Karl V. (HRR)


Die Kosten hatten die Reichsstände zu tragen, während der Kaiser das Recht der Stellenbesetzung bekam. Daran nahm Karl V. Sie erhielten seit dem frühen

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Anfang stellte der Senat fest, dass in diesem Jahr Dukaten Reingewinn aus diesem Geschäft gezogen worden seien. Auf ähnliche Weise verfuhr die Zecca [47] im Veneto mit dem Bagattino. Insgesamt verzögerte diese Münzpraxis die Entwicklung einer gewinnbringenden Landwirtschaft, da Gewinne ständig vom Fiskus eingestrichen wurden.

Dennoch brauchte Venedig Bankiers. Diese Campsores tauschten per Hand Münzen gegen Münzen. Doch das genügte den Bedürfnissen nach schnellen Münztransfers zwischen weit auseinander liegenden Orten nicht.

Dazu mussten aber beide, Geber und Empfänger, ein Konto bei derselben Bank haben. Bald bediente man sich beim Begleichen von Schulden und Krediten zwischen Kunden verschiedener Banken einer einfachen Form des Wechselbriefs. Das ermöglichte die Überweisung durch schriftliche Anweisung, wenn diese Form des Geldtransfers in Venedig auch erst spät greifbar ist.

Der Wechsel taucht kurz nach in Venedig auf. Es dauerte noch ein Jahrhundert, bis der Gebrauch des Wechsels beinahe selbstverständlich war. Daher war ein münzloser Geldverkehr bald unverzichtbar. Verschärft wurde der Kreditbedarf durch die Kommune selbst. Dabei trat sie oft als Kreditnehmer auf, um beispielsweise Kriege oder Weizenimporte zu finanzieren.

Erst der wachsende Geldumlauf ab der 2. Jahrhunderts reduzierte langsam das Zinsniveau. Dabei wurden für diese Geschäfte bereits Provisionen eingezogen, dazu die Kosten für Wechsel, Briefe und andere Posten. Eine andere, weniger an einzelne Personen gebundene Art der Spekulation lebte von den schwankenden Geldmärkten.

Venedig war keine reine Handelsstadt. Jeder Import konnte dabei zu neuen Veredlungen führen. So wurde syrische und zypriotische Seide mit Barchent weiterverarbeitet. Die Handwerke waren in zunftartigen Verbänden organisiert, den Scuole , die aber in Venedig nie die Macht gewannen, wie etwa in Florenz. Zum einen wurden sie stärker kontrolliert und gesteuert, zum anderen stärker in die Staatsrepräsentation eingebunden. Marangoni und Calafati , Schiffszimmermänner und Kalfaterer , gehörten zu den wichtigsten Handwerken, die durch den Ausbau der Werften in der Stadt, den squeri , vor allem aber durch das Arsenal stark zunahmen.

Auf Anordnung mussten die Schiffshandwerker ihre Arbeit liegen lassen und im Arsenal mitarbeiten. Zwar mussten die Meister in einer Art Handwerksrolle eingetragen sein und durften bis zu zwei Gehilfen mitbringen, aber ansonsten war der Betrieb des Arsenals in der Hand der Kommune, die für Verpflegung, Material und Arbeitskräfte sorgte — und deren Entlohnung. Die squeri , die von einem oder einer Gruppe von Gesellschaftern geführt wurden, engagierten im Allgemeinen einen Protomaestro , der wiederum Maestri einstellte.

Sie, die eher Facharbeiter darstellten, erhielten einen Werk- oder Wochenlohn, durften aber Lehrlinge und Gehilfen mitbringen. Dabei konnte der Besitzer des squero die Arbeit selbst steuern oder seine Arbeitsstätte den Auftraggebern überlassen, die nur Pacht dafür zahlten. Tommaso Mocenigo , Doge von bis , berichtet, dass in Venedig Marangoni und weitere Calafati arbeiteten. Das Potenzial des Schiffbaus für den Export war hoch, aber aus Sicherheitsinteresse und zur Wahrung von Produktionsgeheimnissen durften Ausländer spätestens ab nur noch mit höchster Genehmigung Schiffe in Venedig bauen lassen, ab gar nicht mehr.

Ähnliches galt für die Segelmacherei und die Seilwinderei, die überwiegend für den städtischen Markt und die Marine arbeiteten. Allgemein war die handwerkliche Produktion eher auf den lokalen Markt ausgerichtet. Dennoch brauchte auch diese Produktion Rohstoffe aus weit entfernten Gegenden. So importierte man Baumwolle von Sizilien, aus Ägypten und Syrien.

Jahrhundert produzierten auch die Kolonien, wie Kreta, später auch Zypern, Baumwolle und vernachlässigten dabei sogar die Getreidekultivierung. Der überwiegende Teil der Tuche wurde importiert. Erst um kann man eine gewisse Förderung durch die Magistrate erkennen. Anweisungen an alle Magistrate, nur venezianische Stoffe zu tragen, sorgten für einen Anstieg der Produktion. Zum einen importierten die Fernhändler die feinsten Wollstoffe aus Flandern, um sie in den Nahen Osten zu exportieren.

Auch die noch nicht voll entwickelten Qualitäten aus der Toskana standen schon im Jahrhundert auf der Liste der hohen Zölle, die dem Fiskus zuflossen — erst recht, als sie später die besten Tücher überhaupt lieferten. Fiskus und Fernhändler hatten weder Interesse an einer heimischen Industrie, noch hatte man das nötige Know-how — und wenn, dann ging es in der überlegenen Konkurrenz unter.

Ganz anders war die Situation der Seidenindustrie, die schon vor der Zuwanderung aus Lucca bestand, durch diese aber Menge und vor allem Qualität steigerte. Solche Prachtstoffe wurden zunehmend von einer reich gewordenen Händlerschicht nachgefragt. Die Produktion von Glas lässt sich bereits für das 4. Glasfenster waren lange ein ungeheurer Luxus, was sich nicht nur aus der aufwändigen Technik und dem hohen Energiebedarf erklärt, sondern vor allem daraus, dass für die Gewinnung eines der Vorprodukte, der Pottasche , enorme Pflanzenmengen verbrannt werden mussten.

Um ein Kilogramm Pottasche zu gewinnen, brauchte man Kilogramm Holz. Hochreiner Glassand aus dem Ticino oder gebrannter Marmor dienten als Grundstoff. Diese reichten von einfachen Perlen bis zu handpolierten Kunstwerken.

Sie wurden von verixelli hergestellt, während die phioleri Flaschen und dergl. Jahrhundert dominierten die iberischen Reiche zunehmend den Mittelmeerraum — den Osten des überaus bedeutenden Handelsmeeres beherrschte das Osmanenreich. Dennoch band Venedig fast alle seine Kräfte in Italien. Die Kriege gegen das rivalisierende Mailand brachten es dabei an die Grenze der ökonomischen Belastbarkeit.

Fast alle Staatseinnahmen sollten nur noch der Kriegsfinanzierung dienen, alle Gehaltszahlungen wurden für ein Jahr eingestellt, alle Mieter brachten eine halbe Jahresmiete ein, alle Vermieter ein Drittel ihrer Einnahmen für Häuser und Läden. Die jüdische Gemeinde musste einen Sonderbeitrag von Die direkte Besteuerung nicht nur der Bewohner der Terra ferma , sondern auch der Venezianer selbst, wurde nie wieder aufgegeben. Immerhin erreichte Venedig am April einen Friedensschluss mit den Osmanen, der die Häfen für seine Händler offen hielt.

