Was ist ein komparativer Vorteil?

Ein Komparativer Kostenvorteil (v. lat.: comparare = vergleichen) besteht im Rahmen der volkswirtschaftlichen Theorie, wenn ein Land, eine Region, ein Unternehmen oder eine Person fähig ist, ein bestimmtes Gut zu geringeren Alternativkosten (Opportunitätskosten) zu .

Ingo Stützle Eine kommentierte Literaturliste zu diesem Text ist unter www. Polen konnte zuvor mit den Kosten einer Einheit Hopfen nur 0,8 Einheiten Tuch herstellen und kann jetzt für jede nach England exportierte Einheit Hopfen 1,2 Einheiten Tuch importieren, ein Handelsgewinn von 0,4 1,2 minus 0,8 Einheiten Tuch pro exportierter Einheit Hopfen. Die komparativen Vorteile eines Landes werden durch sogenannte Handelshemmnisse behindert oder begrenzt. Die beiden Möglichkeiten sind nur politisch und wirtschaftlich mächtigen Nationen zugänglich. In Anlehnung an Adam Smiths Ansatz zur internationalen Arbeitsteilung, die den Handel zweier Länder durch ihre absoluten Unterschiede in der Produktionskosten begründet, erweiterte Ricardo seine Theorie hinaus, dass eine Spezialisierung selbst dann von Vorteil ist, wenn ein Land in allen Branchen über eine höhere Arbeitsproduktivität verfügt.

Search form

einen komparativen Vorteil, wenn die Opportunitätskosten für dessen Produktion, ausgedrückt in anderen Gütern, in diesem Land niedriger sind als in anderen Ländern.

Wikipedia, Die freie Enzyklopädie. David Ricardo — , Engländer und einer der Hauptvertreter der klassischen Nationalökonomie, entstammte einer wohlhabenden portugiesischen Einwandererfamilie.

Schon in jungen Jahren erwirtschaftete er jedoch selbst ein beträchtliches Vermögen. Mit Ende der Kontinentalblockade blühte der Handel mit England wieder auf. Die britische Regierung sicherte jedoch die heimische Wirtschaft mit Schutzzöllen gegenüber ausländischen Importen ab.

Besonders im Bereich der Landwirtschaft, z. David Ricardo versuchte daraufhin mittels seiner Theorie der komparativen Vorteile zu belegen, dass diese Importzölle der britischen Wirtschaft letztlich schaden. Er vertrat diese Überzeugung auch gegenüber dem britischen Unterhaus, das die Corn Laws jedoch erst aufhob. Ricardo veröffentlichte seine Thesen in einer Zeit, in der die Idee vom Freihandel klar im Gegensatz zum damalig herrschenden Denken steht.

Jahrhundert ist der internationale Handel eher mit einem Krieg zu vergleichen vgl. Diese beabsichtigte nämlich, die Importe auf notwendige Rohstoffe zu begrenzen und Exporte in andere Länder zu fördern. Diese beschränkte insbesondere die Einfuhr von landwirtschaftlichen Erzeugnissen, wie z. Hierdurch wurde der Getreidepreis künstlich hochgehalten.

Wegen der beginnenden Industrialisierung und des hohen Bevölkerungswachstums in England hielt er eine Spezialisierung auf landwirtschaftliche Produkte für ineffizient. Neben Ricardo erkannten kurz vor bzw. Paul Samuelson , Nobelpreisträger und einer der bedeutendsten Ökonomen des Jahrhunderts, würdigte die Idee des komparativen Vorteils als das beste ihm bekannte Beispiel eines ökonomischen Prinzips, das bei all seiner unbestreitbaren Wahrheit selbst intelligenten Menschen nicht unmittelbar einleuchtet.

Dieser entwickelte Anfang des Jahrhunderts den Begriff des komparativen Vorteils. Es handelt sich dabei um eine Erweiterung bzw. Der komparative Kostenvorteil besteht im Rahmen der volkswirtschaftlichen Theorie, wenn ein Land, eine Region, ein Unternehmen oder eine Person fähig ist, ein bestimmtes Gut zu geringeren Alternativkosten Opportunitätskosten zu produzieren als die Konkurrenz.

