Ölkatastrophe im Golf von Mexiko: Die Suche nach der Nadel im Ozean

Zwar ist es richtig, dass seit Anfang Mai in unmittelbarer Nähe zum havarierten Bohrloch MC im Macondo-Ölfeld an zwei Bohrungen gearbeitet wird (zwei, sollte eine scheitern).

Mai gab BP bekannt, dass der Versuch fehlgeschlagen sei. Wenn das Öl an die Küste gelangt, vergiftet oder erstickt es Bodenlebewesen wie z.

"In 20 Jahren könnte sich die Natur erholt haben"

 · Im Ozean, hat eine Unterwasserkamera dieses unbekannte

Juni wurden davon täglich etwa 1,6 Millionen Liter Es würde somit noch zwei bis vier Jahre dauern, bis die Gesamtmenge ins Meer geflossen sei. April trafen erste Ausläufer des Ölteppichs auf die Küste Louisianas.

Juli wurde bekannt, dass nach Angaben der US-amerikanischen Regierung Ingenieure in weniger als drei Kilometer Entfernung zum Bohrloch Aussickerungen entdeckt hätten. Deshalb würde ein Leck vermutet, welches weiteres Öl ausströmen lasse. Zusätzlich würde erneut für ungefähr drei Tage Öl in das Meer strömen, wenn sich BP dafür entscheiden würde, das Öl aus dem Bohrloch direkt in Tankschiffe zu leiten, weil für die erforderlichen Arbeiten der Druck reduziert werden müsste und dafür die Ventile zu öffnen seien.

April und dem Mai bekannt, dass der Süden von Florida sowie die Florida Keys dann betroffen wären, wenn sich der Ölteppich bis zum Golfstrom ausbreitet. Nach Ruoying He hängt in diesem Fall die Betroffenheit der Küsten weiter nördlich wesentlich von den örtlichen Windbedingungen ab, da sich der Golfstrom südöstlich von Charleston , im Süden von South Carolina , von der Küste entfernt.

April wurde von den US-amerikanischen Behörden entschieden, den Ölteppich kontrolliert abzubrennen. Hoher Wellengang verhinderte zudem die Eingrenzung des Ölteppichs mit schwimmenden Barrieren. Mai wurden rund eine Million Liter Chemikalien eingesetzt, um den Ölteppich aufzulösen. Das Gemisch namens Corexit [54] sollte das Öl tief unter Wasser dispergieren , so dass es nicht an die Oberfläche steigt und es weniger wahrscheinlich ist, dass es an Land geschwemmt werden kann.

Auf diese Weise wird das Öl in der Tiefsee verteilt und erscheint weniger sichtbar an der Oberfläche. Es wurden bereits mehrere Lagen von Öl tief unter der Wasseroberfläche entdeckt, eine hiervon mit einer Fläche von 80 Quadratkilometern. Corexit wurde von Exxon entwickelt und wird inzwischen vom US-amerikanischen Chemiekonzern Nalco hergestellt, in dessen Aufsichtsrat auch BP vertreten ist.

Umweltforscher wie Terry Hazen vom Lawrence Berkeley National Laboratory warnen seitdem vor den toxischen Auswirkungen, die die Corexit-Komponenten haben könnten, zumal manche Lösungsmittel schädlicher seien als das Öl selbst. Mai auf ein anderes, weniger giftiges Mittel umzusteigen. Die Behörde prüfe jetzt die Stichhaltigkeit des Arguments und werde dann endgültig entscheiden.

Das ergäbe sich aus der Sichtung von Dokumenten. Die Menge des während des Testeinsatzes aufgesammelten Öls war nach dem Ergebnis zu vernachlässigen; der Einsatz wurde daraufhin eingestellt. Nach dem Untergang der Plattform wurde mit deren Hilfe erfolglos versucht, den Blowout-Preventer am Meeresboden zu aktivieren. Lediglich ein kleines Leck konnte am 5.

Mai geschlossen werden. Mai gelang es mit Hilfe dieser Roboter, in das Ende des abgeknickten Steigrohres einen Stutzen Riser Insertion Tube Tool einzusetzen, mit dem es im Anschluss erstmals gelang, einen Teil des austretenden Öls aufzufangen und auf ein Schiff zu pumpen. Mai erfolglos abgebrochen. Ein wesentlicher Grund für das Fehlschlagen war die Bildung von eisähnlichem Methanhydrat aus dem im Öl enthaltenen Erdgas und Wasser , das die Steigleitung zum Abführen des Öls verstopfte.

