt haben und im therapeutischen Prozess entdeckt werden, bestimmen die Inhalte im therapeutischen Vorgehen.

Die therapeutische Arbeit an den Faktoren der Genese verfolgt das Ziel, Ursachen für die Spielproblematik zu beleuchten, Verständnis für Zusammenhänge zu fördern und alternative Verhaltensweisen zum Glücksspielen zu entwickeln Meyer und Bachmann Die Anamneseerhebung orientiert sich an der lerntheoretisch begründeten Verhaltensdiagnostik und kognitiven Psychodiagnostik. Es wird die vorliegende Veränderungs- und Behandlungsmotivation eingeschätzt.

Im zweiten Schritt erfolgt eine weitergehende Erfassung der Funktionalität des Glücksspielverhaltens und damit verbundener verzerrender Informations71 Malgorzata Zanki und Gabriele Fischer verarbeitungsmechanismen, d. Kontrollillusionen, Kontrollüberzeugungen, verzerrte Bewertungen von Gewinn- und Verlustwahrscheinlichkeiten, kognitive Verarbeitung von Geldgewinnen und -verlusten sowie von Beinahegewinnen, Fehlattributionen und irrationale Denkweisen.

Die Aufgabe therapiebezogener Diagnostik ist, alle Problembereiche und Funktionalitäten der Spielsucht zu erfassen, um für den Einzellfall geeignete Methoden mit konkreten Therapiezielen und Veränderungsschritten auszuwählen Petry Komorbidität Zahlreiche Untersuchungen belegen, dass pathologische Glücksspieler häufig an komorbiden psychischen Erkrankungen leiden, und dass das Vorliegen von psychiatrischer Komorbidität wesentlich das Risiko für die Entstehung und Aufrechterhaltung des problematischen oder Pathologischen Glücksspielens erhöht.

Dabei divergieren die Angaben für das Auftreten komorbider Störungen sehr stark auseinander und lassen keine eindeutigen Schlüsse zu. Unter Glücksspielern werden vor allem Impulsivität als Persönlichkeitsmerkmal, Borderline, antisoziale, histrionische und narzisstische Persönlichkeitsstörungen diagnostiziert. Es wird vermutet, dass Pathologisches Glücksspielverhalten im Sinne einer Selbstmedikation zur effektiven, wenn auch inadäquaten, Gefühlsregulation zur Reduktion von Angstgefühlen bzw.

Erregungszuständen, zur Stressverminderung oder zur Unterdrückung von negativen Gefühlen eingesetzt wird. Die bisherigen Forschungsbefunde konnten aber nicht hinreichend klären, ob bestimmte psychische Auffälligkeiten bereits 72 Pathologisches Glücksspielverhalten: Diagnose — Komorbidität — Behandlung vor der Glücksspielsucht präsent waren, oder ob sie infolge der Glücksspielsucht entstanden sind Grüsser und Albrecht Die Diagnose der Komorbidität ist nicht nur wichtig für ein genaueres Verständnis der Psychopathologie des jeweiligen Patienten, sondern auch für eine umfassende Therapie.

Die Wechselwirkungen und Beeinflussungen zwischen Glücksspielsucht und komorbiden psychischen Störungen können den Krankheitsverlauf und die Behandlungsergebnisse negativ beeinflussen. Behandlungsschwerpunkte Eine multifaktorielle Genese und die Funktionalität der Glücksspielsucht sind im Behandlungskonzept zu beachten. Glücksspieler bilden keine homogene Gruppe, daher sollte sich die Behandlung idealerweise an den individuellen Bedürfnissen der Betroffenen orientieren.

Biopsychosoziale Aspekte, die die Entstehung und Aufrechterhaltung problematischen Glücksspiels beeinflussen, sollten Behandlungsschwerpunkte bestimmen. Als prädisponierende Faktoren werden psychosoziale Bedingungen z. Störungen des dopaminergen und serotonergen Systems werden mit Persönlichkeitseigenschaften, wie Impulsivität, in Verbindung gebracht und als ein erhöhtes Risiko für die Entwicklung eines problematischen Spielverhaltens diskutiert Meyer und Bachmann In diesem Zusammenhang richtet sich der Focus der Behandlung auf inadäquate Bewältigungsstile in Problemsituationen.

Eine verminderte Aktivierung des mesolimbischen Belohnungssystems bei pathologischen Spielern konnte nachgewiesen werden Reuter et al. Die Daten stützen die Annahme, dass der Spielsucht eine zu geringe Aktivierbarkeit des Belohnungssystems durch alltägliche Belohnungssituationen zugrunde liegt. Um das Belohnungssystem zu aktivieren, greifen die Betroffenen zu stärkeren Belohnungsreizen, wie z.