Grundsätzlich ist demnach der Handel zwischen zwei Ländern immer vorteilhaft, wenn bei beiden Handelspartnern unterschiedliche Produktionskostenstrukturen existieren, d. Relative komparative Vorteile dürfen nicht mit absoluten Kosten- bzw.

Preisvorteilen verwechselt werden, die den Wettbewerb innerhalb von Binnenwirtschaften, also innerhalb eines Währungsraums, wie auch innerhalb supranationaler Währungsräume, etwa der Eurozone, bestimmen. Aber auch im gegenwärtigen neoliberalen globalen Freihandel wird der Wettbewerb ganz überwiegend durch absolute Preisvorteile bestimmt, und zwar auf der Grundlage von US-Dollar-Preisen.

Deshalb erübrigt sich gegenwärtig der Vergleich von internen Preis verhältnissen zwischen Handelspartnern, weil sich der absolute Preisvorteil unmittelbar aus dem direkten US-Dollar-Preisvergleich identischer Produkte ergibt. Dem soll hier mit einer möglichst gut verständlichen Darstellung auf die Sprünge geholfen werden. Preisverhältnisse in der Produktion von Gütern und Dienstleistungen, also ihre unterschiedlichen relativen Kosten bzw.

Unter den heutigen komplexen multilateralen Handelsbeziehungen kann das Ricardo-Theorem jedoch erst praktische Bedeutung erlangen, wenn der ins Endlose gehende Vergleich der Kostenverhältnisse von Produktpaaren mit sämtlichen Handelspartnern durch einen Vergleich der Preisverhältnisse von Produkten zum Durchschnittspreis aller Handelsprodukte, jeweils in Landeswährung, abgelöst wird.

Ein Land hat bei denjenigen Produkten einen relativen komparativen Vorteil, die es, im Vergleich zu bestimmten Handelspartnern, relativ zum Durchschnittspreis aller Handelsprodukte preisgünstiger herstellt. Auf diese Produkte kann sich ein Land spezialisieren, um sie an die bestimmten Handelspartner zu exportieren. Umgekehrt hat ein Land bei denjenigen Produkten einen relativen komparativen Nachteil, die es, im Vergleich zu bestimmten Handelspartnern, relativ zu seinem Durchschnittspreis teurer herstellt.

Diese Produkte kann ein Land von den bestimmten Handelspartnern importieren. Die obige Karikatur spielt auf die verheerenden Folgen des neoliberalen Freihandels an, der von absoluten statt relativen Preisvorteilen bestimmt wird. Die durchschnittlichen Produktionskosten aller in einem bilateralen Verhältnis zu handelnden Produkte lassen sich sehr einfach indirekt über die Preise ermitteln, indem jeder Handelspartner die Inlands preise dieser Produkte aufsummiert und die Summe durch die Anzahl der Produkte teilt.

Ein Vergleich der Produktionskosten, der sehr viel aufwendiger ist, erübrigt sich damit. Ein Handelspartner A hat dann zum Beispiel bei einem Produkt einen relativen komparativen Vorteil gegenüber einem Handelspartner B, wenn sein Produkt im Verhältnis zum inländischen Durchschnittspreis preisgünstiger ist als das identische Produkt beim Handelspartner B im Verhältnis zu dessen inländischem Durchschnittspreis.

Wenn zwei Handelspartner zufällig identische Preisverhältnisse für ein Produkt aufweisen, kann sich ein möglicherweise sogar gegenseitiger Handel gleichwohl lohnen, wenn über den Preis hinaus zum Beispiel funktionelle Unterschiede ins Gewicht fallen, die bei beiden Partnern die Angebotsvielfalt erhöhen.

