Streichholzkönig Ivar Kreuger

Bild: Pixabay Im Ausblick für das dritte Quartal erläutert das K2 Advisors Team von Franklin Templeton seine Einschätzungen zu steigenden US-Zinsen und anderen makroökonomischen Faktoren. Sie sind der Ansicht, dass derartige Einblicke Anlegern helfen können, die Argumente für den Erwerb von alternativen Anlagestrategien besser zu.

Dies führte zu einem enormen Bevölkerungsdruck. Dabei entwickelten die unterschiedlichen Herkunftsgruppen aus Ungelernten, Angelernten und gelernten Arbeitern bei allen weiterbestehenden Unterschieden durch die gemeinsamen Erfahrungen am Arbeitsplatz und in den abgeschiedenen Wohnquartieren der Städte tendenziell ein spezifisches Selbstverständnis der Arbeiterbevölkerung.

South Africa Bank Swift Codes - Page 1

Die angezeigten Kurse und Bewertungen zum Basiswert sind Deutsche Bank Indikationen (unverbindlich) und dienen lediglich zu Informationszwecken.

Dabei nahmen zahlreiche Juden und Kopten wichtige Positionen in der Bürokratie ein und wirkten teilweise entscheidend mit beim Aufbau des jungen Staates. Das britische , italienische Recht und der code civil galten als Hauptquelle der Gesetzgebung. Das islamische Recht, die Scharia , die seit die Hauptquelle Ägyptens ist, spielte dabei kaum eine Rolle. Auch gab es bis vier Gemischte Gerichtshöfe , die der Verhandlung von zivil- und wirtschaftsrechtlichen Streitfällen zwischen Einheimischen und Ausländern sowie zwischen Ausländern verschiedener Nationalitäten dienten.

An ihre Stelle trat ein ägyptischer Ableger des code civil, der allen Bürgern, auch wenn sie nicht Staatsbürger des Königreiches waren, die gleichen Rechte garantierte und zum Vorbild für die Rechtswesen aller anderen arabischen Monarchien wurde.

Obwohl die Justiz offiziell unabhängig war, und man dafür extra klerikale Richter aus der Zeit des Sultanates durch junge, säkular, in Europa, ausgebildete Richter ersetzte, konnte man die politische Einstellung der Justiz deutlich an ihren Urteilen erkennen. Während linke Straftäter teilweise mit enormer Härte behandelt wurden, kam es bei rechten Straftätern zu milderen Anklagen oder Strafen. Dies betraf auch die Strafverfolgungsbehörden.

Das Reich hatte während seiner 31 jährigen Existenzzeit drei Verfassungen , die jeweils neben Ägypten auch im Sudan volle Gültigkeit hatten:. Die Verfassung von trat nach einem Referendum am April in Kraft und wurde von einer Verfassungskommission, die aus 30 Vertretern aller sozialen Schichten und politischen Parteien bestand, ausgearbeitet. Sie galt zu ihrer Zeit als eine der fortschrittlichsten überhaupt und war der erste erfolgreiche Versuch, eine parlamentarische Demokratie in Ägypten zu etablieren.

Sie gilt als die liberalste Verfassung in der ägyptischen Geschichte. Die Verfassung von wurde vom bis diktatorisch regierenden Premierminister Ismail Sedki Pascha ausgearbeitet. Sie wandelte Ägypten in eine autoritär geführte Monarchie, in der die Befugnisse des Königs und der Regierung zu Lasten des Parlamentes stark ausgebaut wurden, um.

Auch wurde die Arbeit politischer Parteien und die Presse- uns Meinungsfreiheit massiv eingeschränkt. Die Verfassung von ging aus der ausgearbeiteten Verfassung des Khedivates Ägypten hervor.

Sie war zum einen ein Organisationsstatut , welches die Kompetenzen der Staatsorgane , durch die das Reich handelte, und sonstiger Einrichtungen des Reiches gegenseitig nach innen abgrenzte. Sie legte andererseits die Zuständigkeit des Reiches gegenüber den Provinzen fest.

Das Reich durfte dabei nur für diejenigen Angelegenheiten tätig werden, die dem Reich in der Verfassung ausdrücklich als Zuständigkeit zugewiesen wurden. Im Übrigen waren die teilsouveränen Provinzen zuständig. Die Verfassung verfügt zwar über einen klaren Grundrechtsteil.

So gab es ein Benachteiligungsverbot auf Grund der Staatsbürgerschaft und Minderheitenschutz. Die Beziehung zwischen Untertan Bürger und der Monarchie wurde rechtlich aber nur grob ausgestaltet. Dem entsprach, dass das Königreich de facto ein Bundesstaat war, der sich vor allem im Sudan auf lokale Stammesführer stützte. Die Gliedstaaten des Reiches hatten ausgeprägte Eigenzuständigkeiten, wobei ihnen aber keine Vertretung im Parlament zufiel.

Ihm standen dabei beachtliche Kompetenzen zu, die weit über das hinausgingen, was sich die nationalistisch-demokratischen Kräfte im Land vorgestellt hatten. Auch sah die Verfassung vor, dass der König, falls erforderlich, mittels der Armee die innere Sicherheit wiederherstellen konnte. Allerdings war die Macht des Königs nie absolut, [68] sondern stand in der Tradition des ägyptischen Konstitutionalismus seit dem Herrschaftsantritt von Muhammad Ali Pascha. Dieser Umstand führte dazu, dass es oft zu Konflikten oder Missverständnissen zwischen dem König und dem Parlament kam.