Eine Fehlfunktion des dopaminergen Systems kann die Wirkung des Spielens verstärken. Pharmakotherapie, die zur Behandlung der Fehlfunktion des dopaminergen und serotonergen Systems eingesetzt wird, scheint auch einen positiven Einfluss auf die Reduktion der Glücksspielsymptomatik zu haben Raylu und Oei ; Petry Aufrecht erhaltende Faktoren, wie z.

Im Rahmen individueller Therapiepläne wird durch Stärkung allgemeiner und rückfallspezifischer Kompetenzen die Veränderung des Lebensstiles gefördert Petry Die Behandlung sollte ressourcenorientiert verlaufen.

Der Schwerpunkt liegt darauf, in Anknüpfung an Ressourcen des Spielers, Problemlösungsstrategien auszuarbeiten, Copingfertigkeiten zu erlernen sowie die Eigenverantwortung des Spielers und seine Kompetenzen zu stärken Meyer und Bachmann Motivation Die ersten therapeutischen Bemühungen zielen auf den Aufbau der Motivation zu einer umfassenden Veränderung ab.

Den Veränderungsaufgaben werden ambivalente Gefühle entgegengebracht. Die Veränderung bedeutet Verzicht auf eine Lebensführung, die zwar massive negative Konsequenzen mit sich gebracht hat, aber gleichzeitig zum Lebenssinn geworden ist und noch immer mit Hoffnungen und guten Erinnerungen verbunden ist.

Der Spieler kommt bereits mit Erfahrungen von gescheiterten Versuchen, dem Verlangen zu widerstehen und sein Spielverhalten einzuschränken bzw. Es ist im Erstinterview von Bedeutung, die Erwartungen und Ziele des Spielsüchtigen zu erfahren, und ihm zu erklären, dass in der Therapie seine aktive Rolle auf der Suche nach Problemlösungsstrategien erwartet und unterstützt wird.

Auch die Krankheitseinsicht bildet, neben der notwendigen Motivation, eine wichtige Voraussetzung für die Therapie. Es macht keinen Sinn, mit dem Patienten an den Ursachen seiner Erkrankung zu arbeiten, wenn er sich nicht als behandlungsbedürftig erlebt und keine Krankheitseinsicht zeigt Meyer und Bachmann Therapeutisches Geld- und Schuldenmanagement Die massive Verschuldung eines Glücksspielers ist ein wesentliches Motiv, eine Behandlung aufzusuchen.

Verbesserung der finanziellen Situation ist eine relevante therapeutische Aufgabe. Das Geldmanagement umfasst zwei Aufgaben: Das therapeutische Grundprinzip des Geldmanagements besteht darin, die Selbstkontrolle und Selbstverantwortung bei Veränderung des finanziellen Verhaltens sowie des Umgangs mit bestehenden Schulden zu fördern. Eine Fremdkontrolle soll nur in einer Krisensituation im Sinne einer vorübergehenden Unterstützung stattfinden.

Die wesentliche therapeutische 74 Pathologisches Glücksspielverhalten: Diagnose — Komorbidität — Behandlung Strategie zur Veränderung des glücksspielspezifischen Umgangs mit Geld besteht darin, die im Laufe der Spielsucht eingetretene Geldentwertung — Geld als Spielgeld — stufenweise abzubauen.

Im Sinne eines therapeutisch geleiteten Lernprozesses werden detaillierte Haushaltslisten erstellt und Haushaltsanalysen durchgeführt. Der Glücksspieler muss lernen, dass er nicht über sein gesamtes Gehalt oder das gerade in der Brieftasche vorhandene Geld verfügen kann, sondern nach der Festlegung seiner festen und variablen Monatsausgaben nur über einen verbleibenden Restbetrag frei entscheiden kann Petry Ein möglicher Zugriff auf verfügbares Geld und der Besitz einer Bankomatkarte, bzw.

Daher müssen mit dem Betroffenen Lösungen ausgearbeitet werden, die darauf ausgerichtet sind, den Kontakt mit dem Bargeld auf ein Minimum einzuschränken. Trotz einer hohen Verschuldung, und daraus resultierenden geringen finanziellen Möglichkeiten, muss von Anfang an darauf geachtet werden, dass der Betroffene kleine Beträge an seine Gläubiger leistet und somit ein Zeichen der Verantwortungsübernahme für sein Spielverhalten setzt.

Der Patient lernt, dass eigene und fremde Bedürfnisse zu berücksichtigen sind, was in der aktiven Glücksspielphase nicht der Fall war. Das Gefühl für die eigenen Kompetenzen wird somit gestärkt Petry b. Abhängig vom Modell, das der Behandlung zugrunde liegt, gibt es hinsichtlich der Abstinenz bedeutende Unterschiede. Nach dem Suchtmodell wird abstinenzorientiert gearbeitet und vom Patienten sofortige Abstinenz, als eine Voraussetzung für den Therapiebeginn, gefordert.