Die Aussage des Theorems wird in der wirtschaftswissenschaftlichen Literatur oft auch in der für diese Disziplin typischen pseudowissenschaftlichen Art mit dem ökonomischen Begriff der Opportunitätskosten erklärt: Danach ist ein relativer komparativer Vorteil eines Produktes gleichbedeutend mit relativ niedrigen Opportunitätskosten, weil Länder bei der Produktion eines solchen Produktes im Vergleich zu bestimmten Handelspartnern auf relativ weniger Einheiten anderer Produkte verzichten müssen.

Produkte, die einen relativen komparativen Nachteil aufweisen, gehen dagegen mit relativ hohen Opportunitätskosten einher, weil Länder bei deren Produktion im Vergleich zu bestimmten Handelspartnern auf relativ mehr Einheiten anderer Produkte verzichten müssen.

Ein relativer komparativer Vorteil bedeutet also in diesem Sinne, dass ein Land im internationalen Vergleich über eine relativ ertragreiche Produktionsalternative verfügt. Jahrhunderts ganz ähnlich veröffentlicht hat: Angenommen seien zwei Länder, England und Polen, die beide Hopfen und Tuch herstellen, allerdings mit unterschiedlichen Kosten verhältnissen.

Diese Unterschiede wollen die beiden Länder für einen gewinnbringenden Tauschhandel nutzen. Übrigens hatte auch Ricardo schon den störenden Einfluss ungeregelten Kapitalverkehrs auf komparative Vorteile und somit auf gewinnbringenden Handel erkannt. Die folgende Tabelle enthält die absoluten Gesamtkosten pro Einheit der zu handelnden Produkte. Die Gesamtkosten kann man sich vereinfachend als aufzuwendende Arbeitsstunden für jede produzierte Einheit eines Produktes vorstellen:.

Jeder relative Wert gibt als Quotient an, in welchem Verhältnis die Kosten des einen zu den Kosten des anderen Produkts innerhalb eines Landes stehen. Im Vergleich der beiden Länder in der Komparation hat England einen relativen Kostenvorteil bei Tuch 0,83 gegenüber 1,25 in Polen , Polen hat einen relativen Kostenvorteil bei Hopfen 0,8 gegenüber 1,2 in England.

Wenn sich jedes Land auf das Produkt spezialisiert, bei dem es einen relativen Kostenvorteil hat, und das jeweils andere Produkt vom anderen Land importiert, ergeben sich, bei insgesamt unveränderten Gesamtkosten in beiden Ländern, folgende Handelsgewinne:. England konnte ursprünglich mit den Kosten einer Einheit Tuch nur 0,83 Einheiten Hopfen herstellen und kann jetzt bei Spezialisierung für jede nach Polen exportierte Einheit Tuch 1,25 Einheiten Hopfen importieren, ein Handelsgewinn von 0,42 1,25 minus 0,83 Einheiten Hopfen pro exportierter Einheit Tuch.

Polen konnte zuvor mit den Kosten einer Einheit Hopfen nur 0,8 Einheiten Tuch herstellen und kann jetzt für jede nach England exportierte Einheit Hopfen 1,2 Einheiten Tuch importieren, ein Handelsgewinn von 0,4 1,2 minus 0,8 Einheiten Tuch pro exportierter Einheit Hopfen.

Schritt 2 Im zweiten Schritt gehe ich über Ricardos Darstellung hinaus und füge eine entscheidende Voraussetzung für einen zukunftsfähigen und gewinnbringenden internationalen Handel hinzu. Zu demonstrieren ist, dass das Theorem auch in komplexen und stetigen Änderungen unterworfenen multi- bi lateralen Handelsbeziehungen und mit beliebig vielen Produkten anwendbar ist. Dazu erweitere ich die Tabelle um ein drittes Land und ein drittes Produkt. Jetzt lassen sich die relativen Kosten der Produkte nicht mehr paarweise ermitteln, sondern müssen stattdessen an den Durchschnittskosten aller Handelsprodukte eines jeden Landes gemessen werden.