Auch wählte das Parlament den Regierungschef. Der König ernannte ihn dann meistens auch, hätte aber auch eine von ihm ausgewählte Person ernennen können. Das Gegengewicht zur Regierung bildete das ägyptische Parlament. Es bestand aus zwei Kammern, der Abgeordnetenkammer und dem Senat. Das Wahlrecht sah eine allgemeine, gleiche und geheime Wahl für Männer vor.

Die Legislaturperiode dauerte vier Jahre. Der König konnte das Parlament jederzeit auflösen und Neuwahlen ausschreiben. Damit war die Regierung endgültig an das Parlament gebunden und die parlamentarische Demokratie im Staat fest verankert.

Die Verfassung von wurde am Sie sollte die Übergangszeit von der Monarchie zur Republik organisieren. Während der Titel in Ägypten mit wirklicher politischer Macht verbunden war, war er im Sudan fast rein zeremonieller Natur. Der ägyptische Premierminister zur Zeit des Königreiches wurde vom Parlament gewählt und vom König ernannt. Die meisten Regierungschefs waren Vertreter der Wafd-Partei.

Die Amtsträger wechselten sehr häufig; nur wenige Politiker konnten prägenden Einfluss gewinnen. Allein von bis hatte Ägypten 16 verschiedene Regierungen. Es kam aber zu zahlreichen Neugründungen und Abspaltungen. Durch ein Dekret über die Auflösung der politischen Parteien und die Annahme eines Einparteiensystems wurden im Januar alle politischen Parteien verboten. Als keine Partei betrachtete sich die islamistische Muslimbruderschaft.

Sie verstand sich als Massenorganisation. Die Bruderschaft wuchs nach ihrer Gründung sehr rasch und breitete sich auch in Nachbarländern aus. Sie war streng hierarchisch organisiert, hatte eigene Moscheen, Firmen, Fabriken, Krankenhäuser und Schulen und besetzte wichtige Posten in Armee und Gewerkschaften. Nach dem britisch-ägyptischen Zerwürfnis wegen der Ermordung des sudanesischen Generalgouverneurs Lee Stack am November in Kairo verschlechterten sich die Beziehungen zusehends.

Die Bemühungen erwiesen sich als erfolgreich. Dem Vertrag war die italienische Eroberung Äthiopiens , das ebenfalls keine Bündnispartner hatte, vorausgegangen. Mit Frankreich , das vor allem kulturell in Ägypten präsent war, bestand ein de-facto-Bündnis, das auf einem Grenzvertrag von basierte. Mit dem Königreich Italien pflegte Ägypten Anfangs sehr gute Beziehungen, diese verschlechterten sich ab zunehmend siehe Wiedereroberung Libyens.

Juni beschloss das ägyptische Parlament, die Beziehungen zu Italien abzubrechen. September schlossen Ägypten und Italien einen Friedensvertrag. Da sich das Land sowohl gegen die aggressive Expansionspolitik der Länder Japan, Italien und des Deutschen Reiches stellte, aber auch die Appeasement-Politik der westlichen Demokratien nicht mittragen wollte. Nur die Beziehungen zu den Vereinigten Staaten blieben freundschaftlich.

Auch im arabischen Raum kam es zu Konflikten. Trotzdem kämpften die drei Staaten, zusammen mit Transjordanien , Syrien und dem Libanon — im Palästinakrieg gegen Israel. Nach der arabischen Niederlage kam es erneut zu verstärkten Reibungsflächen mit Saudi-Arabien. In der Arabischen Liga entstanden so zwei Lager: In der islamischen Welt erkannten die meisten Staaten den ägyptischen Führungsanspruch an. Auch in Ostafrika und Vorderasien schien der Anspruch gesichert zu sein. Länder wie der Iran, die Türkei, Israel oder Abessinien entwickelten sich aber bald zu ernst zu nehmenden Konkurrenten.

Das Königreich Ägypten verstand sich als ein Zusammenschluss von 12 bzw. Obwohl offiziell eine zentralistische Verwaltung bestand, existierte aber in der Praxis eine föderale Staatsordnung.

Die Gliedstaaten des Reiches hatten ausgeprägte Eigenzuständigkeiten. Damit versuchte Ägypten die sudanesische Bevölkerung friedlich in die Verwaltung des Reiches einzubinden und sie dem britischen Einfluss zu entziehen. Alle Provinzen waren aber finanziell vom Steuersystem des Reichs abhängig. Auch behielt sich das Königreich starke Verwaltungs- und Gesetzgebungskompetenzen vor. Provinzübergreifend bestand Ägypten de facto bis aus zwei Teil- Staaten, die vom ägyptischen König in Personalunion regiert wurden.

Ägypten hatte seit der Errichtung des Kondominiumes nie mehr die volle Kontrolle über das Gebiet erlangt. Britische Beamte kontrollierten zwar die höheren Verwaltungsposten und das Kondominium wurde von einem britischen Generalgouverneur verwaltet. Ägyptische Beamte waren aber ab mittlerer Führungsebene bis hin zur Polizei in allen Ämtern überpräsent. An ihre Stelle traten kleinere, ausgeprägt zentralistisch verwaltete, Gouvernements , an deren Spitze heute jeweils ein Gouverneur im Ministerrang steht.

Die sudanesischen Provinzen gingen die heutigen sudanesischen und südsudanesischen Bundesstaaten auf. Im Februar bekam Ägypten nach dem Palästinakrieg in einem Waffenstillstandsabkommen mit Israel den heutigen Gazastreifen zugeschlagen. Er wurde von der Monarchie nur verwaltet, nicht annektiert. Die Bewohner des Streifens erhielten auch keine staatsbürgerlichen Rechte von Ägypten und blieben somit staatenlos.