Mit dem Frieden vom Januar musste es auf das albanische Scutari und auf Negroponte, das heutige Euböa , verzichten und einen jährlichen Tribut von Immerhin blieb der Handel frei, sogar bis zur Krim und nach Trapezunt. Doch die Haupthandelsrouten verlagerten sich immer mehr nach Beirut und Alexandria. Auf dem Tiefpunkt, , fuhr keine einzige Galeere mehr nach Konstantinopel. Ähnlich florierte der Handel Richtung Frankreich und nach Tunesien.

Trotz aller Schwierigkeiten dürfte Venedig am Ende des Methoden, den eigenen Handel und die eigenen Industrien zu protegieren, gab es schon sehr lange. Doch die Eingriffe der Jahre und stellen insofern einen Höhepunkt des Protektionismus zugunsten der Tuchindustrie dar, als sie das Tragen von Tuchen, die in Städten des Festlands erworben worden waren, streng verboten.

Damit nahmen zwei eng verflochtene Industrien einen weiteren Aufschwung, nämlich die Färberei und die Seidenproduktion. So beschäftigte die aufstrebende Seidenindustrie nach rund 2. Darüber hinaus hatte der Senat die Löhne der 6. Eine gewisse Entspannung brachte hier die Entwicklung neuer Produktionszweige, wie etwa die des Zuckerrohrs. Das dortige Zuckerrohr machte sie zu einer der reichsten Familien Venedigs.

Auf Zypern lag der Produktionsprozess bis zum raffinierten Zucker noch weitgehend in einer Hand, doch die Verfeinerung wurde partiell in Venedig durchgeführt. Für andere Waren galt dieser Grundsatz noch viel deutlicher, sowohl für alte Produktionszweige, wie die Herstellung von Pelzen und Leder, als auch für neue, wie die Seifenproduktion.

Auch die Produktion von Kerzen entwickelte zunehmend eine Arbeitsteilung, bei der auf dem Balkan Rohwachs gewonnen wurde, um ihn in Venedig zu Kerzen zu verarbeiten — auch für den Export. Diese Arbeitsteiligkeit zwischen Rohstoffgebieten auf der einen Seite und Veredelung in Venedig auf der anderen wurde noch dadurch verstärkt, dass bereits raffinierte Produkte der Terra ferma häufig nur über Venedig exportiert werden durften.

Doch die Wirtschaftspolitik, die zunehmend Konturen gewann, war nicht nur darauf bedacht, die Gewinne nach Venedig zu lenken, den Fiskus zu stärken oder die Beschäftigungsmöglichkeiten zu schützen und zu erweitern. Sie ermutigte darüber hinaus Ausländer zum Einbringen neuer Technologien, bald auch von Kapital.

Jahrhundert hatte man aus dem Reich angelockten Inzenieri ermöglicht, Windmühlen zu bauen. Sie erhielten seit dem frühen Jahrhundert nicht nur erleichterten Zugang zu Finanzierungsmöglichkeiten, Baugenehmigungen und dazugehörige Wegerechte, sondern vor allem einen ersten, echten Patentschutz. Damit konnten erstmals Konstrukteure komplizierter Maschinen, wie sie die im Nordwesten Europas entwickelten Windmühlen darstellten, ihre Erfindungen mehrere Jahrzehnte ökonomisch nutzen, ohne fürchten zu müssen, von Plagiatoren verdrängt zu werden.

Innerhalb weniger Jahre stieg Venedig zur Buchpresse Italiens auf, im Jahrhundert sogar zu der ganz Europas. Einen wesentlich langsameren, aber umso dauerhafteren Aufschwung nahm die Glasindustrie.

Jahrhundert erscheinen 41 Geschäfte, in denen nur der Verkauf betrieben wurde. Doch der Löwenanteil war bald für den Export bestimmt. Kriege und die Lebensmittelversorgung. Um diese grundsätzliche Frage tobte ein langer Streit, wobei der Senat meistens das Mittel der Zwangsanleihe bevorzugte. Für die Zeichner der Zwangsanleihen hatte der Niedergang dieses Finanzierungssystems gravierende Folgen: Die Abgabe basierte nicht mehr auf den schwer zu überprüfenden Angaben des Pflichtigen, sondern bezog die in einem Kataster erfassten Immobilien und ihre Erträge mit ein.

Damit war die Stadt eine der vermögendsten Mächte der damaligen Welt. Dennoch gab man dieses Zahlungsmittel nicht sofort auf. Zwar konnte der Rat der Zehn , der das Münzwesen strenger zu ordnen versuchte, die Abwertung zwischen und bei 1: Bei diesen Verfahren wurde die Münze allerdings nach und nach so klein, dass man bald neue Münzen mit dem vierfachen Quattrino oder gar achtfachen Ottino Wert des Piccolo prägte. Doch das genügte bald nicht mehr, und so erschienen bald Münzen zu 2 und 4 Soldi, was 24 und 48 Piccoli entsprach.

Doch der Senat wurde überwiegend von Fernhändlern dominiert, die im Gegenteil von günstigen Löhnen und Produkten profitierten. Diese Münzen waren inzwischen die einzigen, die noch auf dem Festland umliefen, da die Silbermünzen viel zu unzuverlässig waren.

Daher hatte die feindliche Geldpolitik Mailands, die das venezianische Münzsystem in ein völliges Chaos zu stürzen drohte, eine vom Senat selbst geschaffene Basis. Die Silbermünzen wurden in ihrem Wert neu festgesetzt, ein weniger wertvoller Grossetto geprägt, dazu ein teurerer Grossone , der so viel Silber enthielt, dass 24 Grossoni wieder einem Dukaten entsprachen.

Sie wurde nach dem herrschenden Dogen Lira Tron genannt. Schon im ersten Viertel des Jahrhunderts lassen sich 14 private Banken nachweisen. Sie hatten ihren Sitz am Rialtomarkt, der gleichsam zu einer täglich am Vormittag stattfindenden Börse avancierte.

Dem Senat war daran gelegen, die Risiken der Kreditvergabe aus diesen Kautionen, die die Bankiers trotz Verboten durchführten, zu begrenzen. So durften sie ab auf keinen Fall mehr Geld in Handelsunternehmungen anlegen, als sie Anleihen gezeichnet hatten.

Man ging das Risiko eines Bankrotts banca rotta ein, wenn damit die Getreideversorgung sicherer wurde. Ursprünglich ein Mittel zum Tausch zwischen verschiedenen Münzen an verschiedenen Orten, entwickelte sich der Wechsel zum wichtigsten Mittel der Übertragung von Geldwerten — trotz des kirchlichen Zinsverbots.

Da zwischen den Tauschvorgängen eine gewisse Zeit verstrich, wurde dieses Verfahren fast sofort zu einem Mittel des Kredits, wofür man mehr oder minder gut kaschierte Zinsen verlangte. Italienische Bankiers und Händler wie Francesco Datini dominierten dieses Verfahren um vollständig, und auch Venezianer, wie Giacomo Badoer beherrschten dieses Spekulationsverfahren virtuos. Dabei war die Einklagbarkeit von Wechseln ein zentraler Schritt, der kurz nach in Barcelona erstmals vollzogen wurde.