Im Mittelpunkt steht die verhaltenstherapeutische Behandlung der zugrunde liegenden konfliktreichen Bedingungen, vor allem negative Befindlichkeit und Depressionen. Das Neurosemodell geht davon aus, dass das Spielen bei Personen unterschiedliche Funktionalitäten hat. Das Ziel ist Rückkehr in ein selbstbestimmtes Leben und das Erlernen von Stressbewältigungstechniken sowie der Umgang mit psychischen Belastungen Hand Zur Entstehung und Aufrechterhaltung der Suchterkrankung tragen entscheidend Lernprozesse und neurobiologische Vorgänge bei Grüsser et al.

Beispielsweise können der Anblick bunter Lichter, der Klang von fallenden Münzen oder die Erinnerung an Konfliktsituationen das Spielverlangen unbewusst auslösen.

Diese erlernten Reize bedeuten ein Rückfallrisiko. Neutrale situative Stimuli werden mit der positiven Wirkung verknüpft und werden zu konditionierten Auslösereizen. Der situative Effekt kann sehr lange anhalten und erklärt das Phänomen, dass es auch nach jahrelanger Abstinenz zu situativ ausgelösten Rückfällen kommen kann Grüsser et al. Bei der Entstehung der Spielgewohnheiten und Spielmuster wirken die Lernprozesse der operanten Konditionierung über die variabel und intermittierend auftretenden Gewinne, die als positive Verstärkung des Spielverhaltens aufgenommen werden.

Zusätzlich wird das Spielverhalten über negative Verstärkung aufrechterhalten bzw. Rückfälle bilden einen Bestandteil der Suchterkrankung und haben immer einen Aufforderungscharakter zur Reflexion und Analyse über auslösende innere und situative Reize. Typische Risikofaktoren, wie Langeweile, innere Unruhe, Misserfolge und alltägliche Konfliktsituationen, lassen sich als Vorbote eines Rückfalles herausarbeiten und rückfallspezifische Bewältigungsreaktionen einüben Petry b.

Wenn es im Rahmen der Behandlung gelingt, die wesentlichen Auslösereize zu erkennen und bewusst zu machen, kann der Betroffene in die Lage versetzt werden, diese Reize zu vermeiden oder durch Erlernen von neuen Verhaltensstrategien mit ihnen adäquat umzugehen. Je besser es im Zuge der Abstinenz gelungen ist, andere Verhaltensweisen in Risikosituationen einzusetzen, desto stabiler wird die Abstinenz Grüsser und Albrecht Selbstwertvermindernde Schuldgefühle sollten nach einem Glücksspielrückfall bearbeitet werden, um ein erneutes dauerhaftes Glücksspielverhalten zu verhindern Petry b.

Auch wenn das Abstinenzprinzip nicht das eigentliche Ziel der Behandlung ist, bildet es für fortgeschrittene Formen der Glücksspielsucht den notwendigen Rahmen, eine zufriedenstellende Lebensbewältigung zu gewährleisten.

Während der Behandlung sollte zunächst die vollständige Glücksspielabstinenz gefordert werden, um die Funktionalität des Glücksspielverhaltens erlebbar 76 Pathologisches Glücksspielverhalten: Diagnose — Komorbidität — Behandlung und analysierbar zu machen. Die Regierungen sind besorgt über die Besteuerung und ihre mangelnde Kontrolle über die Währung.

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Lassen Sie uns das aufschlüsseln, damit es leichter zu verstehen ist. Null-Wissensnachweise ermöglichen es auf sehr einfache Weise, dass eine Transaktion zwischen zwei Parteien stattfindet, bei der jede Partei in der Lage ist, sich gegenseitig zu verifizieren, dass sie auf einen bestimmten Satz vorhandener Informationen zugreifen kann, ohne jemals zu enthüllen, was diese Informationen sind.

Mit anderen Worten, es erlaubt Tom dem Spender , Sam dem Prüfer zu beweisen, dass eine Aussage wahr ist, ohne jemals die Informationen in ihrer Gesamtheit preiszugeben.

Tom kann Sam davon überzeugen, dass die Informationen existieren, und noch wichtiger, dass er auf diese Informationen zugreifen kann, ohne jemals zu enthüllen, was sie tatsächlich sind. Werfen wir einen Blick auf ein Beispiel, um es zu veranschaulichen:. Paul und Vick nähern sich beide einer mystischen Höhle, die hinten eine magische Geheimtür hat. Paul sagt Vick, dass er das geheime Passwort kennt, um die magische Tür an der Rückseite der Höhle zu öffnen, aber er will Vick oder sonst jemandem nicht sagen, was das geheime Wort eigentlich ist.