Zusätzlich bildete sich an der Oberseite des Doms eine Gasblase, welche den Dom daran hinderte senkrecht zu landen und ihm einen Auftrieb verlieh. Bei einem weiteren Versuch wurde das abgeknickte Steigrohr, aus dem an anderer Stelle das meiste Öl austrat, gleichzeitig an zwei Stellen getrennt.

Dazu wurde es von einem Kran entlastet, an einer Seite mit einer Hydraulikschere geschnitten und mit einer diamantierten Seilsäge abgesägt. Auf diese nun einzige Austrittsstelle wird ein umgedrehter Trichter gesetzt, [70] der eine möglichst weitgehende Abdichtung ergibt und ein Absaugen durch ein neues Steigrohr an die Oberfläche ermöglicht. Das Aufsetzen musste schnell geschehen, da eine Verstopfung durch Methanhydrat den Erfolg unweigerlich zunichtegemacht hätte.

Des Weiteren wurde das Steigrohr zusätzlich beheizt. Die Abdichtung gelang nur unzureichend, so dass unterhalb des Trichters weiterhin eine beträchtliche Menge Öl hervorquoll. Nachdem die anderen Versuche scheiterten, gelang es den Ingenieuren von BP am Juli , mithilfe eines neuen Aufsatzes das Leck abzudichten. Auf dieses konnte der eigentliche Dichtaufsatz, eine Anordnung schwerer BOP-Ventile mithilfe eines Bohrschiffes aufgesetzt und verriegelt werden.

Zunächst war unklar, ob das Bohrloch dem Druck auf Dauer standhält. Juli gab die US-amerikanische Regierung bekannt, dass Ingenieure in weniger als drei Kilometer Entfernung zum Bohrloch Aussickerungen entdeckt hätten.

Deshalb wurde ein Leck vermutet, welches weiteres Öl und eventuell Methangas ausströmen lassen und den Meeresboden weiter destabilisieren könnte. Mai wurden innerhalb von drei Tagen drei Versuche unternommen, das Leck mit Schlamm und Zement zu stopfen.

Mai gab BP bekannt, dass der Versuch fehlgeschlagen sei. Hierdurch gelangte der verwendete Schlamm in umgebende Gesteinsformationen, was die Wirksamkeit des Angriffs herabsetze. Der Macondo-Bohrkanal soll unmittelbar über der Öllagerstätte im darüberliegenden Deckgebirge getroffen werden.

Dabei kommt ein Sensor zur Trägheitsnavigation zur Anwendung. Die Feinsteuerung der Annäherung an das Metallrohr erfolgt am Ende mittels elektrischer Feldstärkemessung, welche durch die Unterstromsetzung des Macondo-Bohrstranges ermöglicht wird.

Ursprünglich musste für jeden einzelnen Messvorgang das gesamte Bohrgestänge gezogen und danach eine Messsonde herabgelassen werden. Nach neuerem Einsatz von im Drillgestänge befindlichen Doppelsensoren gestaltet sich die Annäherungsphase als weniger arbeits- und zeitaufwändig. Sobald dies erreicht ist, wird das Metallrohr Casing durchbohrt. Ist der Durchbruch soweit geglückt, soll unter anderem mit Mineralien wie Eisenoxid und Bariumsulfat angereicherter schwerer Schlamm bei gleichzeitiger kurzzeitiger Öffnung der bislang provisorisch verschlossenen Austrittsstelle in den dann aufsteigenden Flüssigkeitsstrom eingebracht werden.

Unterstützt durch das Wirkprinzip der Wasserstrahlpumpe wird der seitlich zuströmende Ballastschlamm in den Flüssigkeitsstrom hineingezogen.

Das hierdurch kurzfristig deutlich erhöhte Gewicht der im Bohrloch stehenden Flüssigkeitssäule soll den Blowout zum Erliegen und somit das Bohrloch unter Kontrolle bringen. Die Dauer beider Bohrungen war auf etwa drei Monate angesetzt. Alle Hohlräume seien nun mit gehärtetem Zement gefüllt, der alle Drucktests bestanden habe.

Der Vorzug gegenüber der missglückten Top-Kill-Methode liegt darin, dass nicht mit hohem Druck gegen die Flussrichtung des Öls gearbeitet werden muss. Da der Ölfluss bereits abgedrosselt ist, kann der Schlamm ohne nennenswerten Druckanstieg übergeschichtet werden. Laut BP wird diese Operation bereits parallel zu den Entlastungsbohrungen vorbereitet, aber die Einsatzleitung der US-amerikanischen Regierung müsse entscheiden, ob tatsächlich ein Anlauf unternommen werde.