Spätestens Ende des Im Allgemeinen wurde damit allerdings nicht das Schiff versichert, sondern die Waren, die es transportierte. Diese Abweichungen dürften in Abhängigkeit von der Dauer der Reise, der geladenen Ware und der Sicherheit der gewählten Seewege geschwankt haben.

Die Kommunikation innerhalb der wachsenden und komplexer werdenden Handelsgesellschaften erforderte extensiven Schriftverkehr. Dazu kam, dass die meisten Kaufleute sehr früh dazu übergingen, ihre Aufzeichnungen in ihrer Muttersprache, dem Volgare zu schreiben, nicht mehr in Latein. So galt das Schreiben in der adligen Lebenswelt noch lange als verachtenswert, während diese Tätigkeit im venezianischen Fernhandel zur Grundausbildung gehörte.

Üblicherweise lernte man drei Jahre lang Elementarwissen, ging danach zur Abakusschule. Durch die Buchführung wurden Geschäftserfolge oder -misserfolge genau und zeitnah messbar, durch die ständige Aktualisierung der Daten aber auch rationaler steuerbar.

Dennoch darf nicht übersehen werden, dass nicht alle Handelshäuser diese Technik für nötig hielten. Klare Darstellung und weitere Verbreitung fand dieses System, das als scrittura alla veneziana bekannt war, durch die Summa di Arithmetica des Luca Pacioli von In Venedig benutzten es die Soranzo und andere bereits seit den er Jahren. Jahrhundert entwickelte sich ein eigener Handbuchtyp, die Beschreibung der Buchhaltungsmethoden, wie sie Benedetto Cotrugli verfasste.

Dieses System korrespondierte aufs Engste mit Methoden der Warenkennzeichnung und -registrierung durch die Händler und die Zollstellen. Eigene Handelshandbücher, pratiche della mercatura genannt, zirkulierten in zahlreichen Handschriften. Venedig war im Doch der Zustrom muss gewaltig gewesen sein, was die Miet- und Kaufpreise in die Höhe trieb.

Daher griff die Kommune durch Preisfestsetzungen an vielen Stellen ein. Prinzipiell machte man dabei den Brotpreis vom Weizenpreis abhängig. Da Venedig allein für seine Bewohner jährlich rund Dass nur die Gebühren an den Mühlen erhöht werden sollten, zeigt, dass jedem Venezianer klar war, dass die Erhöhung dieser Gebühren für eine Verkleinerung der Brote sorgen würde.

Doch genau dies zeigt auch, dass sich die Lebenssituation bis zum Jahrhundert deutlich verbessert hatte, denn es war inzwischen kein Problem mehr, aus Mahlgebühren und Zöllen hohe Beträge für den Fiskus einzuziehen, ohne dass sich die unteren Schichten der Bevölkerung so bedroht fühlten wie noch zwei Jahrhunderte zuvor. Die Landkriege wurden schon länger von Condottieri geführt, von denen sich Venedig dank seiner Ressourcen die teuersten leisten konnte. Das sah jedoch bei den Seekriegen inzwischen anders aus.

Hier kämpften die venezianischen Seeleute selbst, keine Söldner. Abgesehen von den hohen Kosten, die beispielsweise der Krieg gegen die Osmanen von bis verursachte, schädigten Tod, Verstümmelung und Gefangenschaft dieser Männer die wirtschaftlichen Grundlagen Venedigs. Arbeitskräftemangel war sowohl in den Kolonien als auch in Venedig selbst immer wieder ein fast unlösbares Problem. Damit nicht genug gehörten auch Spanien, das die von Venedig besetzten Häfen Apuliens zurückverlangte, Frankreich, das Cremona forderte, und Ungarn, das Dalmatien wieder seinem Staatsgebiet einverleiben wollte, der Liga an.

Nur dadurch, dass alle Handwerker Freiwillige stellten, Matrosen als Soldaten für den Landkrieg eingesetzt wurden, und man neue Geldquellen erschloss, [62] konnte es dem späteren Dogen Andrea Gritti gelingen, das bereits verlorene Padua im Juli zurückzuerobern.

Dabei war der Monte Vecchio inzwischen mit 6 Millionen Dukaten, der Monte Nuovo mit mehr als 3 Millionen völlig überschuldet, und es musste jede Rückerstattung und Verzinsung eingestellt werden. An ihrer Stelle gründete man den Monte Nuovissimo , wenig später den Monte del Sussidio , dessen Name schon verrät, dass er nur der Unterstützung der Kriegsmaschinerie diente.

Zwar brachten in den Sommermonaten die Galeeren Waren im Wert von über So katastrophal der Krieg und seine Folgen im Einzelnen waren, so gefährlich wie die portugiesische Konkurrenz im Gewürzhandel vor allem Pfeffer und Gewürznelken und die von Antwerpen und Sevilla im Transatlantikhandel waren, so gelang es Venedig dennoch, als Finanzplatz, als Umschlagplatz für Metalle und für Waren aus dem Osmanischen Reich fortzubestehen.

Die Tuchproduktion verzwanzigfachte sich von bis Doch die stärksten Impulse lieferten die künstlerische und kunsthandwerkliche Produktion für den schnell wachsenden Luxusmarkt — sowohl innerhalb Venedigs, als auch im gesamten europäisch-mittelmeerischen Raum. War die Bevölkerungszahl Venedigs wohl auf unter hunderttausend gefallen, so stieg sie im letzten Viertel des Jahrhunderts auf rund Dies war nicht zuletzt darauf zurückzuführen, dass neue Industrien blühten. Erstmals errangen die Osmanen damit die Seeherrschaft.

Bis hatten die Flottenführer noch erhebliche Mengen an freien Männern für die Galeeren anwerben können, wenn diese auch nur noch selten Venezianer waren. Sie stammten aus Dalmatien, von Kreta und aus Griechenland. Nun ging man zunehmend zur Zwangsverpflichtung von Gefangenen und Schuldnern über, wie es im übrigen Europa bereits seit langem in Gebrauch war. Langfristig dürfte dies den Arbeitsmarkt insofern verändert haben, als immer weniger Lohnarbeiter ihren Lebensunterhalt auf See verdienten.

Doch selbst die Tatsache, dass Venedig in einem ungeheuren Kraftakt nochmals all seine Erfahrung, seine Mittel und Arbeitskräfte anspannte, indem es mehr als die Hälfte der über Galeeren baute, die die Osmanen vor Lepanto besiegten, änderte nichts daran, dass es im Konzert der Weltmächte nicht mehr mithalten konnte.

Trotz gewisser Erfolge im münzlosen Geldverkehr und im Kreditwesen blieb Europas Wirtschaft noch lange von der ausreichenden Zufuhr von Edelmetallen abhängig. Doch Spanien investierte den überwiegenden Teil dieses Edelmetallstroms in den Krieg gegen die Niederlande. Dabei standen kurzfristige fiskalische Interessen im Vordergrund, aber langfristig löste diese Politik inflationäre Schübe aus und schadete der Wirtschaft. Dazu stärkte er die Exportindustrien, erhöhte den Gold- zu Lasten des Silberkurses und stabilisierte die Staatsschuld so beeindruckend, dass viele Ausländer ihre Edelmetalle hier anlegten.