Die ägyptische Wirtschaft veränderte sich während der Existenz des Reiches erheblich. Die technischen Veränderungen beschleunigten sowohl die Industrialisierung als auch die Urbanisierung. Es breitete sich der Kapitalismus auf dem Staatsgebiet des Reiches aus. Zwar war bis zum Ende des Königreiches im annähernd gesamten Staatsgebiet die Wirtschaft rapide gewachsen und das gesamte Wirtschaftswachstum konnte sich durchaus mit dem europäischer Mächte messen, doch aufgrund des späten Einsetzens dieser Entwicklung blieb das Königreich Ägypten weiterhin im internationalen Vergleich rückständig.

Ihr Aufstieg begann bereits in den er Jahren, als zahlreiche neue landwirtschaftlich nutzbare Flächen erschlossen wurden und ganzjährig bewässert werden konnten.

Die ägyptische Baumwollindustrie wuchs dabei ununterbrochen. So hatte Ägypten keinen Einfluss auf den Preis der Baumwollprodukte. Die ägyptische Baumwollindustrie wurde von lokalen ethnischen Minderheiten, wie Juden, Griechen und Briten dominiert.

Schwerpunkt der Entwicklung waren dabei die Küstengebiete, von denen aus die Produkte halbverarbeitet und nach Europa verschifft wurden. Obwohl Ägypten zum am stärksten industrialisierten Land Afrikas aufgestiegen war, war die Landwirtschaft nach wie vor eine wichtige Grundlage der Wirtschaft geblieben.

Die Bauern Fellachen bewirtschaften das Land mit teilweise jahrtausendealten Anbau- und Bewässerungsmethoden. Erst nach dem Zweiten Weltkrieg wurde mit der Einführung einer mechanisierten Landwirtschaft begonnen. Die Bewässerungsmethoden am Nil wurden jedoch ab Ende des Jahrhunderts von Überschwemmungsbassins auf eine ganzjährige Bewässerung durch Kanalisation umgestellt.

Dabei hat sich der landwirtschaftliche Anbau von einer Subsistenz - zu einer Exportorientierung gewandelt, sodass relativ betrachtet weniger landestypische Nahrungsmittel wie Ackerbohnen und Kohl geerntet und in den ganzen Nahen Osten exportiert werden konnten.

Das bedeutendste Produkt blieb aber die Baumwolle. Krankheiten wie Byssinose , Malaria und Schädlinge wie Hakenwürmer breiteten sich aus. Teile der Betroffenen konnten nie geheilt werden und blieben lebenslang geschwächt.

Die hohen Investitionen führten zum Bau von Flussbifurkationen und zur Finanzierung von Aufklärungskampagnen. Das Königreich Ägypten verfügte über ein professionell aufgebautes Bank- und Kreditwesen.

Jedoch fehlte dem Land bis zu ihrer Gründung eine Zentralbank , die ein Steuerinstrument für die gesamte Währungs-, Kredit- und Wirtschaftspolitik im Allgemeinen gewesen wäre. Sie wickelten vorrangig die Import- und Exportgeschäfte der Kaufleute im Land ab. Der ägyptische Staat konnte dabei zunächst kaum Einfluss auf diese Entwicklung nehmen. Jedoch verweigerte man meistens den Bauern, die zwischen den Erntezeiten dringend Geld zum Zahlen der Steuern brauchten, Kredite und begründete dies mit der mangelnden Kreditwürdigkeit.

Um diese soziale Notlage zu lösen und eine zunehmende Verarmung der unteren Bevölkerungsschichten zu verhindern, griff der Staat selbst ein und stellte den Bauern staatliche Kredite zur Verfügung.

Auch nach dem Zweiten Weltkrieg zog das Land ununterbrochen ausländische Investoren an. Letzteres war erst zur einzigen offiziellen Währung der Nation festgelegt worden. So war die ägyptische Währung eng mit dem Schicksal der britischen Währung und Geldpolitik der einstigen Kolonialmacht verbunden.

Nach fand eine umfassende Eingliederung Ägyptens in den Weltmarkt statt. Damit lag Ägypten bei den nichteuropäischen Ländern vorne. Die Verbindung des Landes zum Weltmarkt beruhte in der Hauptsache auf dem Export landwirtschaftlicher Güter , halbverarbeiteter Baumwolle und hochwertiger Textilen.

Ägypten hatte aber keinen Einfluss auf die Preisgestaltung seiner Produkte. Kostspielige Importe zur Modernisierung des Landes hatten Ägypten wiederum abhängig gemacht vom Weltmarkt. Insbesondere in Krisenzeiten reagierte die Wirtschaft sehr empfindlich auf Schwankungen im Weltmarkt. Der wichtigste Handelspartner des Reiches bildete Europa. Alleine die Anwesenheit zahlreicher britischer Truppenverbände im Land während des Ersten Weltkriegs hatte den Aufbau eines umfassenden Dienstleistungssektors ermöglicht.

Ihnen gelang es auch durch Überproduktion mehr Produkte ins Ausland teurer zu verkaufen, was die Staatsschulden des Reiches, die vor dem Weltkrieg enorm angewachsen waren, sank und die Wirtschaft des Königreichs eine solide Grundlage stellen konnte. Der Dienstleistungssektor wuchs während der Monarchie entscheidend durch drei Faktoren. Der erste war der Aufbau eines umfassendes Bürokratieapparates , den die politische Führung zur Stabilisierung des jungen Staates für nötig hielt.