August wurde bekannt gegeben, dass das Leck nun mit dieser Methode definitiv abgedichtet sei. Die Bohrstelle liegt im Zentrum eines Gebietes von Tierschutzreservaten. Durch den Versuch des kontrollierten Abbrennens des Ölteppichs kam es zu einer erheblichen Luftverschmutzung. Zudem verbleiben bei dieser Vorgehensweise die Schadstoffe aus dem Öl beispielsweise toxische polycyclische aromatische Kohlenwasserstoffe als Rückstände im Meer und gelangen weiterhin in die Nahrungskette.

Im Verlauf der Katastrophe musste BP einräumen, dass nicht alle Küstenabschnitte geschützt werden können und errichtete Öl-Barrieren teilweise wirkungslos waren, weshalb unter anderem Seevögelkolonien sowie Fisch- und Austernbestände in der Region erhebliche Schäden erleiden werden. In der Brutsaison sind viele Strandbrüter wie Seeregenpfeifer und Scherenschnäbel dem Öl schutzlos ausgeliefert.

Auch Delfine , Meeresschildkröten und Fische , für die das weitverzweigte Mississippi-Delta eine besonders wichtige Kinderstube darstellt, sind von der Ölkatastrophe bedroht. Ob gereinigte Tiere jedoch eine nennenswerte Überlebenschance haben, ist umstritten. Einige Experten, wie die deutsche Zoologin Silvia Gaus von der Schutzstation Wattenmeer sowie Vertreter des WWF , schätzen die Überlebenschancen gereinigter Tiere auf weniger als ein Prozent und sprechen sich deswegen dafür aus, verölte Tiere lieber zu töten.

Durch diesen Eingriff wird das Nahrungsnetz und damit die Lebensgrundlage von Meerestieren Fische , Weichtiere im Golf von Mexiko langfristig stark gestört. Juni teilten die Gesundheitsbehörden des US-amerikanischen Bundesstaates Louisiana mit, dass mehr als 70 Personen durch die Ölpest erkrankt seien.

Im Juli teilte die US-amerikanische Umweltbehörde mit, dass durch die mehr als sich im Einsatz befindenden Schiffe und weiteren Fahrzeuge z. Helikopter, Bulldozer, Lastkraftwagen und andere Transportmittel weitere ökologische Schäden zu erwarten seien. Auch die Umweltorganisation American Birding Association gab an, dass die Öl-Reinigungstrupps zahlreiche Nistplätze in Vogelkolonien zerstört und seltene Vögel gefährdet hätten.

Infolge des Unglücks wurde in den Vereinigten Staaten ein zunächst auf sechs Monate befristetes Moratorium von Tiefseebohrungen beschlossen. In einem Interview mit dem Online-Magazin Politico. Um dies zu verhindern, sucht der Konzern nach Investoren. Die Zahlungen sind über einen Zeitraum von sechs Jahren zu leisten. Um einen Gerichtsprozess zu vermeiden, hat BP mit den mehr als Dieser bezeichnet ein Bundesgesetz, welches ursprünglich gegen die Mafia gerichtet war.

Falls BP danach verurteilt wird, könnte sich — neben eventuell weiteren ausgesprochen Strafen — die Schadensersatzsumme auf das Dreifache des tatsächlich entstandenen Schadens erhöhen. Die Kläger gehen davon aus, dass Standardprozeduren der Industrie, die vor der Bekämpfung spezieller Ölfeuer auf See mit Wasserkanonen warnen, missachtet wurden.

Bei adäquater Brandbekämpfung wäre die Deepwater Horizon stabil an ihrem Standort verblieben, was die Verbindung von der Plattform zur Quelle aufrechterhalten hätte. Dies hätte die Möglichkeit, den Ölaustritt zu kontrollieren, deutlich erhöht.

Vertreten werden kommerzielle Fischereien, Anrainer deren Land betroffen ist, sowie Beschäftigte der Ölindustrie, die aufgrund der Ölpest ihren Arbeitsplatz verloren haben. Euro zur Beilegung von Zivil- und potenziellen Strafklagen zahle.