Doch nicht nur hierin gewannen die Niederlande, wenig später England, einen entscheidenden Vorsprung. Zunächst gründete man nach dem Vorbild des venezianischen Banco di Piazza di Rialto , die Wisselbank.

Ihr gelang es, nicht nur den Münzwert zu stabilisieren, sondern man erzwang, dass Wechsel ab Gulden nur noch über diese Clearingstelle verrechnet werden durften. Doch man ging viel weiter als in Venedig, um den Geldumlauf zu erhöhen und zu beschleunigen. Man gestattete den Kunden Gold zu deponieren, wofür sie als Quittung Recepissen erhielten.

Neben der Alltagstauglichkeit und dem hohen Vertrauen, das die Papiere genossen, weiteten sie die umlaufende Geldmenge sprunghaft aus und verbilligten langfristig Kredite — und stimulierten so Handel und Produktion weiter. Venedig dagegen misstraute dieser künstlichen Aufblähung und sah sich dementsprechend Konkurrenten ausgesetzt, die mit billigen Krediten und reichlich Edelmetallen ausgestattet waren.

Immerhin verteidigte Venedig in der Adria ein gewisses Monopol, das erst durch die Habsburger offiziell nicht mehr anerkannt wurde. Mit gewissem Erfolg baute man den Hafen von Spalato Split aus und befreite osmanische Waren, die hier in das venezianische Gebiet gelangten, von jedem Zoll.

Insgesamt wurden die Versuche der italienischen Mächte, durch Veränderung ihrer Wirtschaftspolitik alte Monopole zu brechen, sehr bedrohlich für Venedig. Das galt in begrenztem Umfang für Ancona , das der Kirchenstaat zum Freihafen erklärte, aber besonders für Livorno , das im selben Jahr zum Freihafen wurde und schnell erhebliche Teile des nahöstlichen Warenangebots an sich zog.

Auch mit Ragusa , das gegen Tribut von den Osmanen unabhängig blieb, trat in der Adria eine scharfe Konkurrenz auf.

Gerade in dieser Zeit ging, nachdem der Pfefferhandel erstaunlich lange Widerstand geleistet hatte, sein Volumen nach erheblich zurück. Wenige Jahre später galt Pfeffer nicht mehr als östliche Ware, sondern als westliche ponente. Holländer und Engländer hatten den Gewürzhandel weitgehend monopolisiert. Katastrophale Ereignisse, wie die Pest von , die beinahe Dennoch konnte für den Bau der Kirche Santa Maria della Salute , die zum Dank für die Erlösung von der Epidemie errichtet wurde, immer noch die gewaltige Summe von Englische und holländische Tuche verdrängten zunehmend venezianische.

Um hatte Venedig noch Man versuchte sich in Imitaten und trat immer häufiger nur noch als Zwischenhändler auf. Zucker und Baumwolle, zwei aufstrebende Produktionszweige seit dem Jahrhundert, wanderten nach und nach Richtung Amerika ab, so dass die Rohzuckerproduktion zwischen und von zwei Millionen Pfund auf rund Papiermühlen, Färbereien, Tuchwalkereien konnten sich in einer eng bewohnten Stadt auf Dauer nicht halten.

Doch das dortige Klima war zunehmend innovationsfeindlich, so dass beispielsweise das Weberschiffchen erst in Venedig eingeführt werden konnte. Die Papierindustrie fand ihre Zentren um Toscolano-Maderno. Ihr Ertrag wurde auf Rodungen, Trockenlegungen und Bewässerung nahmen zu, so dass man annimmt, die Agrarproduktion habe zwischen und auf dem Höhepunkt gestanden. Insgesamt brachten die neuen Industrien, dazu der Mais - und der Reisanbau mit seinen höheren Preisen, mehr Kapital ins Land.

Hingegen ging die Verstädterung zwischen und zurück. Venedigs Festland war in der 2. Um hingegen war Venedig zum Selbstversorger bei den meisten Agrarprodukten geworden. Dazu kam der Verkauf von Kirchengut ab In seiner Not fand sich der Adel bereit, die Zugehörigkeit zu dem ansonsten weitgehend unzugänglichen Stand für Ihr Aufstieg löste einen Prestigestreit zwischen alten und neuen Familien aus, der sich vor allem in den Luxusindustrien als anregend erwies.

Die Exportindustrien litten vor allem unter dem Protektionismus der Flächenstaaten und der ökonomischen Schwäche des Mittelmeerraums. Schon das osmanische Importverbot für Seide hatte die Seidenproduzenten gezwungen, auf andere Märkte auszuweichen. Die französische Wirtschaftspolitik schottete ihren Markt ihrerseits zunehmend gegen Konkurrenz ab, um eigene Industrien zu fördern und dem Fiskus Geldmittel zur Verfügung zu stellen. So erging ein Einfuhrverbot für Muranoglas, um die königliche Glasmanufaktur zu schützen.

Ähnliches galt für die französische Seidenproduktion. Hatte Venedig um noch Bald genehmigte man sogar die Produktion von Rohseide, eine Rolle, die bisher die Kolonien übernommen hatten, während Venedig sich lange die Veredelung vorbehalten hatte. Nach dem Scheitern seiner Bemühungen um einen Ausgleich mit den Protestanten versuchte Karl im Zuge des gewonnenen Schmalkaldischen Krieges den Reichsständen mit dem Augsburger Interim eine Lösung des Religionskonflikts aufzuzwingen.

Durch den daraufhin ausbrechenden Fürstenaufstand war er gezwungen, eine Koexistenz der Konfessionen im Augsburger Religionsfrieden anzuerkennen. Maximilian, ab als Maximilian I. Erst mit dem Vertrag von Senlis gelang es Maximilian, den Anspruch Habsburgs auf die Erbfolge in Burgund gegen Frankreich durchzusetzen und übertrug dem sechzehnjährigen Philipp die Regierung des Herzogtums.

Als Familienoberhaupt war Maximilian auf eine politisch möglichst vorteilhafte Heirat seines Sohnes bedacht und arrangierte eine Verbindung nach Spanien. In diesen Jahren traten bei der seelisch labilen Johanna, verstärkt durch die Sehnsucht nach ihrem Gatten, erste Zustände von Depressionen auf.

Aus der Ehe zwischen Philipp und Johanna gingen insgesamt sechs Nachkommen hervor, die zwischen den einzelnen Herrschaftsgebieten aufgeteilt wurden: Nach dem Tod Isabellas I. Kurz nach Vertragsabschluss verstarb Philipp am Vermutlich litt sie an einer chronischen Schizophrenie.

Johanna verstarb am April im Alter von 75 Jahren in völliger geistiger Umnachtung. Karl von Burgund, Erzherzog von Österreich wurde am Februar im Prinzenhof , einer Residenz in der flandrischen Handelsstadt Gent , geboren. März in der Genter St. Die Kinder aus der Ehe Philipps mit Johanna wuchsen faktisch elternlos auf, da diese zur Anerkennung ihrer Thronfolge nach Spanien reisten.

Als Philipp starb, bestimmte Maximilian ab römisch-deutscher Kaiser seine Tochter Margarete sowohl zur Regentin in Burgund als auch zur Pflegemutter des sechsjährigen Karl und seiner Schwestern. Seine Mutter, die aufgrund einer psychischen Erkrankung in einem spanischen Kloster untergebracht wurde, traf Karl erst wieder. Mit allem Nachdruck erzog Margarete ihren Neffen zur Erbfolge und bereitete ihn sorgfältig auf die fürstlichen Aufgaben seines künftigen Lebens vor.