Zudem muss der starre Tauschhandel durch eine Verrechnung der einzelnen Handelsbewegungen gegen Devisen ersetzt werden, damit jedes Land die Freiheit hat, seine Handelsströme jederzeit bedarfsgerecht und unabhängig von seinen Handelspartnern zu steuern.

Was im obigen Beispiel noch gedachte Arbeitsstunden stellvertretend für die Gesamtkosten waren, sind im folgenden Beispiel jetzt Preise in Landeswährung:.

Die Wechselkurse ergeben sich direkt aus den Durchschnittspreisen: Die relativen Preise der Produkte ergeben sich, indem der absolute Preis eines jeden Produkts durch den Durchschnittspreis des Landes dividiert wird:. Die Handelsströme sollten, um maximale Handelsgewinne zu realisieren, von den drei Produkten bestimmt werden, die einen relativen komparativen Vorteil aufweisen. Nun lassen sich mit den obigen Daten alle Handelsgewinne berechnen, beispielsweise für England und Polen: Unter Nutzung der relativen komparativen Vorteile können alle drei Länder gegenseitig Handelsgewinne erzielen, auch mit denjenigen Produkten, die einen absoluten Kosten nachteil aufweisen.

Wenn wir für Bulgarien die in der Tabelle aufgeführten absoluten Inlandspreise mit absoluten Kosten gleichsetzen, dann hätte dieses Land bei allen Produkten einen absoluten Kostennachteil und könnte dennoch am Handel mit relativen komparativen Vorteilen teilnehmen und davon profitieren.

Schritt 3 Im dritten Schritt füge ich dem Ricardianischen Modell eine weitere entscheidende Voraussetzung hinzu, die der Gefahr der vollständigen internationalen Spezialisierung entgegenwirkt: Länder müssen zunächst ihre eigene wirtschaftliche Vielfalt und ihre einzigartigen Kompetenzen weiterentwickeln und aufrechterhalten, um einseitig exportorientierte Wertschöpfung bis hin zu vollständiger Spezialisierung samt struktureller Arbeitslosigkeit zu vermeiden und sich zugleich vor Importabhängigkeiten, externen Ereignissen und opportunistischen Erpressungsversuchen anderer Länder zu schützen.

Länder müssen bilaterale Handelsvereinbarungen treffen, in denen neben den oben erwähnten Wechselkursen Handelskontingente festgelegt werden und gegenseitige Zollautonomie zugestanden wird. Bezogen auf importierte Dienstleistungen , zum Beispiel touristische Leistungen , bedeuten Volumenbegrenzung und Anpassung mittels Zöllen: Handelspartner können umgekehrt genauso verfahren, so dass sich automatisch ausgewogene bzw.

Das unerschöpfliche Potential, das der Handel mit relativen Preisvorteilen bereithält, eröffnet der EU die historische Chance, die Eurokrise binnen kürzester Zeit zu überwinden, eine Krise, die fälschlicherweise und in eigennütziger Absicht der Profiteure als Staatsschuldenkrise verkauft wird. Das ungenutzte Handelspotential liefert den Beweis,. Die europäische Krise kann überwunden werden, indem nationale Währungen wieder eingeführt, Wechselkurse kalkuliert, Zölle und Kontingente zugestanden, Kapitalverkehr und Arbeitsmigration kontrolliert und die Illusionen von einem einheitlichen Bundesstaat aufgegeben werden.

Europas Zukunft liegt einzig und allein in der Integration zu einem Staatenbund souveräner, wirtschaftlich autonom handelnder Staaten. Staaten, die sich auf gemeinsame Werte und Normen verständigen und ihren Wohlstand und ihre gesellschaftliche Wohlfahrt durch einen Handel auf der Grundlage relativer Preise sichern.

Siehe dazu auch die Artikel EU: Die Nachteile, die sich aus einem ungeregelten Freihandel auf der Grundlage absoluter Vorteile ergeben, konnte Smith unter den damaligen Verhältnissen nur zum Teil erkennen; sie treten auch erst heute, unter dem Regime der neoliberalen Wirtschaftsdoktrin, in vollem Umfang in Erscheinung:.