Interview: „Wir würden Unternehmensanleihen übergewichten“

Im Gegensatz zu den großen Industrieanleihen werden mittelständische Unternehmensanleihen eher von nationalen Ratingagenturen wie Creditreform, Euler Hermes oder Scope bewertet. Aufgrund der geringeren Emissionsvolumina ist der Handel an der Börse mit Mittelstandsanleihen weniger ausgeprägt als mit Industrieanleihen.

Im Fall sinkender Aktienkurse wird zwar der Optionsschein im Extremfall wertlos, die Zins- und Rückzahlungen der Anleihe bleiben jedoch unverändert bestehen. Im schlimmsten Fall kommt es zum Verlust der gesamten Anlage. Insgesamt geht die Kunst der Anleihenbewertung über eine einfache Verhältnisanalyse und einen kurzen Blick auf die Bilanz eines Unternehmens hinaus. Andererseits kann der Käufer auch eine bessere Rendite erzielen, wenn die Nominalwährung gegenüber seiner Heimatwährung steigt. By signing up, you agree to our Terms of Use and our Privacy Policies.

Unternehmensanleihen statt Bundeswertpapiere

Die Unternehmensanleihen werden jedoch auch heute noch von vielen Analysten aufgrund der Marktstärke des Unternehmens als positiv bewertet. So könnte man weiter damit rechnen, mit Telekom-Anleihen eine gute Rendite zu erhalten, wobei das Risiko eher gering für die Anleger ist/10().

Auch besteht die Möglichkeit des Zinsänderungsrisikos. Dieses bezeichnet die Ungewissheit, wie sich der Marktzins ändert, während man eine Anleihe im Bestand hält. Mit der Änderung des Marktzinses ändert sich auch der Kurs der Anleihe. Der Marktzins steht unter anderem unter dem Einfluss von der Politik des Staates, der jeweiligen Notenbank sowie konjunkturellen Begebenheiten. Ein fallendes Zinsniveau bedeutet steigende Anleihenkurse, steigt das Niveau aber, sinkt der Wert der Anleihe.

Dies macht sich besonders dann bemerkbar, wenn eine Anleihe vor ihrer Fälligkeit verkauft werden soll. Liegt der Marktzins dann über dem Anleihezins, macht der Anleger Verluste. Liegt der Marktzins unterhalb des Anleihezinses, können Gewinne realisiert werden.

Das Risiko minimieren können Anleger mit Anleihen mit variablem Nominalzins. Zudem gibt es ein gewisses Währungsrisiko. Üblicherweise sind die Währung, in der der Emittent die Anleihe zum Ende der Laufzeit an den Käufer zurückzahlt — die sogenannte Nominalwährung - und die Währung, in der die Zinsen ausbezahlt werden — die sogenannte Kuponwährung - identisch. Diese Gefahr betrifft daher Anleihen, die in einer Fremdwährung emittiert werden. Andererseits kann der Käufer auch eine bessere Rendite erzielen, wenn die Nominalwährung gegenüber seiner Heimatwährung steigt.

Des Weiteren unterliegen Anleihen einem Inflationsrisiko. Als Inflationsrisiko bezeichnet man die Unsicherheit über die reale Höhe der Zinszahlungen. Steigt die Inflation und sinkt damit die Kaufkraft des Geldes so stark, dass die Verzinsung der Anleihe den Verlust nicht ausgleichen kann, macht der Käufer Verluste. Zwar ist der Rückzahlungspreis dann höher als der Ausgabepreis, die Rendite ist jedoch gesunken. Grundüberlegung ist die Frage: Die Antwort liegt auf der Zunge und ist auch logisch: Grund ist der Zins.

Selbst wenn man heute auf Euro verzichten kann, so könnte man sie doch in der Zwischenzeit bei einer Bank rentierlich anlegen. So werden also innerhalb eines Jahres aus Euro genau Aus heutiger Sicht sind die Euro der künftige Wert meines heutigen Eurobetrages. Dieser Vorgang lässt sich umkehren, so dass man einen Betrag, den man erst in der Zukunft erhält, auf den heutigen Wert - oder besser: Letztlich ändert sich nur die Richtung der Betrachtung.

In den Schaubildern wird exemplarisch dargestellt, wie die Barwertmethode funktioniert und welche Barwerte eine Zahlung in Höhe von fünf Euro über einen Zeitraum von zehn Jahren hat. Hier können Sie die Rechte an diesem Artikel erwerben. Der Start war auf jeden Fall nicht schlecht. Goldhändler berichten von höheren Umsätzen — und einer besonderen Nachfrage nach britischen Goldmünzen.

In Süddeutschland ist massenhaft Schnee gefallen. Das führt immer zu denselben leidigen Fragen: Und wer muss das bezahlen? Historisch tiefe Ausfallraten, das günstige wirtschaftliche Umfeld und die solide Kapitalausstattung der Unternehmen sprechen für ein Investment. Gleichzeitig aber auch in zyklischen Sektoren wie dem Baugewerbe, den zyklischen Konsumgütern, der Industrie und partiell auch bei den Grundstoffen. Frau Baumann, wie sieht derzeit das technische Umfeld für Unternehmensanleihen aus?

Die relativ niedrigen Risikoprämien spiegeln eine starke Nachfrage nach rentierenden Anlagen, was wiederum die Emissionstätigkeit anregt. Dieser Trend dürfte sich fortsetzen: Einerseits refinanzieren sich die Unternehmen lieber über den günstigeren Kapitalmarkt als über die Banken. Fast alle Emissionen werden am unteren Ende der anfänglichen Preisspanne emittiert.

Letztere werden insbesondere von Versicherungen und Pensionskassen überdurchschnittlich nachgefragt. Auf Jahressicht rechnen wir in Europa mit einem Gesamtemissionsvolumen von etwa Mrd.

Euro, was marginal unter dem von liegt, als Unternehmensanleihen für rund Mrd. Wie entwickeln sich die Ausfallraten? Ebenso liegen die vom Kapitalmarkt implizierten Ausfallraten noch über den historischen Höchstständen und bieten ausreichend Kompensation für künftige Ausfallrisiken.

Wie beurteilen Sie das wirtschaftliche Umfeld? Das wirtschaftliche Umfeld ist grundsätzlich konstruktiv, sodass Unternehmensanleihen fundamental wie auch technisch gut unterstützt bleiben. Für die kommenden Wochen erwarten wir — vorbehaltlich der Entwicklung in der Ukraine —, dass der übergeordnete konjunkturelle Aufwärtstrend wieder aufgenommen wird. Dieser konjunkturelle Rückenwind sollte sich stützend auf die Ertragssituation europäischer Unternehmen auswirken.