Das Unternehmen habe ein Schuldbekenntnis unterschrieben, das noch von einem Gericht in New Orleans bestätigt werden muss. Transocean werde den Betrag über einen Zeitraum von fünf Jahren ableisten, wobei im laufenden Jahr Mio. US-Dollar zu entrichten seien. Das Verbot betraf anfangs ein Gebiet von Dieses gelte jedoch nur, wenn bis dahin die Ausbreitung der Ölpest gestoppt sei und die US-amerikanische Regierung das Moratorium für Ölbohrungen nicht durchsetze. Im schlimmsten Fall könnten es sogar über Die am stärksten betroffenen Wirtschaftszweige seien bisher die Fischindustrie und die Landwirtschaft, insbesondere im US-amerikanischen Bundesstaat Louisiana.

Laut dem Arbeitsministerium der Vereinigten Staaten sei die Arbeitslosenquote dort im Juni um 0,2 Prozentpunkte auf sieben Prozent gestiegen. Damit sei Louisiana einer von nur fünf US-amerikanischen Bundesstaaten mit wachsenden Arbeitslosenzahlen.

Experten für die Entwicklung der Erdölförderung, wie etwa Claudia Kemfert vom Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung , befürchten, dass höhere Sicherheitsauflagen bei technisch und ökologisch riskanten Ölförderprojekten als Reaktion auf die Havarie zu Einschränkungen der Förderung und Ausfällen führen könnten. Sie befürchten auch bei Ausbleiben eines Moratoriums einen frühzeitigen Rückgang der Ölförderung Peak Oil , da sich mit Projekten, wie sie zum Beispiel vor der Küste Brasiliens geplant sind, gewaltige technologische Risiken verbänden.

Tatsächlich entspricht die Ölförderung in der Tiefsee ungefähr dem Zuwachs zwischen dem Jahr und Die Menge des nach bisherigen Planungen in Offshore-Bohrungen vor der Küste in den nächsten Jahren zusätzlich geförderten Öls würde jedoch gerade ausreichen, um den Zuwachs des Verbrauchs der Vereinigten Staaten auszugleichen.

Der fortlaufende Rückgang der nationalen konventionellen Ölförderung muss durch steigende Importe ausgeglichen werden. Dazu gehören sowohl die notwendigen Abstimmungen bei der Bekämpfung der Ölpest selbst wie auch die Steuerung der Berichterstattung darüber. Auf der Website zur Ölpest sind jedoch nur unverfängliche Bilder zu sehen, die nach Beobachteransicht kaum etwas mit der Realität der Umweltverschmutzung zu tun haben. Beispielsweise wird täglich über ein Blog berichtet, welche rechtlichen und praktischen Schritte die US-amerikanische Regierung gegen die Ölpest unternimmt.

Presseberichte dokumentieren, wie BP und Vertreter der Regierung Fotojournalisten dabei behindern, die Orte zu besichtigen, an denen die Auswirkungen der Ölpest am deutlichsten zu sehen seien.

Auch Überflüge seien teilweise untersagt worden. In den Vereinigten Staaten wurde unter der Federführung der A. Sie verlangt, das Vermögen von BP zu beschlagnahmen und zum Schadensausgleich heranzuziehen. Juni fanden in 54 Städten Kundgebungen statt. Verschiedene international bekannte Musiker gaben an, BP-Produkte zu boykottieren , darunter: Juli mehr als Sie fordern dazu auf, insgesamt weniger Erdöl zu verbrauchen. April berichtete Greg Palast , dass schon ein Blowout an einer von BP mit kostengünstigem Bohrzement versehenen Ölquelle im Kaspischen Meer stattgefunden hatte, der von BP geheim gehalten wurde.

Dieser Artikel oder Abschnitt bedarf einer Überarbeitung: Sehr zeitnahe Darstellung mit vielen spekulativen Teilen, die aber heute geklärt sind. Juli wurde bekannt, dass nach Angaben der US-amerikanischen Regierung Ingenieure in weniger als drei Kilometer Entfernung zum Bohrloch Aussickerungen entdeckt hätten.

Deshalb würde ein Leck vermutet, welches weiteres Öl ausströmen lasse. Zusätzlich würde erneut für ungefähr drei Tage Öl in das Meer strömen, wenn sich BP dafür entscheiden würde, das Öl aus dem Bohrloch direkt in Tankschiffe zu leiten, weil für die erforderlichen Arbeiten der Druck reduziert werden müsste und dafür die Ventile zu öffnen seien.