Der zweite Grund war der Ausbau der Infrastruktur und die Industrialisierung. So stieg der öffentliche Dienst zu einem bedeutenden Arbeitgeber auf. Der dritte Grund für das Wachstum des Dienstleistungssektors war der aufkommende Tourismus. Er hat eine vergleichsweise lange Tradition in Ägypten. Das Reich bot neben einer Fülle von historischen Stätten, luxuriösen Badeorten und zahlreichen archäologischen Orten auch politische Sicherheit und Stabilität.

Das zog viele Reiche aus Europa und Amerika an. Die meisten besuchten die archäologischen Stätten wie das Tal der Könige oder die Pyramiden. In dieser Frühphase befanden sich darunter auch Prominente wie Winston Churchill und zahlreiche europäische Monarchen. Der Touristenansturm, der sich nach dem Zweiten Weltkrieg in der Endphase des Reiches zum Massentourismus entwickelte zählte Ägypten 0.

Von dieser Entwicklung blieben die Aristokratie und die Bauern mit den Arbeitern ausgeschlossen und profitierten nur einen Bruchteil davon. Die meisten Angestellten mussten zum Hungerlohn arbeiten, wobei sich der Lebensstandard in den Städten deutlich verbesserte. Das Königreich Ägypten verfügte mit den Besitzungen im heutigen Sudan und Südsudan über beträchtliche Bodenschätze und belegte in einigen Branchen weltweite Spitzenplätze.

Die Rohstoffindustrie erlebte in der Endphase der ägyptisch-sudanesischen Monarchie eine Blütezeit. Die Verteilung der Gewinne zwischen Ägypten, den Briten und lokalen sudanesischen Stammesführern sorgte aber für Konflikte. Die Fördermethoden erwiesen sich als teilweise veraltet.

Die Erdölindustrie erlebte im Königreich einen enormen Aufschwung. Öl wurde bereits im Golf von Sues entdeckt und begann man mit der Förderung. Die meisten Vorkommen wurden aber erst am Ende der er Jahre von meist ausländischen Firmen verstärkt erschlossen. Dennoch wurde bis ins Jahr im Sudan lediglich ein Bruchteil des dortigen Öls gefördert.

Das gleiche galt für die Erdgasvorkommen , mit deren Förderung man in Ägypten erst begann. Die Produkte wurden dann meist halbverarbeitet nach Europa oder Amerika exportiert.

Das Eisen wurde bei der Produktion von Autos und Zügen verwendet. Auf dem Land blieben Tiere, wie Pferde oder Esel , weiterhin das am weitesten verbreitete Transportmittel. Das ägyptische Eisenerz war die Grundlage der Bauindustrie des Landes. Obwohl schon damals hohe Reserven vermutet wurden, blieb die Fördermenge zur Zeit der Monarchie gering. Lediglich Edelmetalle , wie Silber , Platin , Gold , die in der arabischen Wüste gefunden worden waren, wurden ausreichend erschlossen und genutzt.

Platin wurde zur Herstellung von Laborgeräten und ab auch als Verkleidung für eigene Raketen genutzt. Silber wurde für die Produktion von Schmuck , Münzen und Essbesteck benutzt. Besonderes Augenmerk richtete die ägyptische Wirtschaft aber auf Gold und Kupfer. Letzteres wurde beim Aufbau einer fortschrittlichen Elektroindustrie im Land gebraucht. Viele Ägypter und Sudanesen lebten damals ohne Zugang zu Storm. Gold wurde wiederum als Währungsreserve eingelagert und das ägyptische Pfund durch Goldreserven gedeckt.

Trotz Rohstoffreichtum blieb eine Ressource unberührt. Phosphate, die beim Aufbau einer chemischen Industrie und bei der Produktion von dringend benötigten Düngemittel für die Baumwolle benötigt wurden, wurden kaum abgebaut. Erst nach der Revolution von begann die Förderung. Andere Rohstoffe in der Nähe der Phosphatvorkommen, wie Keramik , Schmucksteine und Edelsteine wurden dafür abgebaut, weil man sie als nützlicher betrachtete.

So wurde aus ihnen Schmuck hergestellt, der dann teuer nach Europa verkauft wurde. Es kam zum Aufbau einer bescheidenen Schwefelsäureindustrie , was den Grundstein für die chemischen Industrie legte und die Anfertigung von Sprengstoffen und chemischen Düngemitteln, sowie Pestiziden in medizinischen Zwecken und Bleichen von Textilien ermöglichte.

Letzteres erwies sich für die Industrialisierung des Landes als entscheidend. Die Textilindustrie war einer der Hauptstützen des industriellen Aufschwungs gewesen.

Auch Baustoffe , die wichtig für die Herstellung von Zement und Lehmziegeln waren, und Sandstein und Kalkstein , die auch Träger der Industrialisierung gewesen waren.

Aber auch in der Farben -, Kunststoff -, Gummi - und Papierindustrie waren Baustoffe wichtige Materialien, ohne die es den Aufschwung der Wirtschaft in den er und 30er Jahren vermutlich nicht gegeben hätte.

Die Vorkommen wurden zuerst von den Briten und ab für dessen Atomprogramm auch von Ägypten gefördert. Ägypten erlebte im Zeitraum von bis zwei Wirtschaftskrisen. Die erste war Teil der Weltwirtschaftskrise und dauerte von bis ca. Die zweite fand nach dem Abzug der britischen Streitkräfte statt.

Die Weltwirtschaftskrise erreichte die ägyptische Monarchie bereits Viel mehr wirkten drei Komponenten der Krise auf das Land ein: Die Baumwollindustrie des Landes war den ab stetig fallenden Baumwollpreisen schutzlos ausgeliefert.

Durch die Krise beschleunigte sich der Preisverfall. Der Gesamtwert der ägyptischen Baumwolle sank in den schlechtesten Krisenjahren von bis unter die Zeit vor dem Ersten Weltkrieg. Die zweite Ursache war die Abhängigkeit des Landes von ausländischen Kapitalmärkten. Auch da das Finanzsystem des Landes an das der Briten angeschlossen war, wirkten sich wie etwa Schwankungen des Wertes des Pfund Sterling direkt auf die ägyptische Währung aus.

Die Krise in Ägypten begann parallel zum Schwarzen Donnerstag Der Schaden hielt sich jedoch in Grenzen, da die Börsentätigkeit in Ägypten noch ein relativ neues und unbekanntes Unternehmen war. Andererseits wurde das Vertrauen der Bevölkerung in die politischen und wirtschaftlichen Institutionen nachhaltig untergraben. Dies geschah am Die ägyptischen Handelsbörsen mussten daraufhin kurzzeitig alle geschlossen werden und das ägyptische Pfund musste vom Goldstandard abgehen.

Auch vorteilhaft war dies für die ägyptische Industrie, die nun gegen ausländische Importe geschützt wurde. Das Verlassen des Goldstandards führte zu einem weiteren Problem, über das man über mehrere Jahre verhandeln musste.

Es betraf die Rückzahlung der ägyptischen Staatsschulden. Italienische und französische Vertreter forderten eine Rückzahlung in Gold. Ägypten war jedoch nur bereit, die Schulden in Papierwährung zurückzuzahlen.

Der Streit wurde zugunsten Ägyptens beigelegt. Während dieser Jahre lagen der Baumwollpreis und die ägyptischen Exporte auf dem niedrigsten Stand. Das folgende Jahr brachte wiederum eine Rekordbaumwollernte.

Sie bemühte sich um eine ausgeglichene Handelsbilanz und einen gesunden Haushalt. In ihren Bemühungen, Importe zu drosseln und Exporte verstärkt zu fördern, wurde sie entscheidend vom ägyptischen Bankensystem unterstützt, das versuchte, die Exporte zu finanzieren. Die zweite Wirtschaftskrise von war eine indirekte Folge des Zweiten Weltkriegs.

Durch die sich von bis hinziehenden Kämpfe zwischen Italienern und Briten wurde der Nordwesten des Landes komplett zerstört. Bereits waren die Baumwollpreise wieder auf das Niveau der frühen er Jahre gefallen. Dadurch konnte das Geld für eine grundlegende Modernisierung der Wirtschaft nicht zusammengebracht werden. Die Mehrheit der Bevölkerung spürte davon noch nichts. So dauerte die erneute Integration der Arbeitslosen in den Arbeitsmarkt oft über die Zeit des Königreichs hinaus und war, neben dem Palästinakrieg , der Hauptgrund für den kontinuierlichen Prestigeverfall der Monarchie in der Nachkriegszeit.

Schon im Vorgängerstaat, dem Khedivat und Sultanat Ägypten , hatten die Osmanen und die britische Kolonialmacht aus strategischen Gründen den Aufbau des Bahnverkehrs finanziell massiv unterstützt. Investition in ein neues verbessertes Transportsystem erachtete die ägyptische Regierung als nötig um die Industrialisierung des Landes und den Transport der geernteten Baumwollvorkommen beschleunigen zu können.

Dafür bauten vor allem britische, belgische , italienische und amerikanische Firmen die ersten Probestrecken. Auf der Sinai-Halbinsel betrieb die britische Palestine Railways -Gesellschaft, von den ägyptischen Staatsbahnen getrennt, die Sinai-Bahn , die mit dem britischen Mandatsgebiet Palästina verbunden war und die in der Zeit zwischen und Bestandteil einer durchgehenden Eisenbahnverbindung von Europa nach Ägypten — abgesehen von der Bosporus - und Sueskanal-Überquerung — war.

Für das nun geringe Verkehrsaufkommen war ein Gleis zuerst völlig ausreichend. Eine Verbindung zum israelischen Bahnnetz und zum europäischen besteht seit dem Palästinakrieg , in dem die ägyptische Armee die Bahn demontiert hatte, nicht mehr. Der ägyptische Staat verbesserte, trotz deutlicher regionaler Unterschiede, zwar eindeutig die Infrastruktur des Reiches.

Sandverwehungen in der Sahara und im Sinai erwiesen sich aber als problematisch. Der Sand wanderte sowohl über die Gleise, als auch unter den Gleisen, was zu einigen Verkehrsunfällen führte. Auch eine Metro in Kairo, die aufgrund des Bevölkerungswachstums der Stadt und der sich verschärfenden Verkehrsprobleme als Lösung ansah, wurde nicht gebaut. Dem ägyptischen See- und Schiffsverkehr kam bei dem wirtschaftlichen Aufstieg des Landes eine wichtige Rolle zu. Auch wurden aus landwirtschaftlichen Gründen mehrere kleinere Staudämme und neue Bewässerungssysteme im Nil gebaut.

Aufgrund der Besitzungen im Sudan sowie an seinen eigenen Küsten verfügte Ägypten über mehrere Hafenstädte mit guten Seehäfen. Dem Aufschwung voraus ging der in den frühen er Jahren beginnende Baumwollboom, der zum verschiffen der Produkte eine bessere Infrastruktur benötigte.

Die ägyptische Handelsflotte konnte, entgegen den ursprünglichen Erwartungen der politischen Führung des Landes, am Anfang des Reiches lediglich regional eine wichtige Position einnehmen. Zeitgleich wurde die königliche Marine aufgerüstet und modernisiert, womit Ägyptens Aufstieg zu einer Seemacht im Roten und Mittelmeer begann. Der wichtigste Hafen für den Anglo-Ägyptischen Sudan war Port Sudan , von wo aus sowohl ägyptische als auch britische Schifffahrtsgesellschaften operierten.

Auch er wurde nach dem Zweiten Weltkrieg ausgebaut. Die meisten Flugplätze dienten militärischen Zwecken. Im Juli wurden von ihr die ersten täglichen Linienflüge von Kairo über Alexandria nach Marsa Matruh eingerichtet.

Die steigenden Anzahl an Flügen veranlasste Misr Airwork ab weitere Flugzeuge einzuflotten und mehr Personal einzustellen. Im Jahr wurden 6. Auch die Zahl der Mitarbeiter stieg auf über Ebenso wuchs die Flotte mit zur damaligen Zeit modernen Flugzeugen. Dezember unter nationale ägyptische Kontrolle gestellt wurde. Ihr Zuständigkeitsbereich war es Ägyptens territoriale Integrität zu waren, die Monarchie zu schützen und durch eine ständige und starke Präsenz im Sudan die ägyptischen Ansprüche auf das Gebiet zu untermauern.

Das Heer , die königliche Marine und die Luftwaffe gegründet blieben, abgesehen von der Bewilligung der nötigen Finanzmittel durch das Parlament, nach der Verfassung weitgehend der Verfügungsgewalt des ägyptischen Königs beziehungsweise der Regierung unterstellt. Es blieb daher bis zur Revolution von eine der zentralen Stützen der Monarchie. Gleichwohl bildete die Armee als Drohpotenzial einen nicht zu unterschätzenden innenpolitischen Machtfaktor.

Die enge Verbundenheit mit der ägyptische Monarchie und Elite spiegelte sich zunächst noch im stark adelig geprägten albanisch- und türkischstämmigen Offizierskorps , die der König, nachdem sie zuvor von den britischen Kolonialherren entlassen worden waren, wieder in Dienst gestellt hatte, wieder.

Die entsprechende Auswahl und die innere Sozialisation im Militär sorgten allerdings dafür, dass auch das Selbstverständnis dieser Gruppe sich kaum von der ihrer adeligen Kameraden unterschied.

Unter der britischen Herrschaft , als die Armee unter der Oberbefehl eines britischen Sirdar stand, hat die Gesellschaft das Militär eher mit Misstrauen betrachtet. Dies änderte sich nach der Unabhängigkeit , in der die Armee inoffiziell die Aufständischen unterstützte, fundamental. Das Militär wurde zu einem zentralen Element des entstehenden Patriotismus und aufsteigenden Nationalismus. Kritik am Militär galt als unpatriotisch.

So erreichte das Militär bei der Generalmobilmachung im September mit einer Stärke von etwa Die ägyptischen Streitkräfte befanden sich parallel zur Industrialisierung des Landes in den folgenden Jahren in einer Phase der Modernisierung. Mai kaufte die ägyptische Regierung die ersten fünf Flugzeuge und beschloss die Errichtung des Fliegerhorsts Almaza im Nordosten von Kairo. Im Mai wurde die Anlage eingeweiht. Daraufhin wurden neue Stationen in der Sueskanalzone und in Unterägypten gebaut.

Auch die königliche ägyptische Marine wurde ständig ausgebaut. Die Handlungsmöglichkeiten der prestigeträchtigen Flotte blieben mangels Treibstoff, Flugzeugträgern oder angemessenem Schutz durch die Luftwaffe und wegen der Informationsüberlegenheit anderer Flotten Radar , Ultra auf Kampfeinsätze bei guter Sicht und auf Operationen im zentralen Mittelmeer beschränkt. Durch eine schlecht organisierte Kommandostruktur war die Flotte faktisch handlungsunfähig. Dies zeigte sich bei der Versenkung von zwölf, ohne Gleitschutz stehenden, Segelschiffen der insgesamt 27 Schiffe zählenden ägyptischen Handelsflotte , sowie des Dampfers Said durch die drei deutschen U-Boote U 81 , U 77 , U Der ägyptischen Marine war es während des gesamten Zweiten Weltkrieges nicht gelungen ihre Schiffe ausreichend beschützen zu können.

Der draus entstehende materiellere Schaden war durch die Versenkung zahlreicher wichtiger Rohstoffe enorm. Es mangelte dadurch an Rohstoffen für den Ersatz von verlorenen Schiffen. Und entgegen den ursprünglichen Annahmen konnte die neue ägyptische Luftwaffe die Flotte auf hoher See auch nicht in ausreichender Weise schützen, einerseits weil die Reaktionszeiten trotz strategisch günstig gelegener Flugplätze zu lang waren, andererseits weil die Rivalitäten zwischen den beiden Teilstreitkräften und der deswegen geschaffenen Strukturen keine reibungslose Zusammenarbeit erlaubten.

Die wichtigste und schlagkräftigste Teilstreitkraft bildete das ägyptische Heer, das während des Königreichs eine sehr starke gesellschaftlich prägende Bedeutung gewann. Von Bedeutung war das Militär zweifellos auch für die innere Nationsbildung. Der gemeinsame Dienst zwischen Ägyptern und Sudanesen förderte die Integration der sudanesischen Bevölkerung in einem von Ägypten dominierte Reich.

Selbst die schwarzafrikanische Bevölkerung, die dem muslimisch-arabisch dominierten Staat mit Misstrauen betrachtete, blieb gegenüber der Ausstrahlung des Militärs nicht immun. Dabei mussten bis zum Zweiten Weltkrieg alle Männer zwischen dem Wegen des Überangebots an Wehrpflichtigen in Ägypten und einer in Friedenszeiten nur Der Militarismus in der ägyptischen Gesellschaft war seit dem Herrschaftsantritt der Muhammad-Ali-Dynastie fest verankert.

Überall im Reich wurden die neuen Kriegervereine zu Trägern einer militaristischen Weltanschauung. Ihre Wirkung und Einfluss bleiben aber mit ein paar Tausend Mitgliedern gering. Dennoch hatten die Streitkräfte in der Bevölkerung den Ruf unbesiegbar zu sein und die tatsächliche militärische Stärke wurde überschätzt. Dies zeigte sich beim ägyptisch-arabischen Angriffskrieg in Palästina , der von der Regierung kurzfristig beschlossen worden war, ohne dabei Rücksicht zu nehmen auf den Zustand und die für den Krieg notwendigen Kapazitäten der Streitkräfte.

Auch wurden ökonomische, geostrategische und topografische Faktoren sowie die mangelnde öffentliche Unterstützung für den Krieg ignoriert.

Unzureichende Vorbereitung, Führung, Motivation und eine veraltete Ausrüstung führten besonders im Bereich der ägyptischen Land- und Luftstreitkräften nach kleineren Anfangserfolgen in Südisrael zu verheerenden militärischen Desastern, die international und auch in Ägypten selbst ein Bild von militärischer Unfähigkeit verfestigten und die bislang unangefochtene Rolle als mächtigstes islamisches Land in Frage stellten.

Die Niederlage im Palästinakrieg, in dem die ägyptische Armee, trotz gewährten Militär- und Finanzhilfen aus Saudi-Arabien und anderen arabischen Staaten, unter schweren menschlichen Verlusten bis wieder auf das Gebiet des heutigen Gazastreifens zurückgetrieben wurde, beschädigten das Ansehen des ägyptischen Militärs und das Vertrauen der Offiziere in die politische Führung des Landes erheblich.

Dennoch blieb dies, im Vergleich zum Vertrauensverlust der Monarchie im Volk, gering und die Armee konnte bald wieder populär werden. Ein Grund dafür war sicher ihre danach sprunghaft begonnene erneute Modernisierung. Bereits im März startete Ägypten mit der Entwicklung eines eigenen Raketenprogramms und Versuche mit neuen biologischen Waffen. Die Anstrengungen dafür waren aber unzureichend. Beim Wiederaufbau der ägyptischen Streitkräfte nach wirkten teilweise ehemalige Wehrmachtsoffiziere und SS -Angehörige entscheidend mit.

Ein ehemaliger deutscher Kapitän arbeitete als Ausbilder bei der ägyptischen Marine. Insgesamt waren anfangs der er Jahre etwa 50 Personen aus Deutschland in Ägypten im militärischen Bereich beschäftigt.

Rolf Engel , ein deutscher Raketen -Ingenieur und ehemaliger SS - Hauptsturmführer , versuchte sich an der Entwicklung kleinerer Raketen, die sich jedoch alle als nicht funktionstüchtig erwiesen. Die Streitkräfte unterteilten sich administrativ in mehrere Militärbezirke , die in ihren Grenzen genau den Provinzen des Reiches entsprachen.

Im Jahr lebten im Reich 21, Mio. Einwohner, waren es über 23, Mio. Kairo wuchs zwischen und von etwa 1 Mio. Einwohnern auf 1,3 Mio, Alexandria von In den verbliebenen ländlichen Gebieten in Ägypten kam es zu einer Zuwanderung von Sudanesen.

Da sich die Bevölkerung an einem langen schmalen kultivierbaren Landstreifen entlang des Nils und im Delta ansiedelte, nahm die Bevölkerungsdichte sprunghaft zu. Dies führte zu einem enormen Bevölkerungsdruck. Sozialgeschichtlich war das Reich vor allem geprägt vom Aufstieg der Arbeiterschaft. Dabei entwickelten die unterschiedlichen Herkunftsgruppen aus Ungelernten, Angelernten und gelernten Arbeitern bei allen weiterbestehenden Unterschieden durch die gemeinsamen Erfahrungen am Arbeitsplatz und in den abgeschiedenen Wohnquartieren der Städte tendenziell ein spezifisches Selbstverständnis der Arbeiterbevölkerung.

Diese achteten auf soziale Distanz zu den Arbeitern, auch wenn sich ihre ökonomische Lage von der der Industriearbeiter wenig unterschied. Zu den stagnierenden Teilen der Gesellschaft gehörte der alte städtische Mittelstand. Handwerker und Kleinbetriebe fühlten sich oft von der Industrie in ihrer Existenz bedroht. Die Realität war allerdings unterschiedlich: Es gab überbesetzte traditionelle Handwerksberufe; andererseits profitierten Bau- und das Nahrungsmittelhandwerke von der wachsenden Bevölkerung und der Stadtentwicklung.

Viele Berufe passten sich an Entwicklungen an. Gleichwohl blieb der politische Einfluss des Bürgertums begrenzt, zum Beispiel durch die Eigenarten des politischen Systems und durch den Aufstieg der Arbeiter und der neuen Mittelschichten.

Wirtschaftlich war die Existenz des Grund besitzenden Adels durch die zunehmende internationale Verflechtung des Agrarmarktes bedroht. Die Forderung des Adels und der landwirtschaftlichen Interessenverbände nach staatlicher Hilfe wurde ein Merkmal der Innenpolitik während des Königreichs.

Ich glaube, er konnte die Menschen von allem überzeugen. Der Erste Weltkrieg sollte aus dem schwedischen Streichholzproduzenten einen internationalen Finanzmogul machen. Mit gutem Instinkt erkannte er, was Europa nach Kriegsende am dringendsten brauchte: Und das war nur in Amerika zu holen. Kreuger parlierte in fünf Sprachen und gab, durchaus charmant, mit seinem Wissen an. Beeindrucken wollte er die wohlhabenden Mitreisenden vor allem mit seinem Lieblingsthema: Und vor allem den Gewinnmöglichkeiten, die sie boten.

Sein Meisterstück aber bestand in der Bestechung des Bordfunkers. So konnte Kreuger den Funkraum über Stunden für sich allein belegen und den Passagieren weismachen, dass er hier gewaltige Transaktionen tätige.

Kreugers Mummenschanz war erfolgreich. Nun eroberte Kreuger die amerikanische Finanzwelt. Sein Plan war so einfach wie bestechend. Er lieh vor allem den geldhungrigen europäischen Staaten das so dringend benötigte Kapital, das er zuvor in den USA gegen Anleihen bei Anlegern und Banken eingesammelt hatte. Statt jedoch hohe Zinsen von den Schuldnerländern einzustreichen, war Kreuger auf etwas anderes aus.

Und fast alle krisengebeutelten Länder griffen bei dem vermeintlich günstigen Angebot zu. Kreuger wurde nun zum ungekrönten Zündholzkönig und kontrollierte bis zu drei Viertel der weltweiten Streichholzproduktion.

Seine Marktmacht nutzte er weidlich aus: Die Preise für Kreugers Zündwaren stiegen an. Millionen Verbraucher zahlten fortan überhöhte Preise für ihre Streichhölzer, die zu dieser Zeit einer der meistgenutzten Alltagsgegenstände waren - unverzichtbar in jedem Haushalt.

Geschickt hatte Kreuger den freien Wettbewerb für diese unverzichtbare Feuerquelle ausgehebelt und ein gigantisches Monopol errichtet. Kreugers Holding schüttete eine Dividende von sagenhaften 25 Prozent aus.

Dabei führte der schwedische Finanzmogul sein weit verzweigtes Firmengeflecht selbstherrlich wie ein Sonnenkönig. Ich danke Ihnen, meine Herren. Kontrolle und Aufsicht waren im Kreuger-Imperium nahezu unbekannte Begriffe, allein der Chef wusste, wie es um das Unternehmen stand.

Weder Börsenprofis noch die Regierungen schauten Kreuger auf die Finger, solange die Dividende floss. Dieses Wachsen durch Schweigen funktionierte lange Zeit hervorragend. Mehr als Gesellschaften nannte Kreuger sein eigen. Firma Müller produziert und exportiert in Deutschland Güter im Wert von Milliarden und exportiert diese nach Brasilien. Daraufhin nimmt Fa Müller die Mrd. Und da das Geld im Ausland angelegt ist ist es unsicher?? Ich habe das Gefühl das ist eine zu einfache Darstellung des ganzen.

Mein Beispiel soll auch mehr dazu dienen den Grad der Einfachheit zu zeigen den sie idealerweise bei ihrer Erklärung einhalten sollen. Greifen sie doch bitte dieses Beispiel auf und erweitern sie es nur soweit wie unbedingt nötig um die tatsächlichen Verhältnisse darstellen zu können. Verwenden sie dabei so weit wie möglich einfache Begriffe.

Um die Einfachheit noch etwas anzuspornen: Probieren Sie es mal mit diesem Beitrag: Baut Fritz seinem Nachbarn Paul ein Vogelhaus und stellt es in dessen Vorgarten auf, ist das vergleichbar einem Export auf das Nachbargrundstück. Das berührt zwar nur einen Teilaspekt Ihrer Verständnisfragen, weil der Kredit hier nur abstrakt benannt wird. Aber das näher zu betrachten ist Schritt 2. Ich versuche es mal ganz einfach. Jetzt gibt es verschiedene Moeglichkeiten: Kein Leistungsbilaneffekt, weil den gelieferten Gütern gleichwertige gekaufte unter gegenüberstehen.

Erdöl , die es gegen USD kaufen kann, aber vielleicht in der nahen Zukunft. Die Fed muss sich die Euro aber auch irgendwie beschaffen oder sie muss sie sich leihen.

Der letztere Fall ist die Regel. Die ständige Aufwertung der DM war das Korrektiv für unterschiedliche nationale Kreditexpansionsraten siehe Kommentar oben. Ein Realignment muss in einer Währungsunion über die Löhne erfolgen. Das ist schmerzhaft und kaum demokratieverträglich; insbesondere dann nicht, wenn sich Deutschland weiterhin zur schwarzen Null bekennt und somit den Anpassungsprozess unnötig behindert. Wir bräuchten für D also einen stärkeren Euro, um diesen Überschuss zu mindern.

So wie ich Sie verstehe, würde Sie statt dessen in Deutschland lieber die Löhne erhöhen. Und anderswo in der Euro-Zone auch senken wollen? Grundsätzlich von der Tendenz her ja, aber nur in Verbindung mit einem zentralbankfinanzierten Bürgergeld und dadurch höherer induzierter Inflation.

Somit können die Löhne im Süden nominell konstant bleiben und sinken dennoch real ohne die Wirtschaft vor Ort noch weiter abzuwürgen. Nur höhere Löhne Flassbeck-Argument halte ich für nicht zielführend, da auch auf Unternehmensebene der Matthäus-Effekt wirkt.