Bereits in seinen Jugendjahren zeigten sich bei Karl wesentliche Charaktereigenschaften, die sein Leben prägen sollten: Mit hoheitlicher Würde auftretend, umgab ihn die Aura der Einsamkeit und er wurde im Laufe seines Lebens immer unnahbarer. Neben seiner französischen Muttersprache beherrschte Karl Latein und Flämisch , hatte jedoch geringe Sprachkenntnisse in Deutsch , und Spanisch musste er erst ab mühsam erlernen.

Aufgrund des Drucks des niederländischen Adels sowie anhaltender Spannungen zwischen Maximilian und Margarete, die dem Kaiser politisch zu selbstständig geworden war, erklärte dieser seinen Enkel vorzeitig mündig und beendete die Vormundschaft Margaretes. Januar im Brüsseler Palast Coudenberg feierlich vor den Generalstaaten verkündet. Karl erhielt seinen eigenen Hofstaat mit dem mittelalterlichen Zeremoniell Burgunds, während sich anderweitig schon Nationalstaaten neuzeitlichen Zuschnitts zu bilden begannen.

Die Huldigungsfeierlichkeiten wurden begleitet von Turnieren , Jagden und prächtigen Banketten. Im Folgejahr, am Dieser hatte zwar Karls jüngeren Bruder Ferdinand testamentarisch zum Nachfolger bestimmt, doch nach altkastilischem Recht war Karl gemeinsam mit seiner regierungsunfähigen Mutter Johanna nunmehr König von Spanien.

August eine Verständigung mit dem französischen König Franz I. Dieser Schritt entsprach der profranzösischen Haltung eines Teils des burgundischen Adels, zu der auch wichtige Berater Karls zählten. Dort besuchten sie zunächst die kranke Mutter in Tordesillas, ehe Karl erstmals mit seinem Bruder Ferdinand zusammentraf.

Karl und sein flämischer Hofstaat wurden in Spanien als Fremde wahrgenommen, weshalb er dem einheimischen Adel Zugeständnisse machen musste. Darunter die Zusicherung, kein Geld ins Ausland zu transferieren, sowie keine Ämter und Pfründen an Ausländer zu vergeben.

Auch wurde Karl, der sich eines Dolmetschers bediente, gebeten, Spanisch zu erlernen, was ihm nur notdürftig gelang. Indes war selbst Karls Bewerbung nicht unumstritten. Dies war keineswegs einfach, reichte doch nur eine Ahnenreihe Karls ins Reich zurück und er sprach auch kein Deutsch. Die eigentliche Auseinandersetzung fand zwischen Karl und Franz I. Kritik daran übte beispielsweise der Humanist Erasmus von Rotterdam , aber die Idee eines einheitlichen Europas war durchaus wirkmächtig.

Daher fürchteten die Reichsfürsten eine Übermacht des Monarchen über die Reichsstände , der französische König hingegen wurde nicht als Bedrohung empfunden. Er transferierte die ungeheuerliche Summe von Juni in Frankfurt am Main in St.

Bartholomäus einstimmig zum römisch-deutschen König gewählt wurde. Das restliche Drittel wurde von den Welsern rund Diese Wahlgelder werden des Öfteren als Bestechung verstanden. Doch der Interessenausgleich zwischen neuem König und Kurfürsten war auch bei früheren und späteren römisch-deutschen Königswahlen nicht ungewöhnlich.

Bemerkenswert war lediglich die Höhe des Betrags von , der aus der Unsicherheit über den Wahlausgang resultierte, sowie der Ausgleich in Geld statt in Land, Titeln oder Rechten. Zwischen den Kurfürsten und Karls Gesandten wurde eine Wahlkapitulation ausgehandelt — eine neue Erscheinung bei einer Königswahl. Der Inhalt hatte fast den Charakter eines Reichsgrundgesetzes, wie sie etwa die Goldene Bulle darstellte.

Zugesagt wurde etwa die Einrichtung eines Reichsregiments , ebenso wurden alle Regalien , Privilegien und Reichspfandschaften der Reichsfürsten bestätigt. Die Furcht vor einer Fremdherrschaft kam in Bestimmungen zum Ausdruck, dass in wichtige Reichsämter nur Deutsche eingesetzt werden sollten und fremdes Kriegsvolk nicht auf Boden des Reiches stationiert werden durfte. Karl wurde am Oktober in das Führen dieses Titels ein.

Fortan trug Karl den Titel:. Der Kaiser tilgte Als auf dem Reichstag in Nürnberg die Reichsstände eine Begrenzung des Handelskapitals und der Zahl der Niederlassungen von Firmen diskutierten, erinnerte Jakob Fugger seinen Kaiser an die seinerzeit gewährte Wahlbeihilfe: Bis blieben die Fugger im spanischen Bergbaugeschäft.

Um das Verhältnis zu den im Wettbewerb um das Kaisertum unterlegenen Herrschern zu normalisieren, reiste er von Spanien über England und die Niederlande anlässlich seiner Krönung ins Reich. Zum Aufbau von Institutionen, die den gesamten Herrschaftskomplex umfassten, ist es nie gekommen.

Seine Herrschaft übte Karl weniger durch den Versuch einer Zentralisation als durch Koordination aus. Insbesondere die anfängliche Vorherrschaft der Burgunder löste bei den spanischen Eliten, die neben den Burgundern besonderes Gewicht genossen, Unmut aus.

Der Kaiser übertrug das burgundische Hofzeremoniell, welches kirchlich-sakral aufgeladen wurde, [15] nach Spanien — dieses wurde später als spanisches Hofzeremoniell bekannt. Obwohl der Hof zu bestimmten Anlässen seine Pracht entfaltete, war diese unter Karl deutlich schwächer ausgeprägt als bei früheren burgundischen Herrschern. Kaiser Karl war der letzte Kaiser ohne eine feste Residenz oder Hauptstadt.

Der zwischen und Personen umfassende, multinationale Hofstaat zog zwischen den einzelnen Territorien umher, weshalb insbesondere die Reichsstädte unter den damit verbundenen Belastungen stark zu leiden hatten. Im Deutschen Reich waren die spanischen Hofangehörigen ausgesprochen unbeliebt.

Welche Rolle Karl selbst in der Frühzeit seiner Herrschaft spielte, ist nicht völlig geklärt. Um verfügte Karl eine Zweiteilung der Aufgabengebiete: Francisco de los Cobos y Molina war zuständig für die spanischen Gebiete, die überseeischen Besitzungen in Amerika sowie Italien, daneben bestand ein burgundisches Staatssekretariat für die burgundischen Besitzungen unter Granvelle, welchem das Amt des Reichsvizekanzlers untergeordnet war.

In den letzten Jahren der Herrschaft Karls wurde so etwas wie ein für das gesamte Reich zuständiges Kabinett geschaffen, das sich aber als wenig effektiv erwies. Zur Sicherung der Macht in seinem weit gespannten, heterogenen Herrschaftsbereich setzte Karl Familienangehörige als Regenten und Statthalter in den spanischen Ländern, in den Niederlanden, in den Erblanden und auch im Reich ein. Nach den Bestimmungen des Wormser Vertrags und des Vertrags von Brüssel wurde sein jüngerer Bruder Ferdinand mit der Regentschaft über die österreichischen Erblande sowie des Herzogtums Württemberg betraut, die letzten Reste landesherrlicher Rechte im Reich trat Karl an Ferdinand ab.