April und dem Bis zum Ende der Ölpest sind somit ca. Mai bekannt, dass der Süden von Florida sowie die Florida Keys dann betroffen wären, wenn sich der Ölteppich bis zum Golfstrom ausbreitet. Nach Ruoying He hängt in diesem Fall die Betroffenheit der Küsten weiter nördlich wesentlich von den örtlichen Windbedingungen ab, da sich der Golfstrom südöstlich von Charleston , im Süden von South Carolina , von der Küste entfernt. April wurde von den US-amerikanischen Behörden entschieden, den Ölteppich kontrolliert abzubrennen.

Mai wurden rund eine Million Liter Chemikalien eingesetzt, um den Ölteppich aufzulösen. Das Gemisch namens Corexit [44] sollte das Öl tief unter Wasser dispergieren , so dass es nicht an die Oberfläche steigt und es weniger wahrscheinlich ist, dass es an Land geschwemmt werden kann. Auf diese Weise wird das Öl in der Tiefsee verteilt und erscheint weniger sichtbar an der Oberfläche.

Es wurden bereits mehrere Lagen von Öl tief unter der Wasseroberfläche entdeckt, eine hiervon mit einer Fläche von 80 Quadratkilometern. Die Ölschwaden hätten eine Höhe von etwa Meter. Corexit wurde von Exxon entwickelt und wird inzwischen vom US-amerikanischen Chemiekonzern Nalco hergestellt, in dessen Aufsichtsrat auch BP vertreten ist.

Umweltforscher wie Terry Hazen vom Lawrence Berkeley National Laboratory warnen seitdem vor den toxischen Auswirkungen, die die Corexit-Komponenten haben könnten, zumal manche Lösungsmittel schädlicher seien als das Öl selbst. Mai auf ein anderes, weniger giftiges Mittel umzusteigen. Die Behörde prüfe jetzt die Stichhaltigkeit des Arguments und werde dann endgültig entscheiden. Das ergäbe sich aus der Sichtung von Dokumenten. Die Menge des während des Testeinsatzes aufgesammelten Öls war nach dem Ergebnis vernachlässigenswert; der Einsatz wurde daraufhin eingestellt.

Nach dem Untergang der Plattform wurde mit deren Hilfe erfolglos versucht, den Blowout-Preventer am Meeresboden zu aktivieren. Lediglich ein kleines Leck konnte am 5. Mai geschlossen werden. Mai gelang es mit Hilfe dieser Roboter, in das Ende des abgeknickten Steigrohres einen Stutzen Riser Insertion Tube Tool einzusetzen, mit dem es im Anschluss erstmals gelang, einen Teil des austretenden Öls aufzufangen und auf ein Schiff zu pumpen.

Mai erfolglos abgebrochen. Ein wesentlicher Grund für das Fehlschlagen war die Bildung von eisähnlichem Methanhydrat aus dem im Öl enthaltenen Erdgas und Wasser , das die Steigleitung zum Abführen des Öls verstopfte.

Bei einem weiteren Versuch wurde das abgeknickte Steigrohr, aus dem an anderer Stelle das meiste Öl austrat, gleichzeitig an zwei Stellen getrennt. Dazu wurde es von einem Kran entlastet, an einer Seite mit einer Hydraulikschere geschnitten und mit einer diamantierten Seilsäge abgesägt. Auf diese nun einzige Austrittsstelle wird ein umgedrehter Trichter gesetzt, [57] der eine möglichst weitgehende Abdichtung ergibt und ein Absaugen durch ein neues Steigrohr an die Oberfläche ermöglicht.

Hierzu wurde der angefertigte Trichter auf dem Meeresboden abgesetzt, mittels des Bohrgestänges des Bohrschiffes 'Enterprise' aufgenommen und über dem LMRP positioniert. Das Aufsetzen musste schnell geschehen, da eine Verstopfung durch Methanhydrat den Erfolg unweigerlich zunichte gemacht hätte. Des Weiteren wurde das Steigrohr zusätzlich beheizt. Die Abdichtung gelang nur unzureichend, sodass unterhalb des Trichters weiterhin eine beträchtliche Menge Öl hervorquillt.

Weitere zusätzliche Ableitungen sollen angeschlossen werden. Nachdem die anderen Versuche scheiterten, gelang es den Ingenieuren von BP am Juli mithilfe eines neuen Aufsatzes das Leck abzudichten. Auf dieses konnte der eigentliche Dichtaufsatz, eine Anordnung schwerer BOP-Ventile mithilfe eines Bohrschiffes aufgesetzt und verriegelt werden. Im Anschluss wurden die Ventile nacheinander geschlossen, um den Ölfluss abzudrosseln und eine Druckstandsprüfung der Konstruktion, sowie der gesamten Bohrung Integrity Test vorzunehmen.