Vick glaubt Paulus nicht und bittet ihn, es zu beweisen. Die mystische Höhle hat nur zwei Pfade, A links und B rechts. Nach ein paar Minuten betritt Vick die Höhle und ruft Paulus zu. Paulus kennt das geheime Wort zu der magischen Tür auf der Rückseite der Höhle und kann von beiden Seiten auftauchen, egal was Vick wählt. Durch Zufall konnte Vick einen Weg wählen und Paulus erschien, was diese ganze Höhlengeschichte falsch machte.

Deshalb würde dies im Auftragstest der Gültigkeit mehrmals wiederholt werden, bis Vick überzeugt war. Nehmen wir an, sie haben diese Übung 15 Mal gemacht und alle 15 Mal kam Paulus vom richtigen Weg heraus. Bitcoin hat bereits die Akzeptanz des Mainstreams oder zumindest das Wissen erreicht, aber traditionelle Investoren wissen immer noch nicht, was mit dem Vermögenswert passiert.

Leider reicht es trotz Bitcoin, das es seit fast zehn Jahren gibt, nicht aus, eine Meinung zu bilden. Die zwischen dem Januar und dem 2. Wir gehen davon aus, dass sich diese starke Nachfrage nach Crypto Trading Alternativen fortsetzen wird, da sich die Marktteilnehmer auf die bevorstehende Unsicherheit einstellen.

Dies trotz eines starken Anstiegs der Zahl der im vergangenen Jahr aufgelegten digitalen währungsorientierten Hedgefonds, die sich mit auf das Achtfache der Zahl von belief. Die jüngste Umfrage der Context Summits spiegelt unseren früheren Bericht wider, wonach institutionelle Anleger sich weigern, in Kryptowährungen zu investieren, weil sie der Meinung sind, dass die Anlageklasse sehr volatil und unreguliert ist.

Was der Hype macht, ist, plötzlich Massen von Investoren anzuziehen, was den Aktienkurs von Bitcoin schnell steigen lässt und immer mehr Menschen anzieht, bis zu einem Punkt, an dem der Preis überhöht und angepasst wird.

Seit der Gründung wurden etwa 16,5 Millionen Bitcoins produziert. Irgendwann, wenn die Obergrenze von 21 Millionen erreicht ist, werden keine Bitcoins mehr zum Copy Trading verfügbar sein. Dies kann zu einer Verknappung von Bitcoins führen und den Preis möglicherweise noch weiter in die Höhe treiben. Zu spekulieren, ob der Preis einer Kryptowährung steigen wird, ist eine Attraktion für die Käufer. Russische Investoren treffen am Diese Token können an Wert gewinnen, wenn die Kryptowährung oder das zu finanzierende Unternehmen erfolgreich ist.

Experten warnen auch davor, dass Investoren über technisches Fachwissen verfügen sollten und stellen sicher, dass sie ausreichende Informationen erhalten, bevor sie in ein ICO investieren. Details und Beispiele, warum Risikomanagement wichtig ist, eine konservative Strategie, die das Risiko mindert, könnte so aussehen dies ist ein Beispiel, kein Vorschlag:.

Je enger der Stop, desto weniger Kapital wird riskiert. Wenn Sie längerfristig investieren, haben Sie einen Plan, wann Sie den Markt betreten und verlassen werden z. Für einige werden die Bedingungen darauf basieren, sich gegen Verluste abzusichern, für andere wird es darum gehen, zukünftige Gewinne abzuwarten und Verluste https: Putting Strategie und Vernunft über Emotion zur Vermeidung der Fehler die meisten Menschen machen Das ist eine sehr konservative Version einer korrekten Risikomanagement und Bid Sizing Strategie, und es gibt Raum, Positionen zu erhöhen und Stopps zu lockern, während Sie erfahren werden nicht als der Preis steigt, sondern als Sie aufsteigen.

Doch das ist genau das Gegenteil von dem, was fast jeder tut, wenn er mit dem Handel oder der Investition in Krypto und im Allgemeinen beginnt. Was Leute im Allgemeinen tun, ist, mehr Geld festzulegen, als sie sich leisten können, um zu krypto zu verlieren, dann schnell eine kleine Strecke der krypto Anlagegüter in einem kurzen Zeitrahmen zu kaufen, und infolgedessen finden sich mit einem sehr begrenzten Satz Wahlen sehr schnell.

Wenn Sie zufällig in eine hohe Münze geraten, weil Sie dachten, dass sich ein neuer Trend abzeichnet, bei dem Krypto für immer gut wäre und die Blasen- und Büstewirtschaft der Vergangenheit hinter uns liegt das ist nie der Fall , dann haben Sie sich jetzt auf harte Zeiten eingestellt. Wenn Sie in einem Vermögenswert überbelichtet sind, handeln oder investieren Sie nicht, Sie spielen. Wenn Sie im Allgemeinen spielen, fangen die Dinge an, falsch zu laufen einige logistisch, andere psychologisch.