Im Bedarfsfall vertrat Ferdinand den Kaiser in Reichsangelegenheiten, der Kontakt wurde schriftlich aufrechterhalten. Zehntausende von Briefen zeugen von der Intensität dieser Kommunikation, und Karl blieb auch bei Abwesenheit über die Ereignisse informiert und konnte entsprechende Anweisungen erlassen. Diese Art der Herrschaftsausübung wurde allerdings durch die Entfernung erheblich erschwert, zumal Ferdinand zunächst kaum eigener Handlungsspielraum zugebilligt wurde.

Im Kaisertum sah Karl V. Hinzu kamen der Schutz, aber auch die Reform der Kirche. Zur Finanzierung der weitgespannten Machtpolitik sowie der Armee und der Flotte, wofür die Kosten vor allem in den er Jahren stark anstiegen, war Karl V.

Der Leiter der spanischen Angelegenheiten Francisco de los Cobos y Molina baute eine wirkungsvolle Bürokratie auf, um die Gelder einzutreiben. Die Gold- und Silberlieferungen der Konquistadoren aus den neu eroberten Ländern auf dem amerikanischen Kontinent gewannen an Bedeutung. Sevilla wurde zum Monopolhafen für den Verkehr mit Amerika, mit dem Indienrat wurde die zentrale Behörde der Kolonien ebenfalls dort angesiedelt.

Das gewonnene Edelmetall diente als Basis für Anleihen. Trotz der hohen Einnahmen reichten die Einkünfte aber nicht aus, um die Ausgaben für Karls Machtpolitik zu decken.

Zeitweise wurden die amerikanischen Besitzungen an die Gläubiger verpfändet. So kam etwa das heutige Venezuela an das Handelshaus der Welser , die dieses Gebiet bis ausbeuteten. Insgesamt hat die Politik der Anleihen die Verschuldung insbesondere Spaniens stark beschleunigt. Wenn auch die Eroberungen nicht zentral gelenkt wurden, förderte Karl doch die Expansionspolitik und beteiligte sich an der Finanzierung der Weltumsegelung des Ferdinand Magellan.

Auch unter Einfluss von Bartolome de las Casas versuchte Karl durch verschiedene Verordnungen und Gesetze der Versklavung der Indianer entgegenzuwirken. In den er Jahren wurde sogar eine Befreiung aller Indios befohlen. Letztlich scheiterten diese Versuche jedoch an den Gegebenheiten in den Kolonien und an dem Goldbedürfnis Karls. Die Situation im Reich war bei Karls Machtantritt schwierig. Unter den Bauern und ärmeren Stadtbewohnern machte sich Unruhe breit.

Auch die Reichsritterschaft war unruhig. Insbesondere begann die Reformationsbewegung um Martin Luther an Bedeutung zu gewinnen. Luther wurde vom Papst exkommuniziert. Dieser forderte ohne Berücksichtigung des römischen Ketzerprozesses eine Klärung des Falles auf reichsrechtlicher Basis. Damit wurde das bisherige Verhältnis von Reich und Kirche in Frage gestellt. Zur Klärung der Frage war der Reichstag das geeignete Forum. Würde Luther standhaft bleiben, drohte Karl mit der Vollstreckung der Acht.

Zwischen Kaiser und Papst Leo X. Sie diente als Druckmittel des Kaisers, um eine Annäherung an die Kurie zu erreichen. Der erste Reichstag zur Zeit Karls V. Was die Fragen der Reichsverfassung anging, ging es zunächst im Konflikt zwischen Kaiser und Reichsständen um die Regierungsgewalt.

Diese Frage war unter Maximilian I. Dies hatte Karl auch in seiner Wahlkapitulation zugesichert. Karl bestand aber darauf, dass das Reichsregiment nur bei Abwesenheit des Kaisers wirksam werden sollte. In der am Mai beschlossenen Regimentsordnung konnte er sich damit weitgehend durchsetzen.

Aber letztlich handelte es sich bei der Entscheidung nur um einen Kompromiss zwischen dem ständischen und dem monarchischen Prinzip.

Weitere Fragen, die es zu klären galt, betrafen das Reichskammergericht und die Ordnung des Landfriedens. Im Hinblick auf das in eine Krise geratene Reichskammergericht konnte ein tragfähiger Kompromiss zwischen dem Kaiser und den Reichsständen erzielt werden, der dazu beitrug, dass das Gericht an Ansehen und Bedeutung gewann. Damit wurde den Reichskreisen eine den einzelnen Reichsständen übergeordnete Kompetenz übertragen.

Ebenso geregelt wurden die Reichsfinanzen, die auf eine tragfähige Basis gestellt wurden. Im Grundzug galt diese Regelung bis zum Ende des Reiches. Bekannt geworden ist der Reichstag zu Worms durch die Lutherfrage. Persönlich scheint er ein durchaus differenziertes Verhältnis zu den reformatorischen Thesen gehabt zu haben. Allerdings hielt er Luther nach dem Urteil des römischen Ketzerprozesses für überführt.

Eine feste Linie scheinen Karl V. Allerdings wollte der Kaiser eine Mitbestimmung der Reichsstände in der Frage der Verhängung der Reichsacht verhindern. Dies gelang ihm nicht. April fand in Anwesenheit des Kaisers ein erstes Verhör Luthers statt.

In einem weiteren Verhör am nächsten Tag verweigerte Luther den Widerruf seiner Schriften, solange niemand sie auf Basis der Bibel widerlegt hätte. Nach der Abreise Luthers gab Karl V. April eine Erklärung ab, in der er sich zur tausendjährigen christlichen Tradition, zur Treue gegenüber Rom und zum Schutz der römischen Kirche bekannte. Auf den Inhalt der Lehre Luthers ging er nicht ein. Allerdings konnte er damit die reformatorische Bewegung nicht mehr aufhalten, zumal Luther von Friedrich dem Weisen auf der Wartburg in Sicherheit gebracht wurde.

In Geheimverhandlungen zwischen Friedrich und dem kaiserlichen Hof kam es zu der Einigung, dass Sachsen das Edikt nicht offiziell zugestellt wurde.

Der Hintergrund für die kaiserliche Zurückhaltung waren die Auseinandersetzungen mit Frankreich. Insgesamt spielte das Reich zu dieser Zeit für Karl nur eine Nebenrolle. Gegen diese als Fremdherrschaft empfundene Regentschaft entwickelte sich die Aufstandsbewegung der Comuneros , die vor allem vom Bürgertum der kastilischen Städte, insbesondere Toledos , getragen wurde. Ihr Ziel war es, die königliche Macht zu Gunsten des Cortes zu beschränken.

Zur Klärung der Verhältnisse reiste Karl V. Es kam zu mehreren Todesurteilen und dem Einziehen von Vermögen. Auch wenn einige Zeit später die päpstliche Absolution eintraf, haben die Hinrichtungen Karl bis zu seinem Tod stark beschäftigt. Im Laufe seiner Herrschaft gelang es Karl, den politischen Einfluss des Hochadels zu begrenzen, ohne seine sonstigen Privilegien anzutasten, und sicherte sich damit dessen Gefolgschaft.

In Hinblick auf die Notwendigkeit des Kampfes gegen Ketzer und der Verteidigung des Katholizismus waren sich Karl und die führenden Kräfte in den spanischen Gebieten einig. Die Hochzeit fand am Das Volk umjubelte die grazile Portugiesin, die sich in reinstem Kastilisch für die unendlichen Ovationen bedankte und so sofort das Herz der Massen für sich gewann.

Im Sommer zog das jungvermählte Paar von Sevilla nach Granada um und logierte dort bis Jahresende in der Alhambra. Der Kaiser wurde deshalb sogar von Mitgliedern des Staatsrates gerügt, seine Flitterwochen nicht zu lange auszudehnen. Um Karls Anspruch, das Kaisertum als übergeordnete, supranationale europäische Ordnungsmacht durchzusetzen, bedurfte es einer den anderen Staaten überlegenen Macht. Daneben wollte der Kaiser das an Frankreich gefallene Herzogtum Burgund für das Haus Habsburg zurückgewinnen, da seine burgundischen Vorfahren in Dijon bestattet waren.

Sein testamentarischer Wunsch von hob die Bedeutung Burgunds für Karl hervor, indem er verfügte, neben seinen Ahnen in der Chartreuse de Champmol von Dijon beigesetzt zu werden. Mit diesem nostalgischen Bestreben stellte er den Kompromiss der Aufteilung des burgundischen Erbes von Vertrag von Senlis in Frage. Weiterhin wollte Karl V. Auch er hegte in Italien Hegemoniebestrebungen: Nach einem militärischen Sieg über die Schweizer waren weite Teile Oberitaliens und insbesondere das Herzogtum Mailand an Frankreich gefallen, zusätzlich hegte er Ansprüche auf das Königreich Neapel und die an Spanien gefallenen Teile des Königreichs Navarra.

Anfangs waren die kaiserlichen Truppen erfolgreich, bis Mai waren weite Teile Oberitaliens in der Hand des Kaisers. Aufgrund der starken Position Karls V. Die französischen Truppen ihrerseits begannen nun militärische Erfolge zu erringen. Eine englische Invasion in Frankreich scheiterte ebenso wie der Vormarsch der Kaiserlichen in die Provence.

Im Gegenzug gelang es den Franzosen, Mailand zu erobern und Pavia zu belagern, wodurch sie nun fast ganz Oberitalien kontrollierten. Juni als Gefangener in Barcelona ein und wurde im Juli nach Madrid gebracht.

Wie man mit dem gefangenen König und der machtpolitisch vorteilhaften Situation umgehen sollte, war zwischen Karl und seinen Beratern umstritten. Gattinara hätte ihn am liebsten töten lassen, auch eine faktische Zerschlagung Frankreichs war in seinem Sinn. Im Friede von Madrid Januar verzichtete Franz I.

Der Forderung, auch auf die Ansprüche in Burgund zu verzichten, gab er jedoch nicht nach. Die Freilassung des französischen Königs sollte unter der Zurücklassung seiner beiden Söhne erfolgen, die bis zum Frieden von Cambrai unter ungünstigen Bedingungen auf verschiedenen kastilischen Festungen untergebracht wurden.

Von Seiten des Kaisers waren die Friedensbedingungen als milde Geste der Versöhnung gedacht, auch das Versprechen, seine Schwester Eleonore dem französischen König zur Frau zu geben, zielte in diese Richtung. Auch das Herzogtum Bayern gehörte der antihabsburgischen Opposition an. Die Expansion des Osmanischen Reiches in der Frühen Neuzeit bedeutete eine langfristige Verschiebung der europäischen Machtverhältnisse. Der Krieg gegen Frankreich überforderte zunehmend die kaiserlichen Finanzen.

Die Landsknechte in Oberitalien waren mit ihrem Sold unzufrieden und als ihr Befehlshaber Georg von Frundsberg versuchte eine drohende Meuterei zu verhindern, erlitt er einen Schlaganfall. Als Karl von Bourbon am 5. Mai bei der Stürmung der Stadt fiel, plünderten die führerlosen kaiserlichen Landsknechte die Stadt beim berüchtigten Sacco di Roma.

Obwohl Karl nicht verantwortlich war, wurde der Vorgang als Beleg für die Bedrohung des Papsttums durch den Kaiser und die gewalttätige Politik des Kaisers in Italien angesehen. Dieser garantierte der Republik Genua ihre Unabhängigkeit, wodurch Andrea Doria mit der genuesischen Flotte auf die Seite des Kaisers wechselte und die Nachschubwege der französischen Truppen in Italien abschnitt.

Der Verzicht auf die französischen Lehnsansprüche in Flandern und Artois wurde bestätigt, während der Kaiser seinerseits vom Anspruch auf das Herzogtum Burgund zurücktrat. Im Frieden von Barcelona gewährte Karl dem Papst günstige Friedensbedingungen und schloss mit ihm eine Defensivallianz ab.

Die Abhaltung eines Konzils zu einer Kirchenreform konnte Karl aber nicht durchsetzen. Die Aussöhnung mit dem Papst führte dazu, dass Karl am Der Friede war indes nur von kurzer Dauer. Daran nahm Karl V. Die Franzosen waren dagegen seit mit den Barbaresken und den Osmanen verbündet. Insgesamt war Karl nicht in der Lage, das osmanisch-französische Bündnis entscheidend zu schwächen. Aber auch den Franzosen gelang es nicht, die Ergebnisse des Friedens von Cambrai zu revidieren.

Vielmehr gelang es Karl nach dem Aussterben der Sforza, Mailand als Reichslehen an sich zu ziehen und es an seinen Sohn Philipp zu vergeben. Es war das erste Mal, dass der Kaiser persönlich an einer Schlacht teilnahm. Der Sieg steigerte sein Ansehen in Europa. Sein Einzug dort glich einem Triumphzug.

Allerdings war die Macht der Barbaresken keineswegs gebrochen. Immerhin kam ihm dieser in der Konzilsfrage entgegen. Der Angriff auf die Stadt scheiterte und die kaiserliche Armee musste in die Lombardei zurückkehren. Dieser schrieb den Status quo in Italien fest. Nach einem Treffen Karls mit Franz I. Bereits seit begannen sich Karl und Franz I. Die Situation verschärfte sich, als die nach Istanbul entsandten französischen Gesandten bei der Rückkehr von spanischen Soldaten ermordet wurden.

Auch wenn der Kaiser eine Beteiligung abstritt, hatte er eine gewisse Mitwisserschaft. Anstatt seinem Bruder an der ungarischen Front zu helfen, befahl Karl eine Flottenexpedition nach Algier , die durch den Untergang zahlreicher Schiffe in einem Sturm jedoch scheiterte. Belagerung von Nizza Anstatt die Entscheidung im Mittelmeerraum zu suchen, verlagerte Karl den Schwerpunkt seiner Anstrengungen nach Mitteleuropa.

Karl drang daraufhin auf französisches Gebiet vor. Wegen ausbleibender Soldzahlungen begann sich die Armee aufzulösen. Dennoch veranlasste die Gefahr Franz I.

Der neue französische König Heinrich II. Er beabsichtigte, den Sultan zum Bruch des mit Ferdinand geschlossenen Waffenstillstands zu bewegen. Karl verstimmte mit seinem Vorgehen gegen einen Piratenführer im Mittelmeer, der auch türkischer Vasall war, die Hohe Pforte. Heinrich besetzte daraufhin mit einer Armee von Karl versuchte nach der Einigung mit der Opposition die Städte zurückzugewinnen.

Er belagerte die Stadt Metz, die strategisch günstig an der Verbindungslinie zwischen den Niederlanden und Italien lag. Die Festung war mit den damaligen Mitteln kaum zu nehmen und wurde zudem gut verteidigt. Die Belagerung scheiterte daher auch mit hohen Verlusten.

Der Kriegszug war mit zweieinhalb Millionen Dukaten ungemein kostspielig; dies entsprach dem Doppelten der jährlichen Einnahmen Spaniens.

So schädlich die Niederlage vor Metz für Karls Ansehen auch war, bedeutete dies nicht die Niederlage oder das Ende des Krieges insgesamt. Vielmehr nahmen die Kaiserlichen die Kämpfe seit sowohl in Italien wie auch in den Niederlanden wieder auf.

Erst nach der Abdankung Karls wurde Friede geschlossen. Er hatte Ferdinand auch zugesagt, dessen Wahl zum römisch-deutschen König und damit zum möglichen Nachfolger zu betreiben. Die Verwaltung des Reiches wurde dadurch erschwert, dass Karl auf den Reichstagen mit eigenen Gesandten vertreten war, deren Instruktionen oft nicht mit dem Statthalter oder dem Reichsregiment abgestimmt waren und er sich persönlich die Bestätigung der Reichstagsbeschlüsse vorbehielt.

Vielmehr beharrten die Reichsstände in der Religionsfrage auf einem allgemeinen oder zumindest einem nationalen Konzil, der Kaiser indes untersagte die Vorbereitungen zum einem nationalen Konzil. Eine nationalkirchliche Lösung der Religionsfrage war damit nicht mehr möglich. Zwischen und erschütterte der deutschen Bauernkrieg die Verhältnisse im Reich, wobei sich soziale Forderungen und Einflüsse der reformatorischen Bewegung verbanden.

An der Niederschlagung dieser Aufstände war der abwesende Kaiser kaum beteiligt, Hauptkontrahenten der Bauern waren der schwäbische Bund und verschiedene Reichsstände. Erneut scheiterten Ansätze zu einer Kirchenreform auf nationaler Grundlage am Widerspruch des in Spanien weilenden Kaisers, die Reichsstände drängten weiter auf ein Konzil und beschlossen, dass die Umsetzung des Wormser Edikts in die Verantwortung der einzelnen Stände fallen sollte. Der Reichsabschied legte die Grundlagen für die Konfessionswahl der Reichsstände wie auch für den Aufbau eines reformatorischen Kirchenwesens.

Die weitere Expansion der Reformationsbewegung wurde durch die Feindschaft zwischen Kaiser und Papst während der Liga von Cognac weiter erleichtert. Landgraf Philipp von Hessen wurde zum Motor einer protestantischen und zugleich antihabsburgischen Politik. Diese legten dagegen die Protestation zu Speyer ein, was zur Bezeichnung Protestanten führte.

Die evangelischen Stände versuchten vergeblich, Karl V. Daraufhin begannen die Protestanten mit den Vorbereitungen zu einem Defensivbündnis. Nach seiner Kaiserkrönung kehrte Karl mit einem Programm der kirchlichen Einheit ins Reich zurück und übernahm den Vorsitz auf dem Reichstag in Augsburg.

In der Ausschreibung deutete er einen Verzicht auf das Wormser Edikt an und traf mit dieser Position auf den Widerstand der katholischen Reichsstände und des Papstes. Bereits in der Reichstagsproposition war Karl vor diesem Hintergrund von seiner angestrebten Schiedsrichterrolle schon etwas abgerückt. Die Protestanten nahmen die Verhandlungsbereitschaft Karls nicht ganz ernst und kamen ohne die Darlegung nach Augsburg. Philipp Melanchthon verfasste dann während des Reichstages die Confessio Augustana.

Weil er auf die finanzielle Hilfe des Reiches gegen die Osmanen angewiesen war, gingen die Verhandlungen letztlich ohne Erfolg weiter. Allerdings hatte er sich in einem Geheimvertrag weiterhin die entscheidenden Machtbefugnisse gesichert. Dieser Zusammenschluss zielte auch auf den Schutz vor einem übermächtigen Habsburg ab. Daher stand zumindest zeitweise das katholische Bayern dem Bund nahe. Diese Situation zwang den Kaiser zu Zurückhaltung in der Religionsfrage.

So wichtig auch die Religionsfrage war, so wurden doch daneben in dieser Zeit auch wichtige reichsrechtliche Entscheidungen getroffen. Die Carolina wurde im Jahre auf dem Reichstag in Regensburg ratifiziert und gilt als das erste allgemeine deutsche Strafgesetzbuch. Auf dem Augsburger Reichstag von wurde die Reichspolizeiordnung erlassen, die zur Basis weiterer Reichsgesetze und von Regelungen in den einzelnen Territorien wurde.

Ein sehr weitgehender Gesetzentwurf wurde jedoch nicht verabschiedet. Dieser bedeutete eine Art Waffenstillstand zwischen den Konfessionen bis zur Klärung der Religionsfrage durch ein allgemeines Konzil. Er war rechtlich gesehen ein Vertrag des Kaisers mit den evangelischen Reichsständen und nicht Teil des Reichstagsabschieds. Bei allen Vorbehalten bedeutete dies, dass Karl den seit beschrittenen antireformatorischen Weg erstmals verlassen hatte.

Luther hat den Anstand als göttliche Bestätigung der Reformation gesehen und war überzeugt, dass über kurz oder lang eine Versöhnung des Reiches mit der Reformation möglich sei. Bereits seit hatten sich Kursachsen, Hessen und Bayern unter dem Vorwand der Nichtanerkennung der Königswahl Ferdinands über konfessionelle Grenzen hinweg zum Saalfelder Bund zusammengeschlossen und betrieben eine mehr oder weniger offene Anti-Habsburg-Politik.

Auf der anderen Seite hatte der Schmalkaldische Bund seine Bündnisverhandlungen mit Dänemark und Frankreich verstärkt. Zeitweise drohte die Situation sogar in gewalttätige Auseinandersetzungen zu münden. Dieser Verlust traf ihn tief. Am Ende des Jahres sah er sich veranlasst, Spanien zu verlassen, um gegen Unruhen in Gent vorzugehen. Dort hatten sich die unteren Volksschichten gegen die herrschenden Patrizier aufgelehnt. Dabei spielten auch religiöse Motive eine Rolle.

Die Bürger träumten von einer protestantischen Stadt unter französischem Schutz. Karl reiste dabei auf Drängen von Franz I. Weil er längere Strecken nicht mehr reiten konnte, benutzte er eine Sänfte.

Nachdem er vom König in Ehren aufgenommen wurde, reiste er in die Niederlande weiter. Ab war er wieder im Reich. Seit den er Jahren nahm Karl verstärkt Anteil an der Reichspolitik. Auch der Papst signalisierte zunächst Zustimmung. Ein erster Schritt in diese Richtung war der Frankfurter Anstand von Dieser sicherte den Protestanten einen zeitlich zunächst begrenzten Religionsfrieden zu.