Juli gab die US-amerikanische Regierung bekannt, dass Ingenieure in weniger als drei Kilometer Entfernung zum Bohrloch Aussickerungen entdeckt hätten. Deshalb wird ein Leck vermutet, welches weiteres Öl und eventuell Methangas ausströmen lässt und den Meeresboden weiter destabilisieren könnte.

Mai wurden innerhalb von drei Tagen drei Versuche unternommen, das Leck mit Schlamm und Zement zu stopfen. Gummiteile verwendet wurden, mit denen eine Abdichtung durch Verstopfungseffekte erreicht werden sollte. Mai gab BP bekannt, dass der Versuch fehlgeschlagen sei.

Hierdurch gelangte der verwendete Schlamm in umgebende Gesteinsformationen, was die Wirksamkeit des Angriffs herabsetze. Der Macondo-Bohrkanal soll unmittelbar über der Öllagerstätte im darüberliegenden Deckgebirge getroffen werden. Eine technische Herausforderung stellt das zielgenaue Treffen des 18 Zentimeter dicken Bohrstrangs dar. Dabei kommt ein Sensor zur Trägheitsnavigation zur Anwendung. Die Feinsteuerung der Annäherung an das Metallrohr erfolgt am Ende mittels elektrischer Feldstärkemessung, welche durch die Unterstromsetzung des Macondo-Bohrstranges ermöglicht wird.

Ursprünglich musste für jeden einzelnen Messvorgang das gesamte Bohrgestänge gezogen und danach eine Messsonde herabgelassen werden. Nach neuerem Einsatz von im Drillgestänge befindlichen Doppelsensoren gestaltet sich die Annäherungsphase als weniger arbeits- und zeitaufwändig.

Sobald dies erreicht ist, wird das Metallrohr Casing durchbohrt. Ist der Durchbruch soweit geglückt, soll unter anderem mit Mineralien wie Eisenoxid und Bariumsulfat angereicherter schwerer Schlamm bei gleichzeitiger kurzzeitiger Öffnung der bislang provisorisch verschlossenen Austrittsstelle in den dann aufsteigenden Flüssigkeitsstrom eingebracht werden.

Unterstützt durch das Wirkprinzip der Wasserstrahlpumpe wird der seitlich zuströmende Ballastschlamm in den Flüssigkeitsstrom hineingezogen. Das hierdurch kurzfristig deutlich erhöhte Gewicht der im Bohrloch stehenden Flüssigkeitssäule soll den Blowout zum Erliegen und somit das Bohrloch unter Kontrolle bringen.

Die Dauer beider Bohrungen war auf etwa drei Monate angesetzt. Alle Hohlräume seien nun mit gehärtetem Zement gefüllt, der alle Drucktests bestanden habe. Der Vorzug gegenüber der missglückten Top-Kill-Methode liegt darin, dass nicht mit hohem Druck gegen die Flussrichtung des Öls gearbeitet werden muss. Da der Ölfluss bereits abgedrosselt ist, kann der Schlamm ohne nennenswerten Druckanstieg übergeschichtet werden. Laut BP wird diese Operation bereits parallel zu den Entlastungsbohrungen vorbereitet, aber die Einsatzleitung der US-amerikanischen Regierung müsse entscheiden, ob tatsächlich ein Anlauf unternommen werde.

August wurde bekannt gegeben, dass das Leck nun mit dieser Methode definitiv abgedichtet sei. Die Bohrstelle liegt im Zentrum eines Gebietes von Tierschutzreservaten. Durch den Versuch des kontrollierten Abbrennens des Ölteppichs kam es zu einer erheblichen Luftverschmutzung.

Zudem verbleiben bei dieser Vorgehensweise die Schadstoffe aus dem Öl beispielsweise toxische polycyclische aromatische Kohlenwasserstoffe als Rückstände im Meer und gelangen weiterhin in die Nahrungskette.

Im Verlauf der Katastrophe musste BP einräumen, dass nicht alle Küstenabschnitte geschützt werden können und errichtete Öl-Barrieren teilweise wirkungslos waren, weshalb unter anderem Seevögelkolonien sowie Fisch- und Austernbestände in der Region erhebliche Schäden erleiden werden.