Kanada, ein Überblick


Auch im Fall der Institute, die sich die Betreuung der Migranten zum spezifischen Ziel gesetzt haben, unterliegen alle Werke und Initiativen, die zu ihren Gunsten unternommen werden, der Autorität und der Leitung des Diözesan- oder Eparchialbischofs, unbeschadet des Rechts der Oberen, über das religiöse Leben und über den Eifer, mit dem die Mitbrüder ihren Dienst ausüben, zu wachen.

Vorindustrielle Zeiten


Fast zwei Drittel von ihnen leben in den Provinzen Ontario In den Prärieprovinzen lebten rund 5,5 Millionen Menschen, davon 3. Der Norden ist noch dünner besiedelt. Nunavut mit seinen Kanada ist ein Einwanderungsland. Sieht man von den indianischen Gruppen und den Inuit ab, die vor Jahrhundert ein weiterer Einwanderungsschub, diesmal aus Europa. Zunächst kleine Gruppen kamen vor allem aus England, Frankreich, aber auch aus den italienischen Herrschaftsgebieten, aus dem Heiligen Römischen Reich bzw.

Jahrhunderts in den Westen des Landes kamen. Inzwischen wächst auch die Zahl der Zuwanderer aus Süd- und Südostasien. Die meisten kamen aus dem Gebiet der späteren Sowjetunion, viele kamen aber auch aus Österreich-Ungarn. Von bis verdreifachte sich die Bevölkerung des Reichs auf 68 Millionen. Die meisten Einwanderer aus dem Reich kamen aus Südwestdeutschland, wo Erbteilung, Frühindustrialisierung und Bevölkerungswachstum zu stärkerer Entwurzelung und Verarmung geführt hatten, als in den prosperierenden Gebieten.

Die Wachstumsrate der Bevölkerung ist, vor allem aufgrund der nach wie vor hohen Einwanderungsquote, die höchste innerhalb der G8 -Staaten. Die Nettomigrationsrate belief sich im Jahr auf 6,2 pro Einwohner und sank bis kontinuierlich auf 5,62; bis stieg sie wieder leicht auf 5,65 an.

Die Geburtenrate betrug im Jahr 11,41 pro Einwohner, sank bis auf 10,99, die Sterberate lag bei 7,61, der Geburtenüberschuss also bei 3, Für schätzt man die Geburtenrate auf 10,28 pro Einwohner. Die Sterberate stieg von 7,39 im Jahr auf 8,09 im Jahr Die Kindersterblichkeit sank von 5,08 pro Einwohner im Jahr auf 4,63 im Jahr ; sprang sie wieder auf den Stand von um wieder leicht auf 4,85 zu sinken. Kanada wies im Jahr eine Ärztedichte von 1,91 pro Einwohner auf.

Für wurde sie auf 79,43 Jahre geschätzt, für auf 80,1. Dabei lag die Lebenserwartung der Mädchen bei 83,91, die der Jungen hingegen nur bei 78,69 Jahren. Für liegt die Schätzung bei 84 bzw.

Das mittlere Alter der erwerbsfähigen Bevölkerung liegt bei 42 Jahren, die Schätzung für liegt bei 43,7 Jahren. Der Median ist seit von knapp 26 auf 39,5 Jahre gestiegen. In Kanada unterscheidet man drei Gruppen indigener oder autochthoner Völker: Letztere sind ganz überwiegend Nachfahren von Europäern, die mit indianischen Frauen eine Verbindung eingegangen waren.

Sie haben zwei eigene Sprachen entwickelt, das Michif , das fast nur französische Substantive und Cree-Verben kennt, und das Bungee , das aus Cree und Schottisch-Gälisch entstand. Zahlreiche weitere Kanadier haben indianische Vorfahren.

Nach dieser Sitte geschlossene Ehen waren erst ab vor dem britischen Gesetz gültig. Die Indigenen verteilten sich auf folgende Gruppen:. Im Schnitt sind die auch als Aboriginals bezeichneten Ureinwohner erheblich jünger als die übrige Bevölkerung.

Die Interessen der indigenen Bevölkerung werden staatlicherseits von Indian and Northern Affairs bzw. Affaires indiennes et du Nord vertreten. Es ist neben den Inuit vor allem mit den als Indians bezeichneten First Nations befasst.

Das Ministerium ist für die Anerkennung von Individuen zuständig, aber auch für die Anerkennung von Gruppen als Stämme bands , von denen es eine Liste führt. Im Jahr waren Gruppen als Stämme anerkannt. Die Indigenen selbst sehen sich allerdings eher in eigenen Organisationen, wie der Versammlung der First Nations oder anderen Organisationen vertreten.

Die Indianer besitzen erst seit das volle Wahlrecht, die Inuit erst seit Letzteren steht seit ein eigenes Territorium namens Nunavut zur Verfügung. Die First Nations haben zahlreiche Einzelabmachungen mit der Bundesregierung und den Provinzen getroffen, die vielen ein Traditionelles Territorium zugestehen, in denen sie besondere Rechte und Pflichten haben. Zugleich kommt es nach wie vor zu Auseinandersetzungen um Landrechte und den Abbau von Bodenschätzen, wie die Grassy-Narrows-Blockade , der Streit um die Urwälder am britisch-kolumbianischen Clayoquot Sound oder der Widerstand der Kitchenuhmaykoosib Inninuwug in Ontario zeigen.

Seither rücken die Folgen der zwangsweise durchgeführten Assimilation und der Vernichtung der indigenen Kulturen zunehmend in den Mittelpunkt. Seit wird der Juni als National Aboriginal Day bzw. Heute werden über Sprachen als Muttersprachen angegeben. Nach der Volkszählung von sprachen zu Hause Das entsprach 58 bzw. Von denjenigen, die eine Immigrantensprache angaben, sprachen 2.

Italienisch, Polnisch und Griechisch waren hingegen rückläufig. Amtssprachen sind Englisch und Französisch. In der Kanadischen Charta der Rechte und Freiheiten , im Amtssprachengesetz und in den Amtssprachenverordnungen ist die Zweisprachigkeit festgeschrieben, die vom Amtssprachenkommissariat durchgesetzt wird. In den Bundesgerichten, im Parlament und in allen Institutionen des Bundes sind Englisch und Französisch gleichberechtigt.

Die Bürger haben das Recht, Dienstleistungen des Bundes in englischer oder französischer Sprache wahrzunehmen. In allen Provinzen und Territorien wird den sprachlichen Minderheiten der Schulunterricht in eigenen Schulen garantiert, ein Anrecht, das lange umstritten war.

Neubraunschweig ist die einzige Provinz, deren Verfassung die Zweisprachigkeit garantiert. In Ontario kennen einzelne Gemeinden Französisch als zweite Amtssprache. Die Wahl der Hauptstadt des seinerzeitigen Britisch-Nordamerika durch Königin Victoria fiel wohl auf Ottawa, weil es an der Grenze zwischen franko- und anglophonem Gebiet lag. Alle Regionen haben nicht-englisch- oder -französischsprachige Minderheiten. Im hauptsächlich von Inuit bewohnten Nunavut ist Inuktitut die Mehrheitssprache und eine von drei Amtssprachen.

Am weitesten verbreitet sind Chinesisch 1. Jahrhunderts noch die dritthäufigste Sprache, ist mit etwa bis 1. Mit der Kolonialisierung kamen zunächst vor allem französische Katholiken und anglikanische Engländer nach Kanada. Auf sie geht die Abspaltung Neubraunschweigs zurück. In späteren Einwanderungswellen kamen wiederum katholische Iren und Italiener, aber auch ukrainische Doukhobor hinzu.

In Toronto setzten sich die Methodisten durch. In Opposition zu den Katholiken, die eher dem Ultramontanismus zugeneigt waren les bleus , aber auch zu den dominierenden Anglikanern, die vom Oranier-Orden unterstützt wurden, bildeten sich antiklerikale Gruppen vor allem les rouges.

Mit dem Lord's Day Act von wurde ein weitgehendes Arbeitsverbot am Sonntag durchgesetzt, das bis in die er Jahre Gültigkeit beanspruchte, und das der Oberste Gerichtshof erst endgültig abschaffte.

Die Mormonen bilden einen Schwerpunkt in Alberta. Hinzu kommen die Zeugen Jehovas und zahlreiche andere Gruppen. Die katholischen Missionare waren unter den Ureinwohnern erfolgreicher als die protestantischen, und so überwiegt dort der katholische Anteil. Dazu kommen indigene Kirchen, wie die Shaker Church. Vielfach bestehen regionale religiöse Formen fort, wurden umgeformt oder revitalisiert. Die jüngsten Erhebungen beinhalten keine Fragen mehr nach der Zugehörigkeit zu einer Religionsgruppe.

Die Volkszählungen von und ergaben Nach einer Umfrage von fühlten sich die Muslime in Kanada deutlich stärker integriert als in europäischen Staaten. Kanada hat die höchste Einwanderungsquote unter den Flächenstaaten der Welt.

Je nach Lage des Arbeitsmarkts wird eine Mindestpunktzahl im Januar Die persönliche Punktzahl setzt sich aus Punkten für den aktuellen Bildungsstand und die Berufserfahrung zusammen, aus Punkten für die vorhandenen Sprachkenntnisse in Englisch und Französisch sowie für das Alter, für Verwandte und frühere Aufenthalte in Kanada.

Das Immigrations-Programm wurde im Herbst dahingehend angepasst, dass ohne ein bestehendes Arbeitsangebot nur noch Personen zum Skilled Worker Program zugelassen werden, die Erfahrung in einem von 38 festgelegten Berufen nachweisen können Mai Die notwendige Summe beläuft sich derzeit Mai für eine alleinstehende Person auf Geburtstag für sechs Monate oder länger gelebt hat.

Die Einwanderung erfolgt in zwei Stufen. Zunächst wird eine unbefristete Aufenthalts- und Arbeitsgenehmigung erteilt. Einwanderer, die noch nicht eingebürgert sind, haben Residenzpflicht.

In dieser Zeit muss man Nachweise für die vorgegebene Zeit in Kanada erbringen, oder mit jemandem verheiratet sein, die oder der die kanadische Staatsbürgerschaft besitzt. Indianer, in Kanada First Nations genannt, besiedelten Nordamerika vor mindestens Aus der Zeit ab etwa 9.

Ab etwa v. Gruppen aus dem Westen erreichten um v. Dort fanden sich Speerschleudern. Pferde gejagt; sie verschwanden ebenso wie die Megafauna. Dabei lässt sich Kupferbearbeitung bereits um v. Es war das einzige erreichbare Metall in Nordamerika und wurde überaus weiträumig gehandelt. Dabei war es von hohem Wert. Im Westen reichen die Spuren bis vor v. Auch in den Plains lassen sich Dörfer nachweisen.

Als wichtigste kulturelle Veränderung der Plateaukultur im westlichen Binnenland gilt der Übergang von der Nichtsesshaftigkeit zur Halbsesshaftigkeit mit Winterdörfern und sommerlichen Wanderzyklen vor rund 4. Eine ähnliche Entwicklung vollzog sich früher an der Küste, deren Kulturen sich mit den Küsten-Salish in Beziehung bringen lassen. Gegen Ende der Epoche lassen sich erstmals Plankenhäuser nachweisen.

Einige Salish waren bereits vor v. Die Waffe erreichte die Ostküste, konnte sich aber erst rund drei Jahrtausende später im Westen gegen die Speerschleuder durchsetzen - sie war den dortigen Lebensverhältnissen lange Zeit angemessener. Manche Dörfer, meist aus Langhäusern bestehend, waren wohl schon ganzjährig bewohnt.

Ihre typischen Begräbnishügel, die Mounds , erscheinen auch in der westlichen Schild-Kultur, beispielsweise im südlichen Ontario. Kupfer wurde im ganzen Osten Nordamerikas verbreitet. Fernhandel war weit verbreitet und reichte westwärts bis zum Pazifik. Im Norden überwogen kleinere nomadische Gruppen, während sich im Süden ein Zyklus saisonaler Wanderungen durchsetzte, deren Mittelpunkt feste Dörfer waren. Die Küstenkultur wurde zwischen v.

Eine Schicht führender Familien beherrschte den Handel sowie den Zugang zu Ressourcen und hatte die politische und spirituelle Macht. Auch hier tauchen erstmals Begräbnishügel auf. In einigen Regionen herrschten Steinhaufengräbern cairns vor, wie etwa um Victoria. Die Kultur war von Plankenhäusern, oftmals monumentalen Schnitzwerken Totempfählen , komplexen Zeremonien und Clanstrukturen gekennzeichnet.

Im Gegensatz dazu gestatteten die Klimabedingungen und starke vulkanische Aktivität im Nordwesten keine dauerhafte Ansiedlung. Um setzte sich eine erneute Wanderung von Alaska nach Grönland in Bewegung. Aus der Vermischung der Kulturen ging wohl die Thule-Kultur hervor, die bis etwa bestand. Ihre Angehörigen sind die Vorfahren der heutigen Inuit. Dieser landete am Die französischen Kolonisten teilten sich in zwei Hauptgruppen: Zwischen und kam es in Nordamerika zu vier kriegerischen Konflikten zwischen Engländern bzw.

Briten und Franzosen, die jeweils Nebenschauplätze von Erbfolgekriegen in Europa waren. Auch wurden Rechte der französischen Kanadier eingeschränkt. Für die französischsprachige Bevölkerungsmehrheit galt das französische Zivilrecht und Französisch war als Sprache in der Öffentlichkeit anerkannt; durch die Zusicherung der freien Religionsausübung konnte die Bevölkerung an der römisch-katholischen Konfession festhalten und die Kirche ihre erschütterte Macht wieder festigen.

Darüber hinaus spielte sie bis in die Gegenwart in Konkurrenz zu den Protestanten eine zentrale Rolle in der Missionierung. Der Quebec Act verärgerte jedoch die Bewohner der Dreizehn Kolonien, die darin eine unzulässige Beschränkung ihrer nach Westen gerichteten Expansion sahen. Beiden Kolonien gewährte man ein Parlament. In Kanada wird der Krieg bis heute als erfolgreiche Abwehr amerikanischer Invasionsversuche betrachtet.

Die britisch- und französischstämmige Bevölkerung entwickelte durch den Kampf gegen den gemeinsamen Feind ein kanadisches Nationalgefühl, die Loyalität der britischen Krone gegenüber wurde gestärkt. Doch wurden die Rebellionen von rasch niedergeschlagen. Lord Durham empfahl daraufhin in seinem Untersuchungsbericht die Einsetzung einer selbstverantwortlichen Regierung und die allmähliche Assimilierung der französischen Kanadier. Bis erhielten auch die übrigen Kolonien in Britisch Nordamerika eine eigene Regierung, was die Gruppen, die sich um einen Anschluss an die USA bemühten, im Osten entscheidend schwächte.

Breitengrad als gemeinsame Grenze festlegte. Ungenauigkeiten im Grenzverlauf führten immer wieder zu diplomatischen Verwicklungen.

Während des Sezessionskriegs in den Vereinigten Staaten erkannten führende Politiker die Notwendigkeit, amerikanischen Expansionsbestrebungen einen starken Bundesstaat entgegenzustellen, und berieten in drei Verfassungskonferenzen über die Schaffung einer Konföderation.

Daraus resultierte das Verfassungsgesetz , das am 1. Neufundland lehnte den Anschluss ab. Neufundland hingegen hatte den Beitritt abgelehnt und blieb bis britisch. Mit den Indianern schloss Kanada zwischen und elf Verträge ab, die ihnen gegen geringe Kompensationen Reservate zuwiesen, ihnen aber ihre gewohnte Lebensweise garantierten. Bis in die er, in manchen Gegenden sogar bis in die 80er Jahre versuchte man sie zwangsweise zu assimilieren.

So verbot man den Schülern den Gebrauch ihrer Muttersprachen, jede Form der Tradierung wurde so gut wie möglich unterbunden. Die Indianer durften weder Anwälte engagieren, um ihre Ansprüche vor Gericht zu vertreten, und bis durften sie nicht an Parlamentswahlen auf nationaler Ebene teilnehmen, die Inuit sogar bis Als die Regierung versuchte, gegen den Widerstand des französischsprachigen Bevölkerungsteils den obligatorischen Kriegsdienst einzuführen, kam es zur Wehrpflichtkrise von Das Statut von Westminster garantierte die gesetzgeberische Unabhängigkeit, gewisse verfassungsrechtliche Bindungen blieben jedoch weiter bestehen.

Das Land war besonders stark von der Weltwirtschaftskrise betroffen, als Reaktion darauf entwickelte sich in den folgenden Jahrzehnten ein gut ausgebauter Sozialstaat. Kanada erklärte dem Deutschen Reich den Krieg. Die britische Kolonie Neufundland, die sich nicht dem Bundesstaat angeschlossen hatte und von bis ein unabhängiges Dominion gewesen war, trat nach einer lange andauernden politischen und wirtschaftlichen Krise als letzte Provinz der Konföderation bei. Seit den Wahlen vom 4.

Trotz einiger politischer Zugeständnisse ist die Unzufriedenheit unter den Ureinwohnern immer noch hoch. Kanadische Monarchie , Wahlen in Kanada. Die Verfassung besteht nach angelsächsischer Rechtstradition aus schriftlichen Quellen und ungeschriebenem Gewohnheitsrecht. Das Statut von Westminster von gewährte die vollständige gesetzgeberische Autonomie und mit dem Verfassungsgesetz von wurden die letzten verfassungsrechtlichen Bindungen zum britischen Mutterland gelöst.

Theoretisch liegt die exekutive Staatsgewalt beim Monarchen, wird aber in der Praxis durch das Kabinett, ein Komitee des kanadischen Kronrates und durch den Vertreter des Monarchen, den Generalgouverneur, ausgeübt. Der Monarch und dessen Vertreter üben hauptsächlich zeremonielle Funktionen aus. Der Premierminister ist üblicherweise der Vorsitzende derjenigen Partei, die im Unterhaus die meisten Sitze hält und das Vertrauen der Mehrheit der Abgeordneten besitzt.

Er wird vom Generalgouverneur eingesetzt und führt als Regierungschef das Kabinett. Er ernennt die übrigen Kabinettsmitglieder, Senatoren , Richter des Obersten Gerichtshofes , die Vorsitzenden von Staatsbetrieben und Behörden und er kann die Vizegouverneure der Provinzen vorschlagen. September bis September Generalgouverneurin von Kanada.

Ihr folgte David Johnston im Amt. Das Bundesparlament besteht aus dem Monarchen und zwei Kammern, dem demokratisch gewählten Unterhaus engl. House of Commons , frz. Jedes Mitglied des Unterhauses wird im relativen Mehrheitswahlrecht in einem von Wahlkreisen gewählt 49a. Allgemeine Wahlen werden vom Generalgouverneur angesetzt, wenn der Premierminister dies vorschlägt, oder wenn die Regierung bei einem Misstrauensvotum unterliegt.

Es gibt keine Mindestdauer für eine Legislaturperiode , eine Neuwahl muss spätestens nach fünf Jahren erfolgen. Zuvor konnte der Premierminister den Wahltermin nach Belieben festsetzen, doch musste eine Neuwahl spätestens nach fünf Jahren erfolgen. Im Senat , auch Oberhaus engl. Die Sitze sind nach Regionen aufgeteilt, wobei diese seit nicht mehr angepasst wurden. Die Senatoren haben keine feste Amtszeit, sondern können ihr Amt bis zum Ihr Einfluss ist bedeutend geringer als der der Abgeordneten im Unterhaus.

Die Spitze des Rechtssystems bildet der Oberste Gerichtshof. Er ist zugleich die letzte Instanz. Die neun Mitglieder werden auf Vorschlag des Premierministers und des Justizministers vom Generalgouverneur ernannt.

Die Besetzung von Richterämtern auf unteren Stufen fällt in die Zuständigkeit der Provinz- und Territorialregierungen. Diese Aufteilung gilt nicht für das Strafrecht , das Sache des Bundesstaates und in allen Provinzen einheitlich ist. Beide Rechtssysteme sind in die Verfassung eingeflossen. Deren Kern entstand mit der Gründung Kanadas und wurde zuletzt grundlegend durch das Verfassungsgesetz von und die Kanadische Charta der Rechte und Freiheiten ergänzt. In den Provinzen sind die obersten Gerichte die Courts of Appeal.

Ihre Urteile sind allerdings, im Gegensatz zu denen des Obersten Gerichtshofs in Ottawa, in den jeweils anderen Provinzen nicht bindend, wenn sie auch nicht ohne Einfluss sind. Deren Entscheidungen aus der Zeit vor sind nach wie vor bindend, es sei denn, der kanadische Oberste Gerichtshof hat sie aufgehoben. Das gleiche gilt sogar für Entscheidungen bis für den Rechtssprechungsausschuss des Privy Council. Dies ist für die Rechtsstellung der indigenen und der frankophonen Bevölkerung von erheblicher Bedeutung, da ältere, mit der britischen Krone abgeschlossene Verträge, weiterhin gültig sind.

Kanada ist ein in zehn Provinzen und drei Territorien gegliederter Bundesstaat. Diese Einheiten können in Regionen gegliedert werden. Breitengrades und westlich der Hudson Bay. Seit gibt es jedoch erneute Bestrebungen in diese Richtung. Die Provinzen verfügen über einen hohen Grad an Autonomie, während in den Territorien die Bundesregierung zahlreiche Verwaltungsaufgaben selbst übernimmt.

Alle Provinzen und Territorien besitzen ein Einkammerparlament und einen Premierminister als Regierungschef. Die Monarchin wird in allen Provinzen durch einen Vizegouverneur vertreten, der gleichrangig zum Generalgouverneur ist und überwiegend zeremonielle Aufgaben wahrnimmt. In den Territorien übernimmt ein von der Bundesregierung ernannter Kommissar die Aufgaben eines Vizegouverneurs. Dagegen war der Handelsumfang mit China Importe 30,3 Milliarden, Exporte 6,7 vergleichsweise gering, doch steigen diese Zahlen weiter stark an.

Seit der US-Dollar gegenüber dem kanadischen stark im Wert gesunken ist, wird in beiden Ländern nicht mehr über eine Währungsunion diskutiert. Seit übersteigt der Wert der Energieexporte aus Kanada den der Kraftfahrzeugindustrie.

Enge Beziehungen unterhält das Land weiterhin zum Vereinigten Königreich , aber auch zu Frankreich , darüber hinaus durch die Mitgliedschaft im Commonwealth of Nations und als Teil der internationalen Frankophonie auch zu anderen ehemals britischen und französischen Kolonien. Einen wichtigen Teil der kanadischen Identität bildet die Unterstützung der Multilateralität.

Der spätere Premierminister Lester Pearson trug wesentlich zur Beilegung der Sueskrise bei und wurde dafür mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnet. Verschiedene internationale Vereinbarungen entstanden auf kanadische Initiative und wurden in diesem Land verabschiedet.

Canadian Forces , frz. Forces canadiennes entstanden in ihrer jetzigen Form , als Heer, Marine und Luftwaffe organisatorisch zusammengeführt wurden. Die Truppen umfassten rund Aufgrund der engen Bindungen an das britische Mutterland waren kanadische Truppen am Burenkrieg , am Ersten und am Zweiten Weltkrieg beteiligt. Seit stellt Kanada einen bedeutenden Teil der Friedenstruppen der Vereinten Nationen und war an mehr Friedensmissionen beteiligt als jede andere Nation.

Im föderalistischen Kanada gibt es kein einheitliches nationales Bildungssystem. Daher unterscheiden sich in einigen Provinzen Schuleintrittsalter 5. Lebensjahr und Dauer der Grundschulzeit bis Klasse 6 oder 7. Da das Bildungssystem Chancengleichheit anstrebt, erfolgt der Übergang von einer Schulstufe in die andere ohne Leistungsprüfung. Etwa zehn Prozent der Schüler besuchen eine Privatschule. Das Leistungsniveau der Privatschulen gilt als sehr hoch und Kanada ist das einzige OECD-Land, in dem die Schülerschaft der Privatschulen selbst nach Einbeziehung des familiären und sozioökonomischen Hintergrundes mehr lernt, als die Schülerschaft an öffentlichen Schulen.

Während der Schulbesuch kostenfrei ist, werden an den Hochschulen 60 Studiengebühren unterschiedlicher Höhe verlangt. In schrumpfenden Regionen kulminieren die Probleme oftmals. Wenn statt Wachstum die Schrumpfung einer Stadt im Fokus steht, spielen die Zentren eine wichtige Rolle in der Debatte, welche Form eine Stadt perspektivisch einnehmen soll und welche Qualitäten eine Siedlung nach Abschluss dieses Prozesses besitzen soll.

Beide Modelle sind in einer europäischen Stadt vorstellbar, müssen aber geplant und mit entsprechenden Qualitäten ausgestattet werden. Die Zeiten einer einheitlichen Stadtentwicklung — sollte es diese jemals gegeben haben — sind von mehreren parallel und teilweise diametral verlaufenden Entwicklungen abgelöst worden.

Es stellt sich daher die Frage, ob der europäischen Stadtform eine Zukunft beschieden ist. Eine Antwort auf diese Frage zu finden, ist aus heutiger Perspektive unmöglich. Die Zeit wird es weisen. Vielleicht ist es aber auch an der Zeit, die Heterogenität und Verschiedenheit der europäischen Städte zu betonen und gleichzeitig die gewachsenen Strukturen und Qualitäten als Kern eines Stadtideales zu sehen, von welchem sich Städte in Europa unter Berücksichtigung der lokalen Herausforderungen und Gegebenheiten entfernen oder nähern können.

Die hauptsächlich seit Mitte des Über die Zeit zeigt diese Raumstruktur Tendenzen zur Eigenständigkeit im Rahmen der stadtregionalen Nutzungsverteilung und zur Unabhängigkeit von der Kernstadt. Thomas Sieverts wirbt in seinem Buch Zwischenstadt vehement für eine schrittweise Qualifizierung dieses Raums, der in der Öffentlichkeit wie auch der Planungsprofession im allgemeinen als hässlich und ökologisch schädlich gilt.

Ich hänge genau so an der Form und dem Wesen der historischen europäischen Stadt und an der historischen Kulturlandschaft wie die Kollegen, die sie auch heute noch heldenhaft als Muster für die Zukunft gegen alle Teufelskräfte der Auflösung verteidigen wollen. Wer hätte es nicht gern, wenn die Städte kompakt, die Dörfer intakt und die Landschaft heil gehalten werden könnten. Vielleicht ist es sogar gerechtfertigt, die alten Konventionen und Ziele weiter zu postulieren, in der Hoffnung, dass wenigstens einiges davon noch wirksam bleibt, obwohl die Wirklichkeit sich immer weiter von den Idealen entfernt.

Laut Sieverts führt das Zusammenwirken mehrerer grundlegender Veränderungen zu einer Transformation der Städte, welche nicht aufzuhalten ist, aber aufgrund ihrer ökologischen, sozialen und ökonomischer Mängel nach Gestaltung ruft:.

Die Städte der Neuzeit weiten sich entsprechend dieser Entwicklungen und der jeweilig existierenden Verkehrs- und Kommunikationstechnologien auf der ganzen Welt in ihr Umland aus und bilden eigene Formen einer verstädterten Landschaft oder einer verlandschafteten Stadt aus. Auch hat sich das Verhältnis zwischen Siedlung und Landschaft in Teilen umgekehrt: Heute sind Innenstädte oftmals nur noch Ort des Konsums.

Eine Förderung des Einzelhandels um fast jeden Preis und der Bau pseudo-historischer Bauten überfrachtet die Innenstädte laut Sieverts mit vermeintlich urbanen Aufgaben und zerstört diese somit. Urbanität, Zentralität, Dichte, Mischung, Ökologie. Zudem werde die häufig mangelhafte gebaute Urbanität oft mit der gelebten Urbanität gleichgesetzt. Das Urbanitätsverständnis entspreche einem idealisierten und von negativen Elementen bereinigtem Bild einer bürgerlichen europäischen Stadt.

Der beklagte Verlust an Urbanität in mitteleuropäischen Städten sei eine Folge stark verbesserter Wohnverhältnisse, aber auch von Arbeitsbedingungen. Die historische Dichte und Nutzungsmischung der historischen Stadt seien heute nicht mehr denkbar, unter den damaligen Zuständen könne heute kein Mitteleuropäer mehr leben.

Indem wir heute zahlreiche Tätigkeiten, die zu früheren Zeiten mangels privater in öffentlichen bzw. Büros und Werkstätten verlagern konnten, sei gefühlte Urbanität zugunsten besserer Lebensverhältnisse und Privatheit ersetzt worden. Der öffentliche Raum verliert an Bedeutung. Gleichwohl ist der öffentliche Raum für die europäische Stadt jedoch unersetzlich, dient er doch als identitätsstiftendes Symbol. Nach Sieverts muss scharf zwischen gelebter und gebauter Urbanität unterschieden werden.

Hierbei sei die gelebte Urbanität die Entscheidendere und müsse daher, ohne künstlich zu wirken, inszeniert werden. Laut Sieverts besitzt das Zentrum einer Stadt neben einer geometrischen Dimension auch die Eigenschaft eines bedeutenden und wichtigen Ortes. Jede Stadt brauche eine Mitte, die für das Wesen der Stadt stehe.

Vielmehr kann jeder Teil einer Stadt bestimmte zentrale, d. Die einzelnen Zentren sollten aber keine monofunktional spezialisierten Zentren für Einkauf und Freizeit sein, welche nur mit dem Pkw erreichbar sind und den Rest der Stadt funktional ausbluten lassen. Vielmehr sollten sie in kooperativen Weise miteinander wirken und die Stadtmitte, die für das Wesen der Stadt steht, unterstützen. Dichte ist neben Zentralität und Urbanität ein weiterer wichtiger stadtbeschreibender Begriff.

Gleichwohl steht Sieverts der Forderung nach einer Erhöhung der Dichte einer Stadt nicht unkritisch gegenüber. Zum einen weist er darauf hin, dass Dichte mehrere Dimensionen besitze, zwischen denen unterschieden werden müsse: Masse des umbauten Raums pro Flächeneinheit , die räumlich-visuelle Dichte Grad der erlebbaren baulich-räumlichen Geschlossenheit und die soziale Dichte Menge und Qualität der möglichen Sozialkontakte pro Siedlungseinheit.

Diese drei Dimensionen korrelieren jedoch nur bedingt miteinander: Bestimmte Formen hoher baulicher Verdichtung wirken der Häufigkeit und Qualität von Sozialkontakten eher entgegen. Niedrigere Bauten erlauben geringere Abstände und damit intimere Raumbildungen. Für eine soziale Dichte komme es nicht auf die absolute Dichte, sondern auf die räumliche Anordnung an.

Der Mangel an Freiflächen wiederum verstärkt den Freizeitverkehr und belastet damit weitere Wohngebiete. Sieverts stellt daher als These auf: Es geht um eine Entkoppelung von Wohlstandsentwicklung und Flächenverbrauch, wie sie analog zwischen Produktivität und Energieverbrauch erreicht worden ist. Auch der Hinweis auf die Dichte der Stadt des Jahrhunderts, die ja doch angeblich so gut funktioniert hat, führe in die Irre.

Sie konnte nur deswegen so dicht bebaut werden, weil die Versorgung mit Gemeinbedarfseinrichtungen, insbesondere mit Freiflächen, unverantwortlich schlecht war, vor allem aber, weil es noch keine Autos gab. Vielmehr sollte die Frage gestellt werden, ob die spezifischen Wohn- und Arbeitsplatzflächen pro Einwohner bzw. Sie optimiert die Nutzung der Siedlungsfläche insbesondere dann, wenn Nutzungen unterschiedlichen Tageslichtbedarfs und unterschiedlicher Empfindlichkeit vertikal auf einer Parzelle gemischt werden.

Dichte und Mischung ermöglichen kurze Wege. Diese Mischung wiederum führt in Verbindung mit Dichte zu einer Belegung des öffentlichen Raums und zu einem reichhaltigen Erfahrungsfeld, insbesondere für Kinder.

Nicht zuletzt führt dieser Stadttypus zu eindeutigen, kontrastreichen Abgrenzungen zwischen Stadt und Land. Der Begriff der Nutzungsdurchmischung wird als notwendiger Bestandteil von Urbanität und als ein wirksames Mittel zur Vermeidung motorisierten Verkehrs angesehen. Insbesondere in einer stärker auf Dienstleistung orientierten Wirtschaft und Gesellschaft ist eine Nutzungsmischung tragfähig.

Sieverts weist jedoch darauf hin, dass es unterschiedliche Arten der Mischung — mit jeweils unterschiedlichen Anwendungsgraden — gibt: Eine vertikale Mischung innerhalb eines Gebäudes ist heute schwieriger zu realisieren, da die Empfindlichkeiten und Anforderungen der unterschiedlichen Nutzungen spezifischer geworden sind.

Diese seien mittlerweile auch auf hohem Niveau gesetzlich normiert. So erfordere beispielsweise eine Nutzungsänderung über die Zeit, bspw. Diese lassen sich nur schwer in eine kleinteilige Struktur integrieren. Ein weiteres wichtiges Ziel, das mit der möglichst dicht gepackten Nutzungsmischung angestrebt wird, ist eine Minderung des motorisierten Verkehrs: Die meisten Menschen können Wohnen und Arbeiten aufgrund der Raumstrukturen nicht mehr in räumlicher Nähe zueinander wählen oder gar Freizeitgestaltung, Bildung und Einkaufen mit integrieren.

Gleichwohl lassen sich weitergehende Dienstleistungsnutzungen gut mit Wohnen mischen. Fortschritte in der Produktionstechnologie 3D-Druck und das Entstehen kleinerer Manufakturen könnten auch die Produktion wieder stärker in die Stadt integrieren.

Dies hätte auch Vorteile für den sozialen Zusammenhalt, das Entstehen nachbarschaftlicher Netzwerke zur gegenseitigen Hilfe und der Schaffung lokaler geschlossener Energie- und Stoffverbünde zur Senkung der Energiebedarfe. Dem Wunsch nach einer stärkeren Nutzungsdurchmischung steht jedoch ein starker Gegner gegenüber: Je nach wirtschaftlicher Leistungsfähigkeit kommt es zu Bodenwertdifferenzierungen, welche bestimmte, ökonomisch schwächere Nutzungen an einem Ort ausschlössen.

Aus diesem Grund sei z. Die Durchsetzung von Funktionsmischung setzt laut Sieverts demnach mindestens folgendes voraus: So sei im Umfeld der Städte sowohl die Stadt wie auch die Landschaft gebaut und wird durch technische Infrastruktur, die landwirtschaftliche Nutzung oder weitere menschengemachte Objekte ausgestaltet.

Der deutsche Wald ist zum Beispiel keine Naturlandschaft, sondern vielmehr eine Kulturlandschaft. Bis auf wenige Bereiche ist der Wald durch Jahrhunderte lange Nutzung vom Menschen geprägt und wird wirtschaftlich intensiv genutzt. Sieverts weist folglich darauf hin, dass die Kulturlandschaft eine verstädterte Landschaft sein wird mit einer Konzentration von kompakten Siedlungskörpern und ein- und ausgelagerten Landschaftsräumen, die spezifisch städtische Funktionen erfüllen z.

Die Identität einer Stadt leite sich künftig nicht nur aus der Gestalt und Funktion des Gebauten, sondern auch aus der unbebauten, vegetativen Fläche ab. Diese gilt es daher in diesem Sinne zu gestalten. Diese stellt an die Planung ganz neue Anforderungen. Vor allem, wenn nicht mehr die räumlichen Entfernungen, sondern der Zeitaufwand der Verknüpfungen bzw. Eine Rückkehr zu kompakten Strukturen ist somit nur schwer vorstellbar, insbesondere da örtliche und regionale Wirtschaftsverflechtungen dem entgegenstehen.

Nur undemokratische Gesellschaften können gegenwärtig noch eine kompakte Stadt erzwingen! Jede Generation stand und steht vor ihren eigenen Herausforderungen. Dies ist heute nicht anders als zu Ende des Jahrhunderts, der Nachkriegszeit oder nach dem Fall der Mauer.

Umbrüche und Veränderungen entfalten ihre Wirkung auch auf das Städtische, das Gebaute und wirken dort lange nach. Insbesondere die Langlebigkeit und die Starrheit der gebauten Umwelt sind hierbei besonders herausfordernd: Bis diese jedoch voll zum Tragen kommt, können sich die Rahmenbedingungen jedoch bereits erneut gewandelt haben. Jede Zeit hat ihre jeweiligen Probleme, Herausforderungen und Lösungsansätze. Millionen Flüchtlinge und Vertriebene aus den östlichen Gebieten verschärften die Situation weiter.

Auch für die technischen Entwicklungen und gesellschaftlichen Herausforderungen dieser Zeit werden zurzeit Lösungen im Städtischen gesucht.

Getroffene Entscheidungen wirken jahrzehntelang nach und können — dies liegt in der Natur der Sache — jedoch nur in Unkenntnis getroffen werden. Sie basieren auf vagen Vermutungen, welche häufig der linearen Fortschreibung von Trends folgen. Gleichzeitig unterliegen die Randbedingungen einem steten Wandel und vielen Brüchen.

Die Unsicherheit ist hoch. Denn auch die in jüngerer Vergangenheit oder in Gegenwart geschehenden Veränderungen sind massiv: Automatisierung, Robotik und Digitalisierung verändern zunehmend die Arbeitswelt , die demographische Entwicklung und drohende Altersarmut bedürfen Antworten. Der Klimawandel schreitet voran und wird seine Wirkung entfalten. Geoengineering soll uns retten.

Die technologische Entwicklung verändert in zunehmender Geschwindigkeit jede Funktion in einer Stadt: Wohnen smart home und smart living , Arbeit und Wirtschaft smart economy , Energie smart energy , Verwaltung smart governance , Bevölkerung smart people , Sicherheit Predictive Policing , Entsorgung, Gesundheit, Ernährung, …, und natürlich auch die Mobilität smart mobility. Der technologische Wandel hat stets Vorteile wie Nachteile mit sich gebracht.

In der Atomkraft wie auch der Mobilität wird dies besonders deutlich. Unsere derzeitige Lösung lautet: Optimierung und Einsatz neuer Technologien. Dies soll einer weitergehenden Optimierung dienen. All dies hat Wirkungen auf unsere Siedlungen.

An dieser Stelle sei nur an die Wirkung der Automobils auf unsere Städte und Siedlungsstrukturen erinnert. Es ist naiv zu glauben, dass die Einführung neuer Technologien keine Reaktion des menschlichen Verhaltens hervorrufen wird und sich letztendlich auch im Gebauten ausdrückt. Insbesondere die Automatisierung von Fahrzeugen wird aufgrund der damit verbundenen Auflösung von Raumwiderständen und einem anderen Zeitverständnis für Distanzen starke Wirkung auf unsere Entscheidungen und die gebaute Umwelt entfalten.

Wir stehen derzeit an einem Punkt, an dem die baldige Existenz neuer Technologie absehbar und die Rahmenbedingungen für deren Einsatz noch gestaltbar sind. Jahrhunderts oder in den er und er Jahren dar: Viele Städte werben um die Gunst der Automobilindustrie, dass diese doch die jeweilige Stadt zu einem Testfeld für automatisiertes Fahren machen solle. Entsprechend rasch dürfte sich auch der regulatorische Rahmen und die Politik in den einzelnen Kommunen ändern.

Die Geschichte der Stadt zeigt auf, dass die Bereitschaft zur Einführung neuer Technologie gar soweit geht, dass wir die gebaute Umwelt adaptieren, um der Technologie und ihren Nutzern beste Bedingungen zu bieten. Erinnert sei hier nur an das Ideal der Autogerechten Stadt, welches die Förderung eines flüssigen und ungehinderten motorisierten Individualverkehrs an erste Stelle setzte.

Dies ist der Punkt, an dem wir heute stehen: Es stellt sich nun die Frage, ob sich die Geschichte einer Pkw-orientierten Planung wiederholen wird und welche Wirkungen eine Automatisierung des Verkehrs auf das menschliche Verhalten und das System Stadt haben wird. Dies erscheint mir umso drängender, da zurzeit nur einige wenige Szenarien und Bilder von der Zukunft der Mobilität bzw. Zukunft der Stadt existieren, welche zum einen stark durch die Automobilindustrie geprägt und zum anderen stark technologiefixiert sind.

Windräder auf einem denkmalgeschützten Altbau signalisieren, woher ein Gutteil des Stroms mittlerweile kommt — aus regenerativen Quellen. Eine rote Fahrspur markiert den Raum für Fahrräder. Oder soll er den Bus mit Brennstoffzellenantrieb nehmen, der dort hinten heranrollt, oder eines der car2go-Fahrzeuge? Die urbane Mobilität der Zukunft bietet individuelle Flexibilität und Wahlfreiheit.

Modernste Hochhäuser leuchten in grellen Farben um die Wette und säumen die Fahrbahn, die sich Autos, öffentliche Verkehrsmittel und Zweiräder teilen, mit diversen Antriebskonzepten ausgestattet.

Eigene Fahrspuren sind fürs autonome Fahren reserviert. Dort rollt der Verkehr flüssig, und die Fahrer können sich anderen Aktivitäten zuwenden. Eine Hochgeschwindigkeitsbahn verbindet die Innenstadt mit anderen Verkehrsknoten wie etwa Flughäfen.

Mercedes-Benz steht an dieser Stelle nur stellvertretend für mehrere Akteure aus unterschiedlichen Branchen, welche Bilder der Zukunft malen. Es ist ebenso legitim, dass diese für die Zukunft der Stadt unterkomplex, da einseitig orientiert, sind. Bei Visionen über die Zukunft wird oftmals nur eine Funktion geändert, während die anderen Stadtfunktionen als statisch dargestellt werden. Mitunter wird auch die Frage aufgeworfen, wie einzelne Funktionen wie bspw.

Ansonsten werden sie nicht mehr greifbar. Aber genau das ist der Zustand, in dem sich Stadt immer befindet: Unsicherheit über ihre Zukunft. Zu einem Problem wird die einseitige Fixierung auf Technologie, wenn unkritisch mit ihr umgegangen wird.

Die Vergangenheit zeigt uns, wie existierende Strukturen auf technologischen Wandel reagiert haben. Entscheidungen sollten daher in dem Bewusstsein getroffen werden, dass jede Veränderung gleichzeitig positive wie negative Folgen mit sich bringt. Der Nicht-Erfolg des Transrapids sollte jedoch verdeutlichen, dass die reine Existenz von marktreifer Technologie noch lange nicht deren Erfolg und Veränderungspotenzial bedeutet.

Vielmehr sollte vor dem Hintergrund gehandelt werden, dass heute getroffene oder nicht getroffene Entscheidungen für Jahrzehnte nachwirken und Systeme festschreiben.

Nachhaltige Stadtentwicklung ist das Ergebnis von Auseinandersetzungen verschiedener Auffassungen zu sozialen, ökologischen, technischen und ökonomischen Aspekten. In Zeiten, in denen nahezu alle Menschen in einer durch Menschenhand geschaffenen Umwelt leben, gilt umso mehr, dass geplante Veränderungen dieser Umwelt einer gesellschaftlichen Diskussion und Debatte bedürfen. Der Städtebau der Moderne hat die europäischen Städte im Er hat Stadtquartiere mit hohen Wohnstandards und gesunden Wohnverhältnissen geschaffen.

Die Notwendigkeit zur Veränderung war damals augenscheinlich. Die heutigen Herausforderungen sind vor dem Hintergrund einer komplexeren und vernetzteren Welt schwieriger zu erfassen, Lösungen schwerer zu finden und der Umgang mit der Vergangenheit lehrt Demut.

Das nicht mehr funktionieren etablierter und wohlbekannter Funktionen und Abläufe, wachsende Unsicherheit und eine zunehmende Komplexität lassen die Akzeptanz von Veränderung schrumpfen. Das Bestehende oder Dagewesene wird romantisiert und verklärt. Dieser Artikel kann und soll keine Antworten für die Zukunft geben.

Vielmehr soll er Fragen aufwerfen und zum Nachdenken über die Stadt der Zukunft anregen. Es gibt noch mehr! Lassen Sie sich über neue Artikel und Aktualisierungen benachrichtigen. Öffnungsrate, Klicks gespeichert werden. Die Datenspeicherung erfolgt innerhalb der Europäischen Union. Bei Fragen stehe ich Ihnen unter info zukunft-mobilitaet. Umweltwirkungen des Verkehrs, Luftreinhaltung und Klimaschutz Jahresrückblick: Ist interessiert an innovativen Konzepten zum Lösen der Herausforderungen von morgen insbesondere in den Bereichen urbane Mobilität, Verkehr im ländlichen Raum, Wirkung autonomer Fahrzeugsysteme und nachhaltige Verkehrskonzepte.

Habe bei dem ersten Kapitel angefangen und konnte nicht mehr als paar Seiten lesen, weil ich das Gefühl hatte, nichts aus dem Gelesenen mitzunehmen, als würde der Autor mit vielen Worten wenig aussagen.

Beim Drüberschauen kommen mir die Kapitel vor, als wären sie jeweils ein Referat zu einem abgeschlossenen Thema, ein roter Faden ist — wenn vorhanden — gut versteckt. Schade, dass dir der Artikel nicht gefallen hat. Insbesondere der Punkt, dass man nichts aus dem Artikel mitnehmen kann, hat mich etwas verwundert und auch nachdenklich gemacht. Denn im Umkehrschluss würde dies ja bedeuten, dass die ganze Arbeit umsonst war. Ich bin mir jetzt auch nicht sicher, ob es nur dir so geht — den Artikel hatten vier Personen vorab zum Probelesen und waren ganz angetan — oder ob es sich hier um ein allgemeines Problem handelt — hier wäre Feedback von Dritten erwünscht!

Da der Artikel eher in ein Artikel einführt und weniger einen gewissen Sachverhalt diskutiert, habe ich auch auf ein Fazit verzichtet.

Eine Kurzfassung erschien mir auch nicht richtig, weil dies der Komplexität des Themas nicht gerecht wird — vielleicht sollten aber einzelne Teile nochmal separat aufgearbeitet werden.

Sollte ich Zeit finden, werde ich diese aber ggf. Was du ganz ans Ende geschrieben hast, sollte eigentlich schon am Anfang stehen:. Wenn aber gar keine klare Antwort transportiert werden soll, muss der rote Faden auch gar nicht so offensichtlich sein.

Der dialektische Gedanke, dass eine zur Lösung eines ursprünglichen Problems entwickelte Strategie später eigene Probleme verursachen kann, kommt aber gut herüber.

Insbesondere dezentrale Raumstrukturen im Zusammenhang mit der Mobilitätsentwicklung sind ein sehr komplexes Thema, bei dem es keine einfachen Antworten gibt und eine ausführliche Diskussion angebracht ist. Daher wären mehrere Gliederungsstufen sinnvoll. Auch eine übergeordnete Einteilung bietet sich an: Kapitel aus dem Inhaltsverzeichnis beschreiben die historische Entwicklung in Mitteleuropa, Kapitel diskutieren mehr oder weniger aktuelle Ansätze in Europa und Nordamerika und Kapitel ziehen die Schlussfolgerung, dass man zur Gestaltung der Zukunft weder der verklärenden Nostalgie noch dem naiven Technikoptimismus verfallen sollte.

Zur Versorgungssituation in der sozialistischen Stadt: Es ist im Prinzip ein interessantes Thema, ich habe dann aber irgendwo in der Mitte ehrlich gesagt aufgehört zu lesen, es ist einfach zu viel Information und ich finde keine Struktur, keinen roten Faden an dem entlang ich für mich uninteressante Teile leicht überspringen könnte.

Moin Moin, kurz zu den anderen Kommentare: Beim aktuellen Teil würde ich mir mehr wünschen: Jan Gehl meint auch, das über Stockwerken die Zufriedenheit abnimmt, bei steigender Wohnfläche also die Dichte sinken muss. Aktuell befinde ich mich in jedoch einem Wohnturm in dem mit den Stockwerken die Preise steigen, zudem gibt es in Wien Alt Erlaa: So wie ich es verstehe verdeutlicht Dichte Planungsfehler und Problemlagen: Gerade in Hamburg gibt es Wohngegenden, in denen oben alles legal und illegal zugeparkt ist — gleichzeitig die Tiefgaragen Leerstand haben.

Die Migrationen bilden also einen Vorgang, der auch die religiöse Dimension des Menschen berührt, und bieten den katholischen Migranten eine bevorzugte, wenn auch oft schmerzvolle Gelegenheit, ein deutlicheres Gefühl der Zugehörigkeit zur universalen Kirche jenseits jeder Partikularität zu erlangen. Die Christen müssen nämlich Initiatoren einer wahren und wirklichen Kultur der Aufnahme sein vgl.

EEu 85, und PaG Das alles sollen die Christen mit einer wahrhaft brüderlichen Aufnahme verwirklichen in Antwort auf die Einladung des heiligen Paulus: Aber der echt christliche Geist gibt in der Auseinandersetzung mit diesen Problemen Anhalt und Mut und regt die konkreten Weisen an, mit denen wir sie im täglichen Leben unserer christlichen Gemeinden lösen sollen vgl.

EEu 85 und Deshalb muss die gesamte Kirche des Aufnahmelandes sich gegenüber den Migranten betroffen und bewegt fühlen. In den Teilkirchen muss also die Pastoral überdacht und geplant werden, um den Gläubigen zu helfen, im neuen gegenwärtigen multikulturellen und plurireligiösen Umfeldeinen authentischen Glauben zu leben. Im Religionsunterricht und in der Katechese muss die angemessene Weise gefunden werden, im christlichen Bewusstsein den Sinn für die Aufnahme besonders der Ärmsten und Ausgegrenzten, zu denen oft die Migranten gehören, zu wecken.

Eine solche Katechese kann dann gar nicht anders, als sich auf die schwerwiegenden Probleme zu beziehen, die dem Phänomen der Migration vorausgehen und es begleiten, wie die demographische Frage, die Arbeit und deren Bedingungen Phänomen der Schwarzarbeit , die Sorge um die vielen Alten, das Verbrechertum, die Ausbeutung von Menschen, der Menschenhandel und -schmuggel.

Sicher ist es nützlich und richtig, hinsichtlich der Aufnahme die Begriffe zu unterscheiden: Mensa, Schlafraum, medizinische Versorgungsstellen, wirtschaftliche Hilfen, Beratungsstellen. Wir erinnern im Besonderen an den Einsatz für die Familienzusammenführung, die Erziehung der Kinder, an die Wohnung, die Arbeit, das Vereinswesen, die Förderung der bürgerlichen Rechte und an die verschiedenen Formen der Teilnahme der Immigranten in der Aufnahmegesellschaft.

Die religiösen, die sozial-caritativen und kulturellen Vereinigungen christlicher Inspiration sollen darüber hinaus darauf achten, die Immigranten in ihre eigenen Strukturen einzubeziehen. Die ekklesiologischen Grundlagen der Migrantenpastoral helfen auch im Bemühen um eine für die historische und anthropologische Dimension der Migrationen aufmerksamere Liturgie, damit die liturgische Feier zum lebendigen Ausdruck der Gemeinschaft der Gläubigen wird, die hic et nunc auf den Wegen des Heils pilgern.

So stellt sich die Frage nach der Verbindung der Liturgie mit der Natur, der Tradition und dem Geist der verschiedenen kulturellen Gruppen sowie das Problem, auf besondere gesellschaftliche und kulturelle Situationen im Bereich einer Pastoral antworten zu können, die sich um eine besondere liturgische Bildung und Förderung bemüht vgl.

SC 23 , die auch eine breitere Teilnahme der Gläubigen in der Teilkirche fördert vgl. Auch wegen der Knappheit ihrer Kräfte sollen dann die Priester die Laien in den nicht geweihten Diensten schätzen. In dieser Perspektive ist die Möglichkeit zu sehen, dort, wo ein Priester nicht zur Verfügung steht, auch in den Gemeinden der Immigranten so genannte sonntägliche Versammlungen ohne Priester vgl. Im Übrigen soll man sich an die allgemeinen Normen halten, die vom Heiligen Stuhl früher schon erlassen wurden und an die im Apostolischen Schreiben Dies Domini erinnert wird, das ausführt: Zugleich sollen die Priester danach trachten, dem Volk Gottes die im Leben jeder Teilkirche bestehende Notwendigkeit echter Berufungen zum Priestertum deutlicher bewusst zu machen und auch bei den Migranten eine intensive Berufungspastoral für den geweihten Dienst zu fördern vgl.

EE und PaG Eine besondere Aufmerksamkeit verdient dann die Volksfrömmigkeit [50] , denn sie ist für viele Gemeinden der Migranten charakteristisch. Es geht darum, hier ein gründliches Werk der Evangelisierung durchzuführen und ebenso die katholische Ortsgemeinde mit einigen Frömmigkeitsformen der Migranten bekannt zu machen und sie ihren Wert schätzen zu lehren, damit sie diese verstehen. Aus dieser geistigen Vereinigung kann auch eine Liturgie hervorgehen, die sich durch eine tätigere Teilnahme und einen umfassenderen spirituellen Reichtum auszeichnet.

Dasselbe ist auch hinsichtlich der Verbindung mit den verschiedenen katholischen Ostkirchen zu sagen. Besondere Beachtung verdienen auch die Formen der Segnungen in der Familie, die im Benediktionale enthalten sind.

PaG 53 und Erwachsene entdecken nämlich auf diese Weise wieder die Bedeutung und den Wert von Wegen, die ihnen helfen, ihren Glauben und das christliche Leben mit neuer Kraft zu erfüllen. Eine besondere Gefahr für den Glauben erwächst übrigens aus dem gegenwärtigen religiösen Pluralismus, wenn er als Relativismus und Synkretismus auf dem Gebiet der Religion verstanden wird. Um diese Gefahr abzuwenden, ist es nötig, neue pastorale Initiativen zu ergreifen, die erlauben, in angemessener Weise dem Phänomen entgegen zu treten, das sich als eines der schwierigsten pastoralen Probleme der heutigen Zeit erweist zusammen mit dem Überhandnehmen der Sekten.

Hinsichtlich der katholischen Migranten sieht die Kirche eine besondere Pastoral vor, die durch die Verschiedenheit der Sprache, des Ursprungs, der Kultur, der Ethnie und der Tradition bedingt wird oder durch die Zugehörigkeit zu einer bestimmten Kirche sui iuris mit eigenem Ritus, was oft für eine volle und rasche Eingliederung der Migranten in die örtlichen Territorialgemeinden hinderlich ist bzw.

Zu all den Entwurzelungen aus dem Herkunftsland, der Familie, der Sprache, usw. Bei der Präsenz besonders zahlreicher und homogener Gruppen von Immigranten sollen diese also ermutigt werden, ihre eigene besondere katholische Tradition aufrecht zu erhalten.

Insbesondere muss versucht werden, für die religiöse Betreuung in organisierter Form seitens Priester der Sprache, der Kultur und des Ritus der Immigranten zu sorgen, wobei unter den vom CIC und vom CCEO vorgesehenen juristischen Personen die geeignetste zu wählen ist. Auf jeden Fall kann die Notwendigkeit einer tiefen Gemeinschaft zwischen den Missionen der Sprach- oder Ritusgemeinden und den Territorialpfarreien nicht genügend betont werden.

Darüber hinaus soll an die Notwendigkeit einer besonderen pastoralen Betreuung auch im Hinblick auf Facharbeiter, Berufstätige und ausländische Studenten erinnert werden, die sich vorübergehend in Ländern mit muslimischer Mehrheit oder mit Mehrheit einer anderen Religion niedergelassen haben.

Wenn sie sich selbst überlassen und ohne geistliche Führung sind, können sie, anstatt ein christliches Zeugnis abzulegen, Anlass zu falschen Urteilen über das Christentum geben.

Wir sagen das unabhängig vom guten Einfluss Abertausender Christen in diesen Ländern, die dort ein gutes Zeugnis geben, und unabhängig von der Rückkehr früherer Migranten anderer Religion aus stark katholischen Gebieten in ihr Ursprungsland mit christlicher Minderheit.

Katholische Migranten ostkirchlichen Ritus. Die katholischen Migranten ostkirchlichen Ritus, die heute immer zahlreicher werden, verdienen eine besondere Aufmerksamkeit. Vatikanische Konzil CD 23 setzt in der Tat fest: Das kann er tun durch Priester oder Pfarreien dieses Ritus oder durch einen bischöflichen Vikar, der mit geeigneten Vollmachten ausgestattet ist und gegebenenfalls auch die Bischofsweihe empfangen hat.

Er kann aber auch selbst das Amt des Oberhirten für die verschiedenen Riten ausüben. Sie besitzen von Rechts wegen Der CIC stellt den Grundsatz auf, dass die Pfarrei in aller Regel territorial abgegrenzt zu sein habe, bestimmt dann aber: Wenn so vorgegangen wird, bilden diese Pfarreien juristisch einen integrierenden Bestandteil der lateinischen Diözese, und die Pfarrer dieses Ritus sind Mitglieder des diözesanen Presbyteriums des lateinischen Bischofs.

Es soll hier daran erinnert werden, dass der CCEO can. Migranten anderer Kirchen und kirchlicher Gemeinschaften. Es geht darum, jenen apostolischen Geist der Liebe zu haben, der einerseits die Gewissen anderer respektiert und das Gute, das er findet, anerkennt, der aber auch auf den Zeitpunkt warten kann, um ein Werkzeug einer tieferen Begegnung zwischen Christus und dem Bruder zu werden. In jedem Fall gilt: Unter ähnlichen Umständen kann ihnen auch erlaubt werden, auf katholischen Friedhöfen zu beerdigen oder dort Gottesdienste zu halten.

Hier ist dann daran zu erinnern, dass unter bestimmten Umständen die Nichtkatholiken berechtigt sind, die Eucharistie gemeinsam mit den Katholiken zu empfangen entsprechend dem, was auch die letzte Enzyklika Ecclesia de Eucharistia besagt: Dies gilt nicht für die Spendung der Eucharistie unter besonderen Umständen und an einzelne Personen, die zu Kirchen oder kirchlichen Gemeinschaften gehören, die nicht in der vollen Gemeinschaft mit der katholischen Kirche stehen.

In diesem Fall geht es nämlich darum, einem schwerwiegenden geistlichen Bedürfnis einzelner Gläubiger im Hinblick auf das ewige Heil entgegenzukommen, nicht aber um die Praxis einer Interkommunion, die nicht möglich ist, solange die sichtbaren Bande der kirchlichen Gemeinschaft nicht vollständig geknüpft sind. In diesem Sinn hat sich das II.

Diese Verhaltensweise ist von beiden Gesetzbüchern bestätigt worden, die mit den entsprechenden Anpassungen auch den Fall der anderen, nicht orientalischen Christen berücksichtigen, die nicht in voller Gemeinschaft mit der katholischen Kirche stehen vgl.

Auf jeden Fall ist hier eine gegenseitige besondere Achtung vor den entsprechenden Anordnungen zu üben, wie es im Direktorium zur Ausführung der Prinzipien und Normen über den Ökumenismus empfohlen wird: Migranten anderer Religionen im Allgemeinen.

Auch für die nichtchristlichen Immigranten setzt sich die Kirche in der humanitären Förderung und im Zeugnis der Nächstenliebe ein; dies hat schon von sich aus einen evangelisierenden Wert und ist geeignet, die Herzen für die ausdrückliche Verkündigung des Evangeliums zu öffnen, wenn dies mit der gebotenen christlichen Klugheit und in vollem Respekt vor der Freiheit erfolgt.

Die Migranten einer anderen Religion werden jedenfalls so gut wie möglich unterstützt, damit sie die transzendente Dimension des Lebens bewahren. Die Kirche ist also aufgerufen in einen Dialog mit ihnen einzutreten. Das erfordert, dass die katholischen Aufnahmegemeinden noch mehr ihre Identität schätzen lernen, ihre Treue zu Christus glaubwürdig leben, die Inhalte des Glaubens gut kennen, die missionarische Sendung wieder entdecken und sich so im Zeugnis für Jesus, den Herrn, und sein Evangelium einsetzen.

Dies ist demnach die notwendige Voraussetzung für eine Befähigung zum ernsthaften, offenen und respektvollen Dialog mit allen, der im Übrigen weder leichtgläubig noch unvorbereitet sein soll vgl.

PaG 64 und Es ist in besonderer Weise Aufgabe der Christen, den Immigranten zu helfen, sich in das soziale und kulturelle Netz des Aufnahmelandes einzufügen, indem sie seine bürgerlichen Gesetze akzeptieren vgl. Vor allem mit ihrem Lebenszeugnis sind die Christen aufgerufen, bestimmte Unwerte anzuklagen, die in den industrialisierten und reichen Ländern verbreitet sind Materialismus und Konsumismus, moralischer Relativismus und religiöser Indifferentismus und die religiösen Überzeugungen der Immigranten erschüttern könnten.

Wir wünschen zudem, dass dieser Einsatz für die Migranten nicht nur von einzelnen Christen oder von den traditionellen Hilfsorganisationen geleistet wird, sondern dass er auch in das vielfältige Programm von kirchlichen Bewegungen und Laienverbänden einbezogen wird vgl. Vier Punkte, die besondere Beachtung verdienen. Um angesichts der religiösen Verschiedenheiten, die wir gegenseitig anerkennen, Missverständnisse und Verwirrungen zu vermeiden, halten wir es aus Achtung vor den eigenen geweihten Stätten und auch gegenüber der Religion des Anderen nicht für angebracht, dass katholische Einrichtungen wie Kirchen, Kapellen, Kultstätten und Örtlichkeiten, die im Besonderen Tätigkeiten der Evangelisierung und der Pastoral vorbehalten sind, den Anhängern nichtchristlicher Religionen zur Verfügung gestellt werden.

Noch weniger sollen sie dazu verwendet werden, Forderungen, die sich an die öffentlichen Behörden wenden, Gehör zu verschaffen. Die Sozialisation, die dort stattfindet, kann nämlich eine Gelegenheit sein, die Integration der Neuankömmlinge zu fördern und Kulturvermittler heranzubilden, die in der Lage sind, zur Überwindung kultureller und religiöser Barrieren beizutragen, indem sie sich eine angemessene Kenntnis voneinander aneignen.

Weiter dürfen die katholischen Schulen vgl. EEu 59 und PaG 52 ihre besonderen Eigenheiten und ihr christlich orientiertes Erziehungskonzept nicht verleugnen, wenn Kinder von Migranten anderer Religionen als Schüler aufgenommen werden.

Zugleich darf kein Kind verpflichtet werden, an den katholischen liturgischen Veranstaltungen teilzunehmen oder Handlungen zu vollziehen, die den eigenen religiösen Überzeugungen widersprechen. Darüber hinaus könnten die im Lehrplan vorgesehenen Religionsstunden, wenn sie in Unterrichtsform durchgeführt werden, ohne weiteres den Schülern dienen, einen ihnen fremden Glauben kennen zu lernen.

Wenn zwar mit Dankbarkeit anzuerkennen ist, dass es Mischehen gibt, denen es gelingt, den Glauben sowohl der Eheleute wie der Kinder zu fördern, ermuntert [die Kirche] doch die pastoralen Kräfte, Ehen zwischen Personen desselben Glaubens zu fördern.

Die Gegenseitigkeit ist auch eine Haltung des Herzens und des Geistes, die uns dazu befähigt, gemeinsam und überall ein Gleichgewicht von Rechten und Pflichten zu leben. Man denke diesbezüglich auch an die zahlreichen christlichen Migranten in Ländern mit nichtchristlicher Mehrheitsbevölkerung, wo das Recht der Religionsfreiheit stark eingeschränkt oder verletzt wird. In diesem Zusammenhang ergibt sich heute vor allem in einigen Ländern ein prozentualer oder absoluter Anstieg an muslimischen Immigranten, denen dieser Päpstliche Rat ebenfalls seine Fürsorge zuwendet.

Vatikanische Konzil weist diesbezüglich darauf hin, die Haltung des Evangeliums einzunehmen, und lädt dazu ein, das Gedächtnis von der Verständnislosigkeit der Vergangenheit zu läutern, stattdessen die gemeinsamen Werte zu pflegen sowie die Unterschiede zu klären und zu respektieren, ohne dass die christlichen Prinzipien verleugnet werden.

Es geht darum, in den Lehren, den religiösen Verhaltensweisen und moralischen Normen des Islam zu unterscheiden zwischen dem, was gebilligt werden kann, und dem, was nicht gebilligt werden kann. Der Glaube an Gott, den barmherzigen Schöpfer, das tägliche Gebet, das Fasten, das Almosengeben, die Wallfahrt, die Askese zur Beherrschung der Leidenschaften wie auch der Kampf gegen Ungerechtigkeit und Unterdrückung sind gemeinsame Werte, die auch im Christentum vorhanden sind, allerdings mit anderen Ausdrucksformen.

Neben diesen Übereinstimmungen gibt es aber auch Unterschiede, von denen einige die legitimen Errungenschaften der Moderne betreffen. Da wir besonders die Menschenrechte achten, wünschen wir auch, dass auf Seiten unserer muslimischen Brüder und Schwestern ein wachsendes Bewusstsein dafür entsteht, dass die Verwirklichung der grundlegenden Freiheiten, der unverletzlichen Rechte der Person, der gleichen Würde der Frau und des Mannes, des demokratischen Prinzips in der Regierung des Volkes und der gesunden Laizität des Staates unumgänglich ist.

Ebenso muss ein Einklang erreicht werden zwischen der Sicht des Glaubens und einer rechten Autonomie der Schöpfung. Im Fall der Eintragung der Ehe bei einem Konsulat des islamischen Herkunftslandes muss der katholische Teil jedoch darauf achten, nicht die shahada Bekenntnis des muslimischen Glaubens auszusprechen oder Dokumente zu unterschreiben, die sie enthalten.

Das Problem muss also während der Ehevorbereitung in aller Deutlichkeit formuliert werden, und der katholische Teil muss sich auf das, was die Kirche fordert, verpflichten. Die Konversion und die Bitte um die Taufe erwachsener Muslime erfordern ebenfalls eine besondere Aufmerksamkeit, sowohl wegen der besonderen Natur der muslimischen Religion wie auch wegen der Konsequenzen, die sich daraus ergeben.

Die heutigen Gesellschaften, die auch auf Grund der Migrationsströme religiös immer heterogener werden, erfordern von den Katholiken eine überzeugte Bereitschaft zum echten interreligiösen Dialog vgl. Zu diesem Zweck muss in den Teilkirchen für die Gläubigen und die in der Pastoral Tätigen eine solide Bildung und Information über die anderen Religionen sichergestellt werden, damit Vorurteile ausgeräumt werden können, der religiöse Relativismus überwunden wird sowie Abschottungen und ungerechtfertigte Ängste vermieden werden, die den Dialog hemmen und Barrieren errichten wie auch Unverständnis und Gewalt provozieren.

Die Ortskirchen sollen dafür sorgen, solche Bildungsprogramme in die Lehrpläne der Seminarien und Schulen einzufügen und in den Pfarreien durchzuführen. Der Dialog zwischen den Religionen darf aber nicht nur als Suche nach gemeinsamen Punkten verstanden werden, um miteinander Frieden zu schaffen, sondern vor allem als eine Gelegenheit, innerhalb der entsprechenden Gemeinschaften die gemeinsamen Dimensionen wieder zu gewinnen.

Wir verweisen auf das Gebet, das Fasten, auf die grundlegende Berufung des Menschen, auf die Öffnung zum Transzendenten, auf die Anbetung Gottes, auf die Solidarität zwischen den Völkern. Auf jeden Fall bleibt für uns die Verkündigung des Heils in Christus unverzichtbar, mag sie explizit oder den Umständen entsprechend implizit erfolgen.

RMi und PaG Mitarbeiter einer Pastoral der Communio. In den Herkunfts- und in den Aufnahmekirchen. Für eine bessere Koordination aller pastoralen Aktivitäten zu Gunsten der Immigranten sollen dann die Bischofskonferenzen diese Aufgabe einer eigens dafür bestimmten Kommission anvertrauen und einen nationalen Direktor ernennen, der die entsprechenden diözesanen Kommissionen betreuen soll. Wenn die Errichtung einer solchen Kommission nicht möglich ist, soll die Koordination der Seelsorge für die Migranten zumindest einem Bischof als Beauftragtem oder Promotor anvertraut werden.

Die Bischofskonferenzen sollen gleichfalls den Fakultäten der katholischen Universitäten auf ihrem Gebiet den Auftrag geben, die verschiedenen Aspekte der Migrationen zum Nutzen des konkreten pastoralen Dienstes für die Migranten zu untersuchen.

Es können diesbezüglich auch Pflichtkurse einer theologischen Spezialisierung eingerichtet werden. Auch in den Seminarien darf eine Ausbildung, die dem Phänomen der nunmehr weltweiten Migration Rechnung trägt, nicht fehlen: Das nachsynodale Apostolische Schreiben Pastores dabo vobis mahnt zudem ausdrücklich, dass die pastoralen Erfahrungen der Seminaristen auch auf die Nichtsesshaften und die Migranten ausgerichtet sein sollen [67].

Auch die jährliche Feier des Welttages oder der Woche der Migranten und Flüchtlinge soll Anlass sein für einen zu jeder Zeit drängenden Einsatz und für eine gewissenhafte Aufmerksamkeit gegenüber dem besonderen Thema, das in jedem Jahr vom Obersten Hirten in einer eigens dafür bestimmten Botschaft vorgestellt wird.

Der nationale Koordinator muss also in enger Verbindung mit den nationalen und diözesanen Direktoren der Pastoral für die Migranten handeln. In Anknüpfung an vorangegangene diesbezügliche kirchliche Dokumente [68] wollen wir hier vor allem die Notwendigkeit einer besonderen Vorbereitung für die spezifische Seelsorge der Migranten unterstreichen vgl.

PaG 72 , die mit einer echten missionarischen Dimension verbunden ist und ein hauptsächlich geistliches Ziel hat. Diese Untersuchungen müssten auch für die Studien in den Seminarien oder in den Ausbildungsinstituten und in den Pastoralzentren eine Orientierung bieten und in der Vorbereitung der Mitarbeiter der Migrantenpastoral unmittelbar verwendet werden.

Wenn nämlich einerseits der Bedarf einer spezifischen Seelsorge unterstrichen werden muss, die auf der Notwendigkeit beruht, die christliche Botschaft unter Verwendung eines kulturellen Trägers zu übermitteln, der auf die Bildung und auf das rechte Bedürfnis dessen eingeht, für den die Botschaft bestimmt ist, so ist es auf der anderen Seite auch wichtig zu betonen, dass eine solche spezifische Pastoral von Seiten der Migranten eine Öffnung zu einer neuen Welt und ein Bemühen um Eingliederung mit dem Ziel verlangt, ihre volle Teilnahme am diözesanen Leben zu ermöglichen.

Er ist bei ihnen, um Kirche zu bilden, in Verbindung vor allem mit dem Diözesanbischof und mit den Mitbrüdern im priesterlichen Dienst, insbesondere mit den Pfarrern, die die gleiche Seelsorgepflicht haben vgl. Deshalb ist es notwendig, dass er die Kultur des Ortes kennt und wertschätzt, an den er gerufen wird sein Amt auszuüben; dass er die Sprache beherrscht; dass er mit der Gesellschaft, in der er lebt, in Dialog treten kann und dass er das Gastland schätzen und respektieren lernt, um dahin zu gelangen, es zu lieben und zu verteidigen.

Die Verantwortlichen der Pastoral der Migrationen sollen daher her mehr oder weniger Experten der interkulturellen Kommunikation sein, wobei dieses Merkmal auch die örtlichen Verantwortlichen der Seelsorge betrifft, weil die, die aus dem Ausland kommen, eine solche kulturelle Vermittlung nicht allein verwirklichen können. Die hauptsächlichen Aufgaben des Mitarbeiters in der Pastoral der Migrationen sind also vor allem:. Dieses Erbe muss natürlich mit der Ortskirche und der örtlichen Kultur in einen Dialog eintreten, um auf die neuen Erfordernisse antworten zu können;.

Für dieses Ziel werden die Teilnahme an Priesterzusammenkünften und an diözesanen Tagungen, ebenso die häufige Teilnahme an Studientagen zu gesellschaftlichen, moralischen, liturgischen und pastoralen Themen hilfreich sein können, was eine conditio sine qua non für die Ausübung einer echten Pastoral in gegenseitiger Zusammenarbeit, Solidarität und gemeinsamer Verantwortung darstellt vgl.

Die Einheit wird auch im Handeln umgesetzt werden müssen, um sie ebenso zwischen Migranten und Einheimischen wirksam werden zu lassen. Eine solche Solidarität der Intentionen und der Werke wird so ein gelungenes Beispiel der Anpassung und der Zusammenarbeit bieten, und es wird sich dann die gegenseitige Kenntnis und Achtung des kulturellen Erbes eines jeden ergeben.

Ordenspriester und Ordensleute im Einsatz unter den Migranten. In der Pastoral der Migranten haben die Ordenspriester, die Ordensbrüder und -schwestern immer eine wesentliche Rolle eingenommen. Die Kirche hat sich deshalb besonders auf ihren Beitrag verlassen und verlässt sich weiter darauf. In dieser Hinsicht anerkennt die Gemeinschaft der Katholiken die Berufung zum Ordensleben als ein besonderes Geschenk des Heiligen Geistes, das die Kirche empfängt, bewahrt, interpretiert, um es entsprechend dem ihm eigenen Dynamismus wachsen und sich entfalten zu lassen.

Es handelt sich um die konkrete Anwendung einer Vorgabe des Konzils, das feststellt: Viele Institute sind nämlich im Stande, in der Betreuung der Migranten einen bemerkenswerten Beitrag zu leisten, weil sie über Ordensleute mit unterschiedlicher Ausbildung und aus verschiedenen Nationen verfügen, die relativ leicht in ein Land wechseln können, das nicht das ihre ist.

Darin kommt ihnen besondere Bedeutung zu beim Gesamtzeugnis der Kirche, das Die gemeinsame Instruktion vom März bezüglich des pastoralen Auftrags für die Migranten und Flüchtlinge, die von der Kongregation für die Ordensleute und die Säkularinstitute und von der Päpstlichen Kommission für Auswanderungsfragen und Tourismus veröffentlicht wurde und an alle Generaloberen und Generaloberinnen gerichtet war, unterstreicht gerade dieses Erfordernis einer pastoralen Aufmerksamkeit.

Der Aufruf an die Ordensleute zu einem besonderen Einsatz gegenüber den Migranten und Flüchtlingen findet nämlich tiefe Begründungen in einer Art Entsprechung zwischen den tiefsten Erwartungen derer, die aus ihrem Land entwurzelt wurden, und dem Ordensleben; es sind die oft unausgesprochenen Erwartungen der Armen ohne sichere Perspektive, der Randständigen, die häufig in ihrem Verlangen nach Brüderlichkeit und Gemeinschaft gedemütigt wurden.

Das Angebot der Solidarität an sie von jemandem, der freiwillig die Wahl getroffen hat, in Armut, Keuschheit und Gehorsam zu leben, ist dann nicht nur Hilfe in der schwierigen Situation, es ist auch ein Zeugnis für Werte, die in solch traurigen Situationen die Hoffnung aufleuchten lassen können vgl.

Sicher werden heute viele Ordensinstitute sich immer mehr bewusst, dass das Migrationsproblem mehr oder weniger direkt an ihr Charisma appelliert.

In ihren Rundschreiben an die Mitbrüder oder an die Mitschwestern und bei ihren Zusammenkünften sollen die Oberen dann von Zeit zu Zeit auf die Dringlichkeit des Problems der Migranten und der Flüchtlinge hinweisen, indem sie die Aufmerksamkeit auf die entsprechenden Dokumente der Kirche und auf das Wort des Papstes lenken. In diesem Zusammenhang könnte auch dafür gesorgt werden, dass dieses Thema ebenfalls auf den General- und Provinzialkapiteln und in den Kursen der Fort- und Weiterbildung behandelt wird.

Auch die zukünftigen Priester sollen zumindest die Möglichkeit in Betracht ziehen, sich darauf vorzubereiten, dass sie ihren Dienst, jedenfalls zum Teil, unter den Migranten ausüben. Es ist von sich aus Bild der vollkommenen Liebe, ein Charisma, dessen Reichtümer der ganzen Gemeinschaft zu Gute kommen.

Die Pastoral für die Migranten braucht gewiss die Ordensgemeinschaften, aber es ist auch nötig, dass diese imstande sind, in Beobachtung und Befolgen ihrer konstitutiven Regeln zu leben und zu arbeiten.

Dies wird auch betont in Mutuae Relationes: Laien, Laienverbände und geistliche Bewegungen: In der Kirche und in der Gesellschaft sind die Laien, die Laienverbände und die geistlichen Bewegungen, obschon in der Verschiedenheit der Charismen und Dienste, ebenfalls aufgerufen, den Auftrag zum christlichen Zeugnis und Dienst auch unter den Migranten zu verwirklichen.

In einer Kirche, die sich getragen vom Heiligen Geist bemüht, als Ganze missionarisch zu dienen, wird die Achtung der Gaben aller hervorgehoben. In diesem Zusammenhang verfügen die Laien über eine rechte Autonomie, aber sie übernehmen auch typische Aufgaben der Diakonie wie Krankenbesuche, Altenhilfe, Leitung von Jugendgruppen und Begleitung von Familienkreisen, Mitarbeit in der Katechese und bei Kursen beruflicher Weiterbildung, in der Schule und bei administrativen Aufgaben, auch im liturgischen Dienst, in Beratungszentren, bei Treffen zum gemeinsamen Gebet und zur Meditation des Wortes Gottes.

Andere und noch spezifischere Aufgaben, an denen die Laien mitwirken, können der gewerkschaftliche Bereich und die Arbeitswelt sein, Beratung und Mitarbeit bei der Ausarbeitung von Gesetzen, die die Familienzusammenführung der Migranten erleichtern und die Gleichheit von Rechten und Chancen